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Vor einem Jahr jubelte der SSV Ulm im Donaustadion über den Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt.

Fußball

Gießens Regionalliga-Gegner: SSV Ulm will Schwung aus dem DFB-Pokal mitnehmen

Der SSV Ulm wird von vielen Beobachtern der Regionalliga hoch gehandelt. Der Gegner des FC Gießen im Check.

Der SSV Ulm ist einer der Traditionsvereine schlechthin in der Regionalliga Südwest – zudem einer mit Wucht und Ambitionen. Ralf Rangnick fungierte an der Donau als Trainer, in der Saison 1999/2000 spielten die Spatzen kurzzeitig in der Bundesliga – was folgten, waren drei Insolvenzen. Mittlerweile hat sich der Verein konsolidiert. Highlight war zuletzt der Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt in der Vorsaison, in der man in der Regionalliga Rang sechs belegte. "Wir wollen uns besser platzieren als im Vorjahr", sagt Thomas Rohmer, Leiter Spielbetrieb. Der SSV Ulm wird vor der Saison hoch gehandelt und ist einige Schritte weiter als der FC Gießen.

Die aktuelle Situation: Im Vorjahr wurde Titelverteidiger Frankfurt geschlagen, "vor einem vollen Donaustadion mit 18 500 Zuschauern war das vermutlich das Highlight der Karriere für uns alle", sagt der Leiter für den Spielbetrieb. Nun wartet in der ersten Runde des DFB-Pokals Zweitligist 1. FC Heidenheim. "Das Zuschauerinteresse ist wieder groß. Wir wollen dieses tolle Gefühl transportieren", sagt Rohmer. Er kam vor einem Jahr, war zuvor bereits Projektleiter beim FC Augsburg und Teamkoordinator in Heidenheim. Der 36-Jährige kam vor einem Jahr nach Ulm, gemeinsam mit dem damals neuen Trainer Holger Bachthaler. Gemeinsam wollen sie "kurz- bis mittelfristig die Regionalliga in Richtung Liga drei verlassen". Die Vorbereitung verlief sehr gut, in den Testspielen wurden unter anderem die Drittligisten Waldhof Mannheim und die Spvgg. Unterhaching geschlagen.  

Kommen/Gehen: Der SSV Ulm hat sich ausschließlich mit Spielern verstärkt, die mindestens aus der Regionalliga kommen. Acht Abgängen stehen sieben Neuzugänge gegenüber. Sportlich schmerzt der Abgang vom defensiven Mittelfeldspieler Luigi Campagna (29 Jahre alt) zu Kickers Offenbach, zudem beendete der 34-jährige Stürmer Thomas Rathgeber seine Karriere. Neu gekommen sind unter anderem Lukas Lämmel (21, Mittelfeld) und Thomas Geyer 28, Innenverteidigung) von Drittliga-Absteiger Aalen. Alessandro Abruscia (28) kommt von Drittligist 1860 München und soll das offensive Mittelfeld verstärken. Stürmer Haris Hyseni (26) kommt vom SSV Jahn Regensburg, wo er allerdings in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde. Insgesamt verstärkte sich Ulm sinnvoll – "es war ein hartes Stück Arbeit", sagte Trainer Bachthaler. "Wir haben jetzt einen guten Mix in der Mannschaft." Es sei "immer ein Hauen und Stechen, in der Bundesliga genauso wie in den unteren Klassen", weiß Rohmer.

Stärken/Schwächen: Die Ulmer Mannschaft besitzt Substanz und viel Wucht nach vorne, die Vorbereitung hat bestätigt, was viele erwarten: Einen starken SSV Ulm, der in der Spitzengruppe mitspielen kann. Die Auswärtsauftritte müssen sich noch mehr der Heimstärke angleichen. In der letzten Saison wurden mehr als doppelt so viele Punkte (39) im Donaustadion geholt wie auswärts (18). 

Umfeld/Trainer: Der 44-jährige Holger Bachthaler kam vor einem Jahr von der U18 von RB Salzburg nach Ulm. "Da hat er sehr, sehr viel mitgenommen, das Jahr war hilfreich für ihn", meint Rohmer. Bachthaler achtet sehr auf die menschliche Komponente und den Teamgeist. Trainiert wird unter Profibedingungen. Der Zuschauerschnitt betrug in der letzten Saison rund 1700 Besucher pro Partie. 

Prognose: Der SSV Ulm wird von vielen hoch gehandelt und könnte ganz vorne angreifen. Genau sagen kann man das bei vielen starken Konkurrenten im Vorhinein aber nie.

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