Torwart im DFB-Team: Manuel Neuer vom FC Bayern.
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Torwart im DFB-Team: Manuel Neuer vom FC Bayern.

Ungarn-Fans pöbeln

Bei Deutschland-Spiel: Wüste homophobe Beleidigung hinter Manuel Neuer - UEFA ermittelt

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Beim Spiel Deutschlands gegen Ungarn kommt es in der Arena in München zu einer homophoben Beleidigung - genau hinter Manuel Neuer. Die UEFA ermittelt.

München - Manuel Neuer* steht im Fokus. Einmal mehr. Nicht nur, weil der Torwart des FC Bayern München* mit der deutschen Nationalmannschaft mühsam die Hinrunde der paneuropäischen Fußball-EM 2021* überstanden hat. Sondern auch, weil er sich bei der Europameisterschaft mit dem Tragen einer Kapitänsbinde in Regenbogen-Farben offen gegen Homophobie engagiert.

Doch: Jetzt stand der 35-jährige Keeper selber im Zentrum einer homophoben Beleidigung. Konkret: Vereinzelte ungarische Fans hielten beim 2:2 (0:1) des DFB-Teams gegen die Ungarn in München ein Plakat mit einer obszönen Geste offenbar in seine Richtung. Darauf stand: „LMBT? Nein, danke!“ LMBT zielte dabei mutmaßlich auf die aus dem englischen Sprachraum übernommene Abkürzung LGBT ab, die für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender steht.

Manuel Neuer bei der Fußball-EM 2021: Ungarn-Fans pöbeln offenbar gegen FC-Bayern-Keeper

Damit nicht genug: Wie die Welt schreibt, habe das UEFA-Kontrollzentrum den mutmaßlichen Täter zwar schnell identifiziert. Er habe das Plakat demnach später unter seiner Jacke und in seiner Kapuze versteckt. Wie es in dem Bericht weiter heißt, lehnte die Staatsanwaltschaft jedoch Ermittlungen wegen eines sogenannten „geringfügigen Sachverhalts“ ab. Immerhin: Der europäische Fußball-Verband UEFA hat ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Es werde wegen eines möglichen Fehlverhaltens ungarischer Fans während der Partie ermittelt, hieß es.

Auffällig: Das Plakat und die Träger waren auf mehreren Fotos und Tweets teils eindeutig zu erkennen. Es war nicht die einzige Entgleisung aus dem ungarischen Block, in dem ferner jedwede Corona-Abstandsregeln ignoriert wurden. Denn: Während der Partie der Fußball-EM 2021* hatten ungarische Fans verschiedenen Berichten zufolge den Gesang angestimmt: „Deutschland, Deutschland, homosexuell!“ Sie gaben kein gutes Bild ab.

Regenbogen-Botschaft bei EM 2021: Manuel Neuer, Leon Goretzka und Mats Hummels engagieren sich

Ganz anders die deutschen Fußballer: Rund um das Spiel hatten sich mehrere Nationalspieler an die Seite von Kapitän Manuel Neuer gestellt und ebenfalls ein Zeichen gesetzt. So trug Abwehrchef Mats Hummels von Borussia Dortmund* zum Beispiel auf einer Pressekonferenz ein T-Shirt in Regenbogen-Farben. Und nach seinem entscheidenden Ausgleich zeigte Leon Goretzka vom FC Bayern* mit seinen Händen ein Herz in Richtung der ungarischen Fans, darunter offenbar etliche Hooligans.

Ein Foto davon postete der 26-jährige Mittelfeldspieler bei Instagram - und bekam für das Posting von seinen Followern mehr als 450.000 Likes (Stand 25. Juni). Bei einem EM-Spiel in Budapest hatten zwei deutsche Studentinnen ein weniger schönes Erlebnis - sie wurden bespuckt und geschlagen. (pm) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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