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Chemnitz: Aufstieg gegen Millionen-Truppe Leipzig?

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Klassenkampf: RB Leipzig (l.) gegen den Chemnitzer FC © Getty

Chemnitz - Der Chemnitzer FC kann am Samstag gegen die Millionen-Truppe von RB Leipzig den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen, die den Investoren Red Bull enttäuscht haben.

Gerd Schädlich bleibt gelassen. So wie immer. Mit dem Regionalligisten Chemnitzer FC kann der Trainer in die 3. Liga aufsteigen, eine ganze Stadt fiebert dem Tag entgegen. Grund für frühzeitige Begeisterungsstürme ist das für Schädlich nicht, stolz auf seine Mannschaft ist er aber trotzdem. „97 Prozent aller Leute haben vor der Saison getippt, dass RB Leipzig durchmarschiert und aufsteigt. Jetzt stehen wir ganz oben und können uns mit einem Sieg die Meisterschaft sichern. Das ist sehr erfreulich“, sagte Schädlich dem sid.

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Und ausgerechnet im entscheidenden Spiel geht es am Samstag (13. 30 Uhr) gegen das Millionen-Team aus Leipzig. Die vom österreichischen Brause-Giganten Red Bull finanzierte Elf blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück und ist mit 15 Zählern Rückstand hinter Chemnitz enttäuschender Vierter der Regionalliga Nord. Die Chemnitzer stehen dagegen vor dem Gewinn der Meisterschaft. „Die Dramaturgie ist besonders. Ich freue mich, dass es gerade jetzt gegen RB geht“, sagte Schädlich.

Mit vier Punkten Vorsprung könnten sich die Himmelblauen sogar eine Niederlage erlauben, falls Verfolger Wolfsburg II beim Halleschen FC patzt. „Aber daran denke ich nicht. Wir wollen gewinnen, nur das zählt“, sagte Schädlich, der mit seiner Elf auf die Unterstützung von mindestens 10.000 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße setzen kann.

Der 58 Jahre alte Schädlich ist aufstiegserprobt und führte mit dem FSV Zwickau (1994) und Erzgebirge Aue (2003) zwei Ost-Klubs in die 2. Liga. „Dieser Aufstieg hätte für mich auch einen sehr großen Stellenwert, auch wenn es nicht die 2. Liga ist. Denn er war so nicht zu erwarten“, sagte Schädlich, der beim CFC seit August 2008 als Verantwortlicher an der Seitenlinie steht.

Die Chemnitzer arbeiteten in den letzten Jahren systematisch an der Rückkehr in den Profi-Fußball, wurde im Vorjahr Dritter, um in dieser Saison oben anzugreifen. „Chemnitz hat sich die 3. Liga verdient. Der Verein hat Geduld bewiesen und das könnte nun belohnt werden“, sagt Schädlich, der sicherheitshalber immer noch im Konjunktiv spricht, obwohl kaum jemand am Erfolg seiner Mannschaft um Top-Torjäger Benjamin Förster (24 Tore) zweifelt. Eine Meisterfeier sei trotzdem noch nicht geplant.

Mit dem Aufstieg würde eine lange Leidenszeit enden. Nach dem Fall aus der 2. Bundesliga im Jahr 2001 und dem Absturz bis in die Oberliga 2006 könnte man wieder von besseren Zeiten träumen. Immerhin war der Verein 1967 DDR-Meister und schaffte es 1989/90 ins Achtelfinale des UEFA-Pokals gegen Juventus Turin.

sid

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