Carlo Ancelotti (r.) muss im schlimmsten Fall mit einer deftigen Strafe rechnen
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Carlo Ancelotti (r.) muss im schlimmsten Fall mit einer deftigen Strafe rechnen.

Schwere Vorwürfe

Ex-Bayern-Coach droht jetzt Haftstrafe - Staatsanwaltschaft leitet Verfahren ein

Einem ehemaligen Trainer des FC Bayern werden Straftaten vorgeworfen. Die spanische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Premier-League-Trainer.

  • Carlo Ancelotti, Ex-Coach des FC Bayern München, muss sich gegen schwere Vorwürfe wehren.
  • Die spanische Staatsanwaltschaft beschuldigt den Italiener der Steuerhinterziehung.
  • In seiner Zeit bei Real Madrid soll der 61-Jährige die Straftaten begangen haben.

Liverpool/Madrid - Der ehemalige FC-Bayern-Trainer* Carlo Ancelotti sieht sich derzeit schweren Vorwürfen ausgesetzt. Gegen den 61-jährigen Italiener wird an einer seiner alten Wirkungsstätten aufgrund von massiver Steuerhinterziehung im siebenstelligen Bereich ermittelt.

Carlo Ancelotti: Sonntag noch gefühlter Sieger beim Derby - Heute im Fokus der Justiz

Der FC Liverpool hätte am Sonntag einen enormen Schritt Richtung Meisterschaft machen können, doch der FC Everton zwang seinen Stadtrivalen nach einem streckenweise faden torlosen Remis zum dritten Ligaspiel ohne Sieg in der laufenden Saison. Everton-Coach Carlo Ancelotti konnte recht stolz auf seine Mannschaft sein, die gegen den designierten englischen Meister fast noch gewonnen hätte. Der italienische Coach hat derzeit jedoch auch andere Probleme - besonders mit der spanischen Justiz.

Wie mehrere spanische Medien übereinstimmend berichten, soll die Staatsanwaltschaft in Madrid ein Verfahren gegen den Ex-Trainer des FC Bayern* eingeleitet haben. Der Erfolgscoach, der bereits in allen Top-Ligen Europas Spitzenteams trainierte, soll während seines zweijährigen Engagements bei Real Madrid etwa eine Million Euro an Steuergeldern hinterzogen haben. 

Ex-Trainer des FC Bayern: Carlo Ancelotti werden Verträge zu Bildrechten zum Verhängnis

Die Staatsanwaltschaft wirft Ancelotti zwei Vergehen vor. Es soll dabei um die Einkommenssteuer für die Jahre 2014 und 2015 gehen, in denen der Trainer eine falsche Summe deklariert habe. Er soll zwar die Zahlungen von Real Madrid angegeben haben, jedoch nicht die Einnahmen aus Bildrechten. Zu Beginn seiner Zeit bei den Madrileños hatte er zwei verschiedene Verträge abgeschlossen. 

Die Staatsanwaltschaft geht hier von Absicht aus. Ancelotti soll obendrein ein „komplexes“ Netz von Holdinggesellschaften mit Firmensitzen in Steueroasen genutzt haben, um Beträge am spanischen Finanzamt vorbeizumogeln. Das berichtet die spanische Fußball-Fachzeitschrift AS. Bislang gibt es noch keine Stellungnahme des Italieners. 

Carlo Ancelotti: Italiener ist nicht der erste Star-Steuersünder in LaLiga 

Beim FC Bayern München wurde Ancelotti nie richtig glücklich, geschweige denn heimisch. Nach etwa 15 Monaten endete seine Zeit* beim deutschen Rekordmeister* bereits. Der 61-Jährige holte zwar die Meisterschaft*, wurde jedoch nach suboptimalen Ergebnissen zu Beginn seiner zweiten Saison bei den Münchnern gefeuert. Nach einem knappen Dreiviertel-Jahr ohne Verein trainierte er schließlich den SSC Neapel. Die Süditaliener entließen Ancelotti im Dezember 2019 aufgrund von mangelndem Erfolg.

In der spanischen Liga häufen sich somit die Fälle der Steuerhinterziehung. Auffällig ist dabei, dass auch berühmte Persönlichkeiten wie die Star-Spieler Diego Costa, Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo den Staat um große Summen prellen wollten. Wie Ancelottis Strafe bei einer gerichtlichen Niederlage aussehen würde, darüber lässt sich nur spekulieren. Von einer Geldstrafe bis hin zur Haft ist alles möglich. 

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ajr

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