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Am Bornheimer Hang finden über 12000 Zuschauer Platz. Zuletzt hatte der FSV Frankfurt einen Zuschauerschnitt von knapp 1300 Besuchern pro Partie.

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Gießens Regionalliga-Gegner: FSV Frankfurt will "nichts mit Abstieg zu tun haben"

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Gießens Gegner in der Fußball-Regionalliga Südwest: Heute der FSV Frankfurt, der offensiven Fußball spielen will.

Mit etwas mehr als 60 Kilometern Entfernung zählt der FSV Frankfurt noch zu den örtlich näheren Konkurrenten des FC Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest. Der ehemalige Zweitligist strebt nach langem Zittern und Platz zwölf in der Vorsaison nun eine Saison ohne Abstiegssorgen an.

Die aktuelle Situation:Dafür garantieren soll unter anderem Thomas Brendel. Der 43-Jährige ist bekannt als früherer Hessenliga-Trainer, war zuletzt Sportlicher Leiter beim FSV. Als der Verein Mitte April abzusteigen drohte, übernahm Brendel das Trainerkommando - mit Erfolg. Aus sechs Partien wurden drei gewonnen, 16 Tore erzielt. Dieser offensive Fußball soll auch in der neuen Spielzeit Erfolg bringen. "Ich erwarte eine schwere Saison. Aber wir wollen eine neue Geschichte schreiben und mit dem Abstieg nichts zu tun haben", erklärt Brendel, der nun Trainer und Sportlicher Leiter in einem ist. Die Träume rund um Frankfurt sind groß, die Mittel begrenzt. Von seinen finanziellen Möglichkeiten her bewegt sich der FSV definitiv in der unteren Hälfte der Regionalliga. Qualität aber ist vorhanden.

Kommen/Gehen:Zehn Spieler haben das Team vom Bornheimer Hang verlassen, darunter Marco Koch zum FC Gießen und Robert Schick zu Bayern Alzenau. Bislang holte der FSV drei namhafte Neuzugänge: Der 31-jährige Stürmer Muhamed Alawie ist in der Südwest-Staffel kein Unbekannter, erzielte in der Saison 2016/17 für Eintracht Trier 22 Tore. Zuletzt konnte er sich bei der SV Elversberg kaum behaupten. Mit dem 32-jährigen Außenverteidiger Timo Kunert vom TSV Steinbach hat sich der FSV viel Regionalligaerfahrung geholt: Kunert lief schon weit über 100-mal in der vierten Liga auf. Vom Zweitligisten SV Sandhausen kommt der 25-jährige Linksaußen Mirco Born. Er war zuletzt an Drittligist Meppen ausgeliehen, kam dort in der 3. Liga auf sieben Einsätze. Ansonsten kamen viele U19-Spieler. Brendel betont: "Wir wollen uns noch auf zwei Positionen verstärken, haben auch gute Alternativen, zwischen denen wir jetzt noch selektieren."

Stärken/Schwächen:Unter Thomas Brendel ist Zug drin: "Wir brauchen eine gehörige Portion Mentalität." Der FSV kann aus der ordentlichen Schlussphase der letzten Saison Mut schöpfen und mit neuer Kraft und neuen Akteuren offensiven Fußball spielen. In den bisherigen Testspielen konnte die junge Mannschaft überzeugen, schlug unter anderem den 1. FC Kaiserslautern mit 4:2. Offensiv Fußball spielen muss in der Regionalliga aber gekonnt sein, sonst wird man schnell ausgekontert. Inwieweit die noch eingeplanten Neuzugänge ins Team passen, dürfte mitentscheidend sein.

Umfeld/Trainer:Zudem dürfen die externen Erwartungen nicht überborden. Zwar belegte der FSV in der Saison 2012/13 in der zweiten Bundesliga noch Platz vier, nach Abstiegen und Insolvenz aber sieht die Realität im Sommer 2019 ganz anders aus. Zuletzt musste man zweimal in Folge um den Klassenverbleib in der Südwest-Staffel bangen. Das weiß auch Brendel, der von den Vereinsverantwortlichen zum Weitermachen überredet werden musste. "Wir hatten mehrere Trainerkandidaten, aber in der Konsequenz haben wir uns in keinem wirklich wiedergefunden. Ich sehe mich als Dienstleister des Vereins, der mich dann in der Funktion des Trainers behalten wollte." Trainiert wird in der Vorbereitung bis zu zehnmal in der Woche, während der Saison zwischen sechs- und siebenmal. Der Zuschauerschnitt am Bornheimer Hang lag zuletzt bei rund 1300 Besuchern pro Partie.

Prognose:Der FSV Frankfurt tritt - vielleicht muss er das angesichts des Umfelds auch - mutig auf. Im dritten Jahr in Folge um den Abstieg zu spielen, dürfte schwer zu vermitteln sein. Findet der FSV auch in den Pflichtspielen schnell Vertrauen in System und Leistung, ist eine sorgenfreie Saison möglich.

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