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Situation mit Symbolcharakter am Samstag: Es brennt im Gießener Strafraum, FC-Keeper Frederic Löhe (r.) ist zur Stelle.

FC Gießen

Torhüter Löhe sichert FC Gießen glücklichen Punkt

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Nach einer kräftezehrenden Woche und einer dürftigen Leistung in Koblenz freut sich der FC Gießen über einen Auswärtspunkt. Gegen den FSV Frankfurt soll nun der erste Heimdreier her.

Auch der fünfte Spieltag in der Fußball-Regionalliga Südwest bringt dem FC Gießen eine Erkenntnis: Das Team ist keine Übermannschaft und muss in jedem Spiel ans Limit kommen, um in den Bereich eines möglichen Sieges zu gelangen. Da das am Samstagnachmittag bei Rot Weiß Koblenz nicht gelang, muss man mit dem 0:0 beim direkten Konkurrenten zufrieden sein.

"Der Punkt ist absolut glücklich", räumte FC-Trainer Daniyel Cimen angesichts einer Koblenzer Chancenflut in Hälfte eins ein. Und der Sportliche Leiter Franz Gerber sagte einen Tag später: "Wir können uns freuen über den Auswärtspunkt." Der FC steht vorerst auf Tabellenrang 14, hat nach dem anspruchsvollen Startprogramm vier Zähhler gesammelt und steuert nach einer vollen Trainingswoche am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen den FSV Frankfurt den ersten Heimdreier an. "Das ist die realistische Einschätzung", sagt Gießens Innenverteidiger Jure Colak.

Der 29-Jährige erklärte nach dem torlosen Remis in Koblenz auch, dass "die Spritzigkeit gefehlt" habe. "Die letzte Woche hat viel Kraft gekostet." Am Samstag wurde deutlich, dass die Leistung vom Dienstag im Derby gegen den TSV Steinbach an die Substanz ging. "Gegen Steinbach haben alle von uns die Reihe durch am Limit gespielt", sagte Cimen. So schlichen sich am Samstag nun zahlreiche kleine Unkonzentriertheiten ins Spiel des FC, der am Ende vor allem dank seines starken Torhüters Frederic Löhe einen Punkt mitnehmen kann. Mit "Glück, Löhe und Unvermögen des Gegners" könne man erklären, warum es zur Halbzeit noch 0:0 stand, sagte Cimen hinterher.

Mehrere Großchancen in Serie versiebten die Hausherren vor lediglich 330 Zuschauern im Stadion Oberwerth in der ersten Hälfte. Ob die Direktabnahme von Jordi Arndt, die nur wenige Zentimeter am Tor vorbeistrich (22.), der Alleingang aufs Tor von Marko Stojanovic, der unvollendet blieb (28.) oder der Kopfball von Tomislav Baltic, der nur knapp am Tor vorbeistrich (41.) - man sah, warum Koblenz nach vier Spieltagen trotz ansprechender Leistungen noch null Zähler vorzuweisen hatte. Wer solche Torchancen nicht nutzt, kann in der Regionalliga Südwest auf Dauer nur ganz, ganz schwer bestehen.

Der FC hatte zwar viel Ballbesitz, suchte aber zu hektisch und schnell den Weg nach vorne, verlor den Ball häufig. Weil zudem die Abstände zwischen Viererkette und Angriff extrem groß waren, konnte Koblenz nach Ballgewinnen schnell in freie Räume hinter dem Mittelfeld stoßen und mehrmals gefährlich aufs Gießener Tor zulaufen. Gießens Trainer Daniyel Cimen wollte diese Leistung nicht an der fehlenden Frische festmachen. "Ich will das nicht auf Dienstag schieben. In einer englischen Woche muss ich von meiner Mannschaft verlangen können, die Konzentration zumindest für eine gewisse Weile hoch zu halten. Dass dann irgendwann der Kräfteverschleiß kommt, ist klar. Aber was wir in der ersten Hälfte gezeigt haben...Koblenz ist glaube ich dreimal alleine auf das Tor zugelaufen." In der zweiten Hälfte steigerte sich Gießen etwas, kam zu Halbchancen nach der Hereinnahme von Jann Bangert (68., 85.) und einem Distanzschuss von Timo Cecen (79.) - das war’s offensiv. Hinten hatte der FC Glück, als ein abgefälschter Schuss von Koblenzs Hendrik Hellen an den Pfosten prallte. Cimen schlussfolgerte abschließend: "Wenn wir einen schlechten Tag haben, müssen wir mit einem Punkt leben. Wir haben nicht die überdurchschnittliche Qualität, die uns an solchen Tagen trotzdem Siege bringt." Deshalb lautet die Devise: "Punkt für Punkt."

Für die Moral und auch die Zuschauer wäre es nun wichtig, am Samstag im Waldstadion gegen den FSV Frankfurt (14 Uhr) dreifach zu punkten. Franz Gerber weiß: "Wir haben bisher in beiden Heimspielen ordentlich bis gut gespielt, aber die Zuschauer brauchen mal eine Erlösung. Die Anspannung ist da, der Höhepunkt hat bisher gefehlt."

RW Koblenz:Vincek - Meinert, Kramer, Stojanovic, Masala, Baloki, Miles (78. Engel), Baltic, Hillen, Arndt, Muharemi (19. König, 57. Weidenbach).

FC Gießen: Löhe - Koutny, Colak, Nennhuber, Markovic - Rinderknecht, Hofmann (81. Spang), Cecen - Öztürk (46. Koch), Michel, C. Kara (67. Bangert).

Im Stenogramm: Bes. Vorkommn.: Gelb-Rot Markovic (Gießen, 89.). - Z.: 330. - SR.: Lämmle (Waiblingen).

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