Bundesliga-Titelkampf offen

FCB-Star Thomas Müller über BVB-Kapitän Marco Reus: „Wenn er das nicht machen würde, wäre er ...“

  • Antonio Riether
    vonAntonio Riether
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Marco Reus ist schon seit einer Ewigkeit bei Borussia Dortmund. Nun bekommt der BVB-Kapitän ausgerechnet Unterstützung von FCB-Legende Thomas Müller.

  • Thomas Müller und Marco Reus sind die vereinstreusten Topstars der Bundesliga.
  • Die beiden Stars spielten in der Nationalmannschaft zusammen.
  • Fast wäre Reus 2012 an die Isar gewechselt.

Update vom 22. April: Der Spielbetrieb in der Bundesliga und ruht wegen der Corona-Pandemie aktuell zwar seit Mitte März, doch seit einigen Tagen ist es absehbar, dass die Kugel in den Stadien wieder rollen wird. Ab 9. Mai soll die Saison wohl mit Geisterspielen zu Ende gebracht werden. Auch in der Champions League hat die UEFA wohl nun einen klaren Plan. 

Nach solch einer langen Pause vergisst man fast, wie die aktuelle Tabellensituation in der Liga ausschaut. Damit auch alle im Bilde sind: Der FC Bayern liegt nach 25 Spieltagen mit 55 Punkten auf Platz 1, gefolgt vom BVB mit 51 Zählern und RB Leipzig auf dem 3. Rang (50). In Sachen Meisterschaft ist also bei weitem noch nichts entschieden. 

Kürzlich kündigte BVB-Kapitän Marco Reus in einem Interview an, den Bayern die Meisterschale auch nicht kampflos zu übergeben. Diese Aussage fanden bestimmt viele Dortmund-Anhänger klasse. Doch nicht nur die, auch Thomas Müller

Reus‘ Kampfansage käme völlig zu recht, so Müller in einem Interview mit der Sport Bild. „Wenn er das nicht machen würde, wäre er als Kapitän des BVB völlig fehl am Platz“, so der 30-Jährige: „Wir wollen Konkurrenz, wir wollen Gegner. Niemand soll uns den Titel mit der weiße Fahne übergeben, wir sind heiß auf den Wettbewerb.“

Dabei würde sich Müller sogar wünschen, dass mehr Teams so offen dem FC Bayern den Titel streitig machen wollen. „Ich wünsche mir sogar noch mehr von diesen Kampfansagen der Konkurrenz. Das ist doch das Salz in der Suppe“, sagt der Bayern-Star. 

BVB: Marco Reus plaudert über Transfer zum FC Bayern München - „Anfrage gab es“

Erstmeldung vom 8. April: Dortmund - Wenn man an Heimatverbundenheit und Fußball denkt, kommt man unausweichlich auf den Namen Thomas Müller. Der 30-Jährige spielt seit 20 Jahren im Verein und steht für Vereinsliebe und Loyalität, in der Bundesliga* gibt es nur noch wenige Spieler dieser Art. Das berühmteste Beispiel ist wohl Dortmunds Marco Reus, der kürzlich verriet, wie der FC Bayern* versuchte, ihn abzuwerben. Reus und Müller haben trotz zweier unterschiedlicher Spielstile und aller Rivalität in der Bundesliga also eines gemeinsam: Ihre Herzen schlagen für den Jugendverein.

Marco Reus: Darum wechselte er 2012 nicht zum FC Bayern

Reus meinte neulich gegenüber Sport Bild, „Typen wie Thomas Müller und mich wird es in Zukunft wahrscheinlich kaum mehr geben. Mein Gefühl ist, dass Spieler, die über zehn Jahre oder mehr bei einem Verein bleiben, in Zukunft selten sein werden.“ Auch für die Außenwirkung der Vereine uns seine Anhänger sind Figuren wie Reus und Müller unverzichtbar. „Für die Fans ist es von Bedeutung, dass es Typen wie Thomas und mich gibt. Sie merken, dass wir uns genauso mit ihrem Verein identifizieren wie sie es selbst tun.“

Dortmunds Marco Reus (in Gelb) im Duell mit Bayern-Star Joshua Kimmich.

Fast wäre es jedoch anders um Reus‘ Karriereverlauf gekommen. Spätestens nach seinen 18 Toren und 12 Assists in der Saison 2011/12 für Gladbach hatte der Rekordmeister Interesse. Im Sommer 2012 lagen jeweils große Angebote vor - Reus musste sich zwischen dem BVB und dem FC Bayern* entscheiden.

FC Bayern/Marco Reus: „Für mich war klar: Innerhalb der Bundesliga...“

„Die Anfrage gab es, genauso wie von anderen Klubs. Ich habe größten Respekt vor Bayern München* und dem, was der Verein seit Jahrzehnten leistet“, erzählt der gebürtige Dortmunder Reus. „Aber ich wollte immer unbedingt für den BVB spielen. Das war immer der Verein, zu dem mich mein Herz hingezogen hat. Als ich damals in Gladbach spielte, war für mich klar: Innerhalb der Bundesliga wechsele ich nur nach Dortmund, sonst gehe ich ins Ausland“, erinnert sich der heute 30-Jährige, der von 1995 bis 2005 bereits zehn Jahre lang in der BVB-Jugend ausgebildet wurde. Spieler wie Götze, Hummels und Lewandowski* konnten Angebote aus München nicht ablehnen.

Ob und wie es in dieser Saison noch zum Showdown kommen kann, ist aufgrund der Corona-Krise ungewiss. Reus hat trotz der Situation nur ein Ziel vor Augen. „Wir wollen immer noch den Titel holen, und ich glaube auch daran, dass wir Meister werden können. Wir liegen nur vier Punkte hinter Bayern München und haben noch neun Spiele.“

Beim Rekordmeister sollen nun drei Spieler gehen - Wurde der geheime FCB-Plan enthüllt? Ein Weltmeister steht offenbar ebenso auf dem Abstellgleis - doch es gibt viele Interessenten. Ein anderer FCB-Star hat dagegen ein altes Kindheits-Foto gepostet. Hätten Sie ihn erkannt?

Rubriklistenbild: © dpa / Guido Kirchner

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