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Vor großer Kulisse triumphierten Marco Koch und sein FC Gießen am Donnerstag gegen Eintracht Frankfurt. (Foto:Friedrich)

FC Gießen

FC Gießen: Schwung gegen Ulm mitnehmen

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Nach Eintracht Frankfurt gastiert mit dem SSV Ulm am Sonntag (15 Uhr) der nächste prominente Name im Waldstadion. Passend dazu hat Trainer Cimen personell mittlerweile wieder die Qual der Wahl.

Der Aufschwung des FC Gießen ist nach dem 3:1-Sieg im Benefizspiel vor 7000 Zuschauern gegen Eintracht Frankfurt in diesen Tagen an vielen Personalien abzulesen: Marco Koch etwa, der 23-jährige Flügelspieler, der vom FSV Frankfurt gekommen ist und erst jetzt so richtig zeigt, warum ihn die Gießener geholt haben. In den letzten fünf Spielen traf der schmächtige Tempospieler dreimal - und ist vor dem Sonntags-Heimspiel gegen den SSV Ulm (15 Uhr) eine Offensiv-Hoffnung im Waldstadion.

Mindestens genauso gut kann der 20-jährige Gießener Innenverteidiger Samuel Sesay als Gesicht des Höhenflugs herhalten. Gegen die Eintracht kam Sesay zu über 70 Minuten Einsatzzeit - und überzeugte auf ganzer Linie. "Das war auch ein Stück weit eine Belohnung", sagt FC-Trainer Daniyel Cimen. "Samuel hat gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt." Dass das "sehr, sehr groß" sei, daran lässt der erfahrene Ex-Profi Cimen keinen Zweifel. Der 20-Jährige plant im kommenden Sommer sein Medizin-Studium zu beginnen. "Vielleicht können wir ihn überzeugen, das noch etwas nach hinten zu verschieben", sagt Cimen, denn: Mit Leistungen wie am Donnerstag hat sich Sesay als Kandidat für die Regionalliga-Startelf empfohlen.

Generell gibt es mittlerweile einige personelle Härtefälle - "Luxus-Probleme" für das Trainerteam, gern gesehene. Besetzen Christopher Spang, Jure Colak, Sascha Heil oder Samuel Sesay die Innenverteidiger-Position neben Kevin Nennhuber? Darf der Donnerstags-Torschütze Nico Rinderknecht von Beginn an ran? Wer spielt in der offensiven Dreierreihe? Definitiv kein Thema für Sonntag werden mittlerweile nur noch Aykut Öztürk, Oliver Laux, Brian Mukasa, Tim Korzuschek und Dimitrios Ferfelis sein.

Stürmer Jake Hirst, der bislang dreimal in der Liga traf, trainierte gestern nach Erkrankung erstmals dosiert mit - sein Einsatz ist zwar fraglich, Kopfballstärke wäre aber gefragt gegen die Spatzen aus Ulm. "Sie besitzen eine groß gewachsene Mannschaft. Wir müssen bei Standards höllisch aufpassen", mahnt der Trainer. Generell ist der SSV Ulm, in der Saison 1999/2000 einst Bundesligist, schwer einzuschätzen. Vor der Saison galt der Verein, der von Holger Bachthaler trainiert wird, als einer der Geheimfavoriten auf den Titel. Sowohl geheim als auch Favorit kann man nach einem guten Drittel der Saison streichen - Ulm steht mit 15 Zählern punktgleich mit dem FC Gießen im unteren Tableau der Regionalliga Südwest.

Ulm gewann bereits mit 5:1 beim FC Homburg und verlor zuhause gegen die TSG Balingen mit 1:3 - das Pendel also kann in beide Richtungen ausschlagen. "Sie können jede Mannschaft schlagen, haben aber auch schon viele Punkte überraschend liegen gelassen." Viel individuelle Qualität kommt jedenfalls auf Gießen zu: Reichlich Drittliga-Erfahrung steckt im Kader, getroffen haben in dieser Saison bisher vor allem Burak Coban (Rückennummer 9) und Albano Gashi (Rückennummer 7), je viermal.

Zuletzt fand der Schwimm- und Sportverein aus Ulm wieder etwas in die Spur, gewann 2:1 gegen Gießens Mit-Aufsteiger Bayern Alzenau und unter der Woche nun im Landespokal 9:8 nach Elfmeterschießen gegen den Fünftligisten FSV Bissingen. Für Daniyel Cimen steht fest: "Da kommt eine sehr, sehr gute Regionalliga-Mannschaft auf uns zu."

Entsprechend tut der FC Gießen gut daran, an die letzten beiden Heimauftritte anzuknüpfen: Die stabile Defensive bleibt in der Regionalliga die Basis, darüber hinaus hat sich der FC durch die letzten Erfolge offensiv eine lange vermisste Leichtigkeit erarbeitet. Klar ist: Ein Remis wäre keine Katastrophe, schließlich würde der positive Lauf anhalten. "Wir dürfen nicht die Geduld verlieren", sagt Cimen. Ein Dreier würde zugleich den dritten Heimsieg in Folge bedeuten.

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