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Robin Szarka (r.) ist einer der Routiniers im Hoffenheimer Team. Er kann sogar auf ein paar Bundesliga-Einsätze zurückblicken - hier gegen Wolfsburgs Vieirinha.

Fußball

Gießens Regionalliga-Gegner: Bei der TSG Hoffenheim II steht Talententwicklung im Fokus

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Die TSG Hoffenheim II bereichert die Regionalliga Südwest seit neun Jahren mit ihrem Fußball. Der Club aus dem Kraichgau im Check.

Seit neun Jahren gehört die U23 der TSG Hoffenheim der Fußball-Regionalliga Südwest an. "Es ist die Spielklasse, in der sich die Talente unserer Meinung nach am besten entwickeln können", sagt Teammanager Thomas Gomminginger. "In der dritten Liga als reine Profiliga stehst du schnell mit dem Rücken zur Wand, da brauchst du die eine oder andere erfahrene Kraft mehr, der Trainer kann weniger experimentieren." Das Ziel in der vierten Liga lautet: Spieler entwickeln und gleichzeitig in der ersten Tabellenhälfte landen. Die TSG wird also zu einem der härteren Widersacher des FC Gießen.

Die aktuelle Situation:In den letzten neun Jahren Liga-Zugehörigkeit landeten die Kraichgauer zweimal auf Platz zehn (so im Vorjahr), ansonsten immer auf einem einstelligen Tabellenplatz. "Wir wollen möglichst viele Talente an den Profifußball heranführen, nicht jeder kann Profi in der ersten Mannschaft der TSG Hoffenheim werden", erklärt Gomminginger. In den letzten Jahren schafften es von der U23 aus unter anderem Vincenzo Grifo (bereits über 35 Torbeteiligungen in der Bundesliga, aktuell TSG Hoffenheim), Tobias Strobl (142 BL-Einsätze) oder Dominik Kaiser (über 40 BL-Spiele, ehemals RB Leipzig, nun Bröndby IF) in die Beletage des deutschen Fußballs.

Kommen/Gehen:"Die durchschnittliche Verweildauer eines Spielers in der U23 ist zwei Jahre", sagt Gomminginger. "In dieser Zeit musst du es idealerweise in das Profigeschäft geschafft haben." Eine hohe Fluktuation ist normal: 18 Zugänge, davon neun aus der eigenen U19, stehen zehn Abgängen gegenüber. Prominentester Abwanderer dürfte der 21-jährige Stürmer Meris Skenderovic sein, der in der letzten Saison achtmal traf und zu Drittligist Carl-Zeiss Jena gewechselt ist. Auch die externen Neuverpflichtungen der Hoffenheimer stammen überwiegend aus anderen U19- oder U23-Teams. Im gesamten Team gibt’s zwei erfahrene Akteure: Der 27-jährige Robin Szarka spielte im defensiven Mittelfeld einst für Energie Cottbus und blickt auf über 70 Drittliga-Einsätze zurück. Im offensiven Mittelfeld agiert der 28-jährige Andreas Ludwig (ehemals 1. FC Magdeburg, u. a. 38 Zweitliga-Einsätze).

Stärken/Schwächen:Die Jugendarbeit der Hoffenheimer spricht für sich, die verlässliche Platzierungen der letzten Jahre auch. Mit frühem Verteidigen und schnellem Umschaltspiel hat die TSG mit vielen Talenten ihre Position in dieser Liga gefunden. Tore sind in Hoffenheim quasi garantiert: Nur bei Waldhof Mannheim fielen in der Vorsaison mehr Treffer, bei der TSG waren es im Schnitt 3,4 pro Spiel. Das bedeutet auch: 62 Gegentore, nur die beiden Tabellenletzten kassierten mehr.

Umfeld/Trainer:Der 38-jährige Marco Wildersinn ist seit 2014 im Amt. "Er ist ein sehr intelligenter, strukturierter Trainer", lobt sein Teammanager. Wildersinn absolvierte zuletzt unter anderem mit dem Inheidener Daniel Steuernagel zusammen die Fußball-Lehrer-Lizenz, könnte in den nächsten Jahren auch im höherklassigen Seniorenbereich auftauchen. Trainiert wird unter Profibedingungen. Der Zuschauerschnitt betrug zuletzt rund 300 Besucher pro Partie.

Prognose:Ob auf Platz fünf, sieben oder zehn - klar ist, dass die TSG die Liga mit ihrem Fußball erneut bereichern wird.

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