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Über 5000 Besucher kommen im Schnitt zu den Heimspielen der Offenbacher Kickers auf den Bieberer Berg. Mit neuen Geldgebern und dem Inheidener Daniel Steuernagel als Trainer soll es in dieser Saison hoch hinaus gehen.

Fußball

Gießens Regionalliga-Gegner: Kickers Offenbach mit neuer Hoffnung

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Kickers Offenbach, der Traditionsverein vom Bieberer Berg, will nach einem personellen Umbruch durchstarten. Der Gegner des FC Gießen im Check.

Kickers Offenbach spielte sieben Jahre in der Fußball-Bundesliga und gewann 1970 den DFB-Pokal. Bis heute hat der Traditionsverein vom Bieberer Berg seine Strahlkraft behalten - alleine zum Kickerstag vor der Saison kamen über 4000 Anhänger. 2008 spielte der OFC noch in der 2. Bundesliga, 2013 noch in Liga drei. Seitdem sind die Offenbacher viertklassig. Mit Hilfe der "Freunde für die Kickers", Geldgeber, die dem Verein nahe stehen, wurde ein Drei-Jahres-Plan entworfen - in diesem Zeitraum soll der Drittliga-Aufstieg gelingen. Der FC Gießen trifft erst am 17. und 34. Spieltag auf den OFC, der die Saison am Montagabend mit einem Livespiel auf Sport1 (20.15 Uhr) gegen den SSV Ulm eröffnet.

Die aktuelle Situation:Sowohl auf als auch neben dem Platz tut sich viel: Nicht nur die Kickers-Freunde sind im Hintergrund als zusätzliche Geldgeber aufgetaucht, mit Joachim Wagner wurde auch ein neuer Präsident gewählt. Der sagt: "Wir wollen, dass wir im deutschen Fußball wieder Respekt erhalten. Wir müssen unseren Stolz zurückholen und raus aus dem Strudel der Depression. Wir wollen in den nächsten drei Jahren aufsteigen. Diesem Ziel gilt es alles unterzuordnen." Gelingen soll das mit dem Inheidener Trainer Daniel Steuernagel, der in der Gießener Region bestens bekannt ist. Im letzten Jahr belegte der OFC mit dem 39-Jährigen den fünften Rang - das Ziel ist nun, sich zu steigern und möglichst nah an Platz eins heranzukommen. Dafür wurde ein personeller Umbruch vollzogen, unterstützt von größeren finanziellen Mitteln. 13 Spieler gingen, 14 kamen. "Wir haben festgestellt, dass uns Körperlichkeit, Erfahrung und Tempo über außen gefehlt haben. Deshalb der relativ große Umbruch", erklärt Trainer Steuernagel.

Kommen/Gehen:Verlassen haben den OFC einige tragende Säulen: Der 34-jährige Torhüter Daniel Endres kehrt dem Bieberer Berg nach über zwei Jahrzehnten (!) den Rücken und wechselt zu Aufsteiger Bayern Alzenau. Rechtsverteidiger Jan-Hendrik Marx ist dagegen Waldhof Mannheim in Liga drei gefolgt. Der bisherige Kapitän Benjamin Kirchhoff, Innenverteidiger, ist zum TSV Steinbach gewechselt. Mittelfeldspieler Serkan Firat, bislang für den OFC mit über 60 Torbeteiligungen in der Südwest-Staffel, geht ebenso wie Offensivakteur Ko Sawada. Der 27-jährige Japaner, in der Vorsaison mit 15 Torbeteiligungen, hat ein Angebot aus der ersten japanischen Liga erhalten. Dafür kommen ebenso viele neue potenzielle Leistungsträger. Gleich fünf erfahrene Kräfte verstärken den OFC: Mit Kevin Pezzoni kommt ein Ex-Profi des 1. FC Köln (einst 80 Bundesligaspiele, 30 Jahre alt). Im defensiven Mittelfeld kommen der 31-jährige Richard Weil von Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg und der 29-jährige Luigi Campagna vom SSV Ulm. In der Offensive sollen u.a. der 32-jährige Nejmeddin Daghfous (gekommen von Zweitligist SV Sandhausen) und der 30-jährige Andis Shala (gekommen von RW Erfurt) für Gefahr sorgen.

Stärken/Schwächen:Die neu gestaltete Mannschaft muss sich in Sachen Hierarchie und System finden - "bislang passt es menschlich sehr gut", sagt Steuernagel. Die Idee, um zentrale erfahrene Spieler junge Spieler mit Tempo zu installieren, erscheint sinnvoll, Qualität ist reichlich vorhanden. Die Stimmung könnte durch neue Euphorie zum Vorteil werden.

Umfeld/Trainer:Coach Daniel Steuernagel legt viel Wert auf Fitness und Ernährung, setzt auf frühes Anlaufen und Flügelspiel. Zudem hat er mit dem 23-jährigen Stürmer Moritz Reinhard aus der Gruppenliga nach Jake Hirst das nächste Talent aus der unteren Klasse in Richtung Startelf in der Regionalliga geführt. "Dazu braucht es Mut und ein gutes Scouting." Trainiert wird unter Profibedingungen. Der Zuschauerschnitt betrug in der letzten Saison rund 5500 Besucher pro Heimspiel.

Prognose:Wenn der Start gelingt und die Ideen greifen, kann der OFC auch in diesem Jahr ganz oben stehen - andere Aufstiegskandidaten sind dagegen eingespielter und vielleicht schon einen Schritt weiter.

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