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FC Gießen

Jörg Fischer tritt beim FC Gießen zurück

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Das ist ein Paukenschlag: Jörg Fischer zieht die Konsequenzen aus den Turbulenzen der letzten Wochen und tritt als Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten zurück.

Jörg Fischer hat nach dem Heimspiel des FC Gießen am Samstag gegen die SV Elversberg im VIP-Zelt im Gießener Waldstadion mitgeteilt, dass er als Geschäftsführer des FC Gießen zurücktreten wird - um das Projekt, seine Unternehmen und seine Familie zu schützen. "Ich tue mir das nicht mehr an. Die Reise als Geschäftsführer ist für mich heute beendet." Die Ankündigung löste im Saal große Verwunderung aus.

Fischer erklärte unter anderem bei seiner Rede: "Wir mussten uns immer wieder mit Negativberichten beschäftigen und Rechenschaft ablegen. Wir konnten uns so nicht freuen über den Aufstieg, sind immer wieder getrieben worden von den Zeitungen. Das hat dazu geführt, dass wir ganz, ganz große Probleme hatten, Sponsoren zu finden."

Fischer griff die Zeitungen an: "Wir sind ein junger Klub, müssen uns das alles langsam erarbeiten mit viel Fleiß und Leistungsbereitschaft. Aber wir brauchen auch die Unterstützung aus der Region. Das Thema mit den verzögerten Gehaltszahlungen wurde groß gemacht."

"Ich habe der Mannschaft vor zwei Wochen gesagt, dass wir da dran sind. Das war alles kommuniziert. Dann erfährt die Presse etwas - das Entscheidende ist, was die Presse daraus macht. Ich sage dem zuständigen Journalisten, dass er aufhören soll, das in die Presse zu bringen. So sind wir sofort wieder in den Schlagzeilen und wir sind in der Rechtfertigungslage. Die Zeitung versucht, diesen Klub zum Scheitern zu verurteilen. Ich bin entsetzt über das Verhalten der Zeitung. Ich tue mir das nicht mehr an. Ich will, dass wir alle diesen Leuten zeigen, dass wir uns nicht kleinkriegen lassen. Ich kann nur allen Anwesenden sagen: Wehrt euch gegen die Macht der Presse. Das ist die vierte Gewalt im Staat, dagegen müssen wir vorgehen."

Ein Vereinsmitglied erklärte, dass man nun damit bedacht sei, die Position kommissarisch zu besetzen. Ein Kandidat ist Markus Haupt, der ursprünglich Geschäftsführer der geplanten neu zu gründenden Kapitalgesellschaft werden sollte.

Was der geplante Rückzug von Jörg Fischer, der als Investor und Gesicht des Vereins gilt, für den FC Gießen bedeutet, ist noch ungewiss. Fischer betonte, dass er den Verein trotzdem weiter unterstützen möchte: "Ich werde weiterhin für den Verein kämpfen, wenn auch nicht an vorderster Linie." Der Regionalligist verlor sein Heimspiel kurz zuvor mit 2:3 gegen die SV Elversberg.

Am Freitag berichtete diese Zeitung darüber, dass sich die Gehaltszahlungen an die Mannschaft in den letzten beiden Monaten erheblich verspäteten. Fischer selbst bestätigte die Verzögerungen der Gehälter: Im Oktober kamen sie zwei Wochen später, im November bis Stand Freitag, 22. November, nicht.

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