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Das war einmal: Michael Fink und Daniyel Cimen (r.) arbeiten künftig nicht mehr gemeinsam für den FC Gießen. Trainer Cimen muss künftig mit einem neuen Sportlichen Leiter vorlieb nehmen.

FC Gießen

Michael Fink wird beim FC Gießen ausgetauscht

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Das sportliche Führungsduo des FC Gießen, Daniyel Cimen/Michael Fink, ist gesprengt. Die Verantwortlichen suchten im Hintergrund wohl einen neuen starken Mann.

Update, 11. Juni, 14.34 Uhr: Inzwischen ist klar, wer künftig die Sportliche Leitung beim FC Gießen übernehmen wird: Der Club hat am Dienstag Franz Gerber vorgestellt

Erstmeldung, 11. Juni, 7.00 Uhr: Wenn heute Nachmittag der vermutliche neue Sportliche Leiter des FC Gießen präsentiert wird, dann wird das ungenaue Bild, das der neue Fußball-Regionalligist im Frühsommer 2019 abgibt, klarer. Obwohl der Verein in seinem ersten Jahr souverän aufgestiegen ist, bleibt die Kontinuität aus: Das kompetente sportliche Führungsduo Michael Fink und Daniyel Cimen ist getrennt.

Der 37-jährige Ex-Profi Fink, in dieser Saison Leistungsträger Nummer eins des FC Gießen und Berater im Hintergrund, verlässt den Verein - weil er erkannte, dass seine Dienste nur als Spieler, nicht aber als eine Art Sportlicher Leiter gefragt waren. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass man mich zu 100 Prozent halten wollte", sagt Fink dieser Zeitung. Geschäftsführer Jörg Fischer betont: "Wir sind sehr froh, dass er uns in der Hessenliga enorm geholfen hat und wir hätten mit ihm als Spieler sehr gerne weitergemacht. Aber es ging nur darum. Wir wollen uns im Hintergrund anders aufstellen." Die Verantwortlichen beschlossen, Fink quasi auszutauschen und einen neuen Sportlichen Leiter zu installieren.

Fink selbst erklärt: "Es hat sich seit der Verpflichtung von Marco Koch, also seit einem Monat, nichts im Verein getan. Ich habe oft genug betont, dass ich gerne eine Mannschaft zusammen hätte, bei der die Wahrscheinlichkeit des Klassenerhalts groß ist. Der Verein hat es nicht als dringend angesehen, schnell Spieler zu verpflichten, mit denen Daniyel Cimen und ich schon gesprochen hatten. Der Verein wollte abwarten und keine Verträge herausgeben."

Während dieser Zeit, in der keine neuen Verträge herausgegeben wurden, stand der Plan der angekündigten großen Veränderung bereits. Diese wird heute um 14 Uhr öffentlich präsentiert. Alles andere als ein neuer Sportlicher Leiter wäre nach dem Abgang von Fink äußerst verwunderlich.

Cimens Trauzeuge und Berater an der Seite, Fink, ist nun also weg. Für den bislang äußerst erfolgreichen Trainer beginnt damit in gewisser Art und Weise eine neue Zeitrechnung in Gießen. Denn nun gelten für ihn die Gesetze eines Profitrainers, der unter der Beobachtung eines Sportlichen Leiters steht. In die Installation dieser Position und in die Auswahl wurde Cimen übrigens nicht nur nicht miteingebunden, er erfuhr sogar erst am letzten Wochenende von der Veränderung. Die Verantwortlichen um Jörg Fischer setzten damit ein klares Zeichen, wer die Schalthebel bewegt.

Cimen und Fink zogen mit ihren öffentlichen Unmutsbekundungen über die Budgetkürzung um rund 100 000 Euro den Ärger von Fischer auf sich. Möglich, dass die Verantwortlichen nicht wollten, dass das befreundete Duo, das einst bei Eintracht Frankfurt spielte, zu mächtig wird.

Fischer selbst erklärte, dass die heute öffentlich werdende Veränderung "ein Meilenstein" sei. Die Meinungen über die Vorgehensweise des FC gehen auseinander: Einige befürworten die Neuorientierung mit einem externen Sportlichen Leiter. Andere denken, dass man mit Fink schon den passenden Mann gehabt hat - und wundern sich darüber, dass man einen Mann mit besten Kontakten relativ einfach gehen ließ.

Klar ist: Der Vorteil des frühen Aufstiegs ist in Sachen Kaderplanung dahin. Und: In den nächsten Wochen müssen Spieler verpflichtet werden, die das Team klar nach vorne bringen. Wer der neue Sportliche Leiter wird, drang bis heute nicht an die Öffentlichkeit. Der aus Heuchelheim stammende Harald Gärtner, zuletzt Geschäftsführer des FC Ingolstadt, steht nicht zur Verfügung. Unabhängig von den personellen Rochaden kündigte der Verein "strukturelle" Veränderungen an. Möglich also, dass auch ein neuer Großsponsor präsentiert wird.

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