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Getrübte Stimmung: Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter (M) geht nach der 0:3-Niederlage vom Platz. Foto: Arne Dedert/dpa

Europa League

Frankfurts Europa-Abschied naht

Über Fußball wurde nach der empfindlichen Niederlage von Eintracht Frankfurt gegen den FC Basel wenig gesprochen. Vielmehr drehte sich fast alles um das Coronavirus, das den Weltsport zunehmend lahmlegt.

Frankfurt/Main (dpa) - Noch größer als die Enttäuschung nach der herben 0:3-Heimpleite im Europa-League-Achtelfinale gegen den FC Basel war bei Adi Hütter die Ungewissheit über den Fortgang der Saison.

"Ich bin in dieser Situation vielleicht etwas überfordert, wie alle. Bis eine Entscheidung getroffen wird, versuchen wir den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Das ist nicht leicht, denn hier geht es nicht nur um den Sport, sondern auch um Menschen, die mit dieser Situation konfrontiert sind", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt mit Blick auf die rasante Ausbreitung des Coronavirus.

Die Niederlage nach dem desolaten Auftritt vor leeren Rängen lässt dem hessischen Fußball-Bundesligisten im Rückspiel am kommenden Donnerstag erneut in Frankfurt keine realistische Chance mehr auf das Weiterkommen - falls der Wettbewerb überhaupt fortgesetzt wird. Am kommenden Dienstag will die UEFA mit den nationalen Verbänden darüber beraten. Einen Tag zuvor wird auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga eine Entscheidung erwartet, ob die Bundesligasaison zu Ende gespielt wird.

"Für die Leute, die Entscheidungen treffen müssen, ist es keine leichte Situation. Das geht ja über den Sport hinaus. Jeder hat eine Familie oder Freunde, wo die Gefahr besteht, sich anzustecken", sagte Hütter und ergänzte: "Ob der eine oder andere Spieler ein nicht so gutes Gefühl hat, wenn er unter diesen Umständen Fußball spielen muss, lasse ich mal dahingestellt."

Als Ausrede für die schlechte Leistung seiner Schützlinge wollte er aber weder die zunehmend angespannte Gesundheitslage in vielen europäischen Ländern noch die ungewohnte Geisterkulisse gelten lassen. "Natürlich haben uns die Fans gefehlt, denn die Unterstützung ist für uns sehr wichtig", sagte Hütter. "Aber wenn entschieden wird, dass gespielt wird, muss man sich entsprechend verhalten. Das haben wir nicht auf die Reihe gebracht. Wir hatten nicht die nötige Professionalität. Darüber bin ich enttäuscht."

Bereits am Sonntag steht in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach das nächste Geisterspiel an. "Fußball macht in dieser Art und Weise keinen Spaß. Ich kann nicht sagen, ob es überhaupt Sinn macht. Aber wir müssen uns darauf einstellen, ohne Atmosphäre und Emotionen von den Rängen zu spielen", sagte der Eintracht-Coach.

Eine klare Ansage für den Rest der Spielzeit erhofft sich auch Mittelfeldspieler Sebastian Rode. "Man hat keine Planungssicherheit. Das muss schnellstmöglich geschehen", forderte er. Ein Abbruch der Saison wie im Eishockey oder Volleyball ist für Rode jedoch keine Option: "So ein Virus ist nicht das Ende. Für mich gibt es keinen Grund, alles lahmzulegen."

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