+
Vor einem Jahr trafen Führungsfigur Nico Herzig und der TSV Steinbach im DFB-Pokal in der ersten Runde auf Bundesligist FC Augsburg - und unterlagen nur knapp mit 1:2. (dpa)

Fußball

Gießens Regionalliga-Gegner: TSV Steinbach hat die 3. Liga weiter im Visier

  • schließen

Der TSV Steinbach ist für den FC Gießen in der Regionalliga ein mittelhessischer Konkurrent mit viel Qualität. Der Gegner des FC Gießen im Check.

Im Jahr 2007 übernahm der Geschäftsführer des Bremssystem-Hertellers Sibre, Roland Kring, den TSV Steinbach Haiger - seit dem Einstieg des Hauptinvestors ging es von der Kreisliga B bis in die Regionalliga Südwest. Dort spielt der Verein nun schon seit vier Jahren. Mehrmals wurde bereits der Versuch unternommen, aufzusteigen. "Die 3. Liga ist mein Wunsch", sagt Kring. Stets steht der TSV für ansehnlichen Fußball - geklappt hat’s bisher aber noch nicht. Mit rund 50 Kilometern Entfernung ist der Verein aus dem Lahn-Dill-Kreis der örtlich näheste Konkurrent des FC Gießen. Am 4. Spieltag (13. August, 18 Uhr) wird der TSV im Gießener Waldstadion zum Abendspiel empfangen.

Die aktuelle Situation:Der Verein wächst weiter: Die Tribüne am Haarwasen wurde erweitert, neue Kabinen gebaut, die Geschäftsstelle erweitert. Alles ist darauf ausgerichtet, langfristig in der Spitzengruppe der Regionalliga mitzuwirken und irgendwann den Sprung in Liga drei schaffen zu können. Offiziell als Ziel will man den Aufstieg momentan noch nicht - damit verbrannte man sich im vorherigen Winter die Finger, als man nach Platz drei zur Winterpause in die Offensive und Liga drei anvisierte. Am Ende folgte unter Ex-Trainer Matthias Mink der Absturz auf Rang acht. Der Ehrgeiz ist der gleiche, die Herangehensweise nun eine andere. Mit dem 40-jährigen Trainer Adrian Alipour soll neuer Schwung reinkommen. Pressesprecher Sven Firmenich: "Er nimmt jeden mit. Wir wollten nach der schwachen Rückrunde insgesamt neuen Schwung reinbringen."

Kommen/Gehen:Das bildet sich auch bei der Veränderung der Mannschaft ab. Elf Neuzugänge kamen, 14 Spieler haben den Verein verlassen. Der nächste Umbruch in Haiger. Abgänge, die sportlich schmerzen, sind unter anderem Florian Heister (22 Jahre, Außenbahnspieler zu Zweitligist SSV Jahn Regensburg) und Arnold Budimbu (24, Außenbahnspieler zu Drittligist MSV Duisburg). Die Wechsel sind auch Ausdruck des sportlichen Niveaus, das der TSV Steinbach Haiger mittlerweile erreicht hat. So wechselte in diesem Sommer unter anderem der 26-jährige Stürmer Sargis Adamyan für 1,5 Millionen Euro Ablöse von Regensburg zur TSG Hoffenheim. Vor seiner Regensburger Zeit spielte Adamyan für den TSV Steinbach. Bei den Neuzugängen wurde auf junge, hungrige Spieler mit Tempo geachtet. Heraussticht der Ex-Kapitän der Offenbacher Kickers, der 24-jährige Innenverteidiger Benjamin Kirchhoff. Tragende Säulen könnten auch der 31-jährige defensive Mittelfeldspieler Sören Eismann (gekommen von Drittligist Carl-Zeiss Jena) und der 26-jährige Flügelspieler Manuel Hofmann (letzte Saison 22 Torbeteilungen in der Regionalliga Nordost für Babelsberg) werden.

Stärken/Schwächen:Diese Namen und Zahlen verdeutlichen, dass sich der TSV Steinbach in der Spitze der Regionalliga bewegt - wenn gleich andere Vereine wie der 1. FC Saarbrücken noch einen Vorsprung haben. Die Offensive besitzt Tempo, Qualität und Variabilität, in der Defensive steht unter anderem der 35-jährige Nico Herzig (46 Bundesliga-, 114 Zweitligaspiele). Das Team muss unter einem neuen Trainer und nach vielen Veränderungen aber erneut unter Wettkampfbedingungen zueinander finden.

Umfeld/Trainer:Der neue Trainer Adrian Alipour, zuletzt im Frühjahr 2019 beim Regionalligisten Wuppertaler SV gegangen, gilt als leidenschaftlicher Coach. "Unter ihm soll mehr Spektakel auf dem Platz stattfinden", sagt der Pressesprecher. Frühe Ballgewinne und dann das Tempo ausnutzen - das ist das Ziel unter Alipour. Trainiert wird unter Profibedingungen. Der Zuschauerschnitt am Haarwasen betrug zuletzt rund 1200 Besucher pro Partie.

Prognose:An der Leistungsspitze der Regionalliga ist die Luft dünn - der TSV Steinbach zählt von der Kaderqualität her auf jeden Fall zum stärksten Drittel der Liga. Die neu formierte Mannschaft muss sich aber schnell finden, wenn es für ganz vorne reichen soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare