Mit dieser Frage hatte Stefan Kuntz wohl nicht gerechnet.
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Mit dieser Frage hatte Stefan Kuntz wohl nicht gerechnet.

Die Stimmen zur Pleite

Nach Olympia-Pleite: Kuntz bekommt irres Job-Angebot - DFB-Trainer muss direkt lachen

  • Marius Epp
    VonMarius Epp
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  • Antonio José Riether
    Antonio José Riether
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Das DFB-Team verlor seinen Olympia-Auftakt in Yokohama gegen Brasilien. Nach dem Spiel stellten sich die Akteure um Trainer Stefan Kuntz den Mikrofonen. Die Stimmen zum Spiel.

Yokohama - Bereits nach einer halben Stunde schien die erste Partie der deutschen Fußball-Mannschaft bei Olympia* gelaufen. Everton-Stürmer Richarlison hatte da schon das 3:0 für seine Brasilianer erzielt, die DFB*-Auswahl schien zu zerfallen. Am Ende kämpfte sich das Team von Stefan Kuntz zwar noch einmal heran, erzielte sogar noch zwei Treffer. Doch es sollte nicht reichen, mit einer 2:4-Niederlage starten Max Kruse und Co. ins olympische Fußball-Turnier*.

Nach Spielende erklärten Spieler und Trainer die Pleite gegen den Olympiasieger. Wir fassen die Aussagen zusammen.

Stefan Kuntz (Trainer Deutschland) auf der Pressekonferenz über ...

... ein mögliches Engagement in Russland. Kuntz war gefragt worden: „Herr Kuntz, unsere Presse schreibt in den letzten Tagen, dass Sie nach den Olympischen Spielen nach Russland kommen werden, um mit unserer Nationalmannschaft zu arbeiten - also ist das wirklich so? Wir warten auf Sie.“ Nach kurzer Bedenkzeit und einem Lacher dementierte der 58-jährige Saarländer das Gerücht zumindest nicht. Er wolle nach den Olympischen Spielen in Japan erst einmal alles in Ruhe sacken lassen. „Dann erzähle ich Ihnen auch danach, ob das, was Sie sagen, stimmt“, antwortete Kuntz schmunzelnd.

Stefan Kuntz (Trainer Deutschland) in der ARD über...

... die Gründe für die Niederlage: „Wir haben im Spielaufbau nicht gut agiert, haben viele Fehlpässe gespielt. Und das hat wenig mit dem Gegner zu tun. Wenn wir wenig Mut haben und keine Präzision in den Pässen - so haben wir Brasilien viele Konteraktionen ermöglicht, ohne dass diese etwas dafür machen musste. Wir hatten keinen Zugriff, Brasilien hätte mehr Tore erzielen können. Dann hoffst du als Trainer, dass das der Schuss vor den Bug ist ... „

... die Verfassung seines Teams: „Die Jungs sind körperlich auch noch nicht auf der Höhe, es ist kein Vorwurf, es liegt am Zeitpunkt der aktuellen Vorbereitung.“

... Maximilian Arnolds Platzverweis: „Mich ärgert, dass ich Maxi Arnold früher hätte herausnehmen sollen. Es hat gut angefangen und wir wollten den Wechsel machen. Ich dachte, es kommt keine kritische Situation mehr. Das Ding hefte ich mir an.“

... die Auswechslung von Amos Pieper zur Pause: „Es hat nichts mit Höchststrafe zu tun, er hatte schon eine Gelbe Karte. Ich will Amos jetzt nicht in Schutz nehmen, aber wir hätten heute auch noch mehr wechseln können - aus Leistungsgründen.“

Video: Fußballer mit Fehlstart! Kuntz-Team gegen Brasilien ohne Chance

Stefan Kuntz (Trainer Deutschland) bei Eurosport über...

... die Partie: „Fangen wir mit einer Entschuldigung an: Meine Jungs sind nicht richtig aus den Schuhen gekommen, waren nicht spritzig genug. Da hat uns vielleicht ein bisschen Vorbereitung gefehlt. Das ist aber auch das Einzige, was man dem Team zugutehalten kann. Ansonsten haben wir kein gutes Spiel gemacht, den Brasilianern viel zu viel Räume geschenkt. Wir hätten in der ersten Halbzeit eigentlich mehr als drei Tore kassieren müssen.“

... die Gründe für die Niederlage: „Wir haben in Ballbesitz so viele Fehler gemacht und sind dann nur hinterhergelaufen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir heute so ein Spiel abliefern. Ich dachte, wir wären schon weiter.“

Florian Müller (Torhüter Deutschland) in der ARD über...

... die Partie: „Es war ein brutal hartes Spiel für uns. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viel Respekt, sind nicht in die Zweikämpfe reingekommen und haben nicht miteinander geredet. Da hat überall ein bisschen was gefehlt. Und das haben sie brutal ausgenutzt. In der zweiten Hälfte wollten wir ein anderes Gesicht zeigen, das haben wir auch gemacht. Wir haben auch in Unterzahl bis zum Schluss dran geglaubt, mit einem 3:2 wären wir noch gut bedient gewesen. Aber wir haben noch zwei Spiele, es ist noch alles drin.“

... die Gründe für die Pleite: „Wir wollen keine Ausreden suchen oder Mitleid, weil wir wenige Leute sind oder so. Wir haben in der ersten Halbzeit viel falsch gemacht, das müssen wir aufarbeiten, da müssen wir selbstkritisch sein. Wir müssen im nächsten Spiel von Anfang an keine Angst haben und mutig spielen, wie wir es heute in Unterzahl gemacht haben. Dann ist alles möglich.“

Max Kruse (Deutschland) bei Eurosport über...

... die Partie: „Wir haben nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir sind noch nicht im Turnier angekommen. Wir sind erst gelaufen, als der Pass schon gespielt war und waren immer einen Schritt zu spät. Brasilien hat dann nach der roten Karte locker gelassen, aber der Sieg wäre für uns auch nicht verdient gewesen. Wir sind hier nicht hergefahren, um an der Zeremonie teilzunehmen. Das hat man in der ersten Halbzeit nicht gesehen. Das Olympia-Flair kriegt man schon mit, aber wir wollen lieber Punkte holen. Wer die Tabelle lesen kann, weiß, dass es am Sonntag schon ein Endspiel ist“.

Benjamin Henrichs (Deutschland) nach der Partie über ...

... das Abwehrverhalten bei den vier Gegentoren: „Was wir da gemacht haben, war ein Witz“

Amos Pieper (Abwehrspieler, Deutschland) nach der Partie über...

... seine Leistung: „Ich war bei eigentlich jedem Gegentor nicht auf der Höhe. Es tut mir für das Team leid. Da habe ich jetzt kurz dran zu knabbern“. (ajr/epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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