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FC Gießen

FC Gießen: Warum fallen keine Heimtore?

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Früh in der Saison wird klar, dass es für den FC Gießen in der Fußball-Regionalliga nur um den Klassenerhalt geht. Auf eine Heimstärke kann sich Gießen dabei bislang nicht verlassen.

Nach dem bedeutsamen Gastspiel bei Mitaufsteiger Bayern Alzenau (Samstag, 14 Uhr) tritt der FC Gießen dreimal in Folge im heimischen Waldstadion an: Am 5. Oktober gegen die TSG Hoffenheim II, am 10. Oktober im Benefizspiel gegen Eintracht Frankfurt und am 13. Oktober gegen den SSV Ulm. Vor den spannenden nächsten Wochen sprechen wir mit dem aus Marburg-Wehrda stammenden Offensivspieler Timo Cecen (25) über die bisherige Saison und die fehlenden (Heim-)Tore.

Herr Cecen, wie ordnen Sie die bisherige Saison des FC Gießen mit einem schweren Start und aktuell Platz 15 nach zehn Spielen ein?

Timo Cecen:Wir sind schlecht gestartet und haben uns gut gesteigert. Der Umbruch im Sommer war größer als erwartet - das Team muss sich mit so vielen Neuzugängen erst einmal finden. Zudem mussten wir uns an das Niveau gewöhnen. Du kannst die Hessenliga einfach nicht mit der Regionalliga vergleichen, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Am Anfang haben wir teilweise einfach drauflosgespielt. Mittlerweile sind wir kompakter und für jeden Gegner eklig zu bespielen. Natürlich reicht es noch nicht in jedem Spiel zu Punkten, aber der Trend geht ganz klar nach oben.

Um kollektiv zu verteidigen, muss auch der Teamgeist stimmen.

Cecen:Das war unter Daniyel Cimen noch nie ein Problem. Wir sind eine Einheit - das ist dem Trainerteam sehr wichtig. Das merkt man in jedem Training - klar wird auch mal die individuelle Klasse Spiele entscheiden, aber wir können nur gut verteidigen, wenn alle elf Spieler mitmachen.

Wie zufrieden sind Sie mit elf Punkten aus zehn Spielen?

Cecen:Wir hatten ein, zwei Spiele, in denen mehr drin war. Aber die Punkteausbeute ist okay. Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Wenn uns das gelingen sollte, wäre das ein großer Erfolg. Dann kann man Schritt für Schritt weiterschauen.

In der Auswärtstabelle ist Gießen Sechster, in der Heim-Tabelle nur 16. Worauf führen Sie es zurück, dass von den elf Punkten zehn auswärts und nur einer im heimischen Waldstadion geholt wurde?

Cecen:Klar kann man sagen, dass wir auswärts in Koblenz, Pirmasens und Balingen gespielt haben und wir zu Hause schwerere Gegner hatten. Aber das lasse ich nicht gelten. Ich kann es ehrlich gesagt nicht erklären. Ich finde es richtig geil, dass der Regionalliga-Fußball in Gießen so gut angenommen wird. Wir sind in der Zuschauertabelle, glaube ich, Dritter (hinter Offenbach und Saarbrücken, mit durchschnittlich 2520 Besuchern pro Partie, Anm. d. Red.). Das hemmt nicht, das pusht. Wenn 2000 oder mehr Zuschauer da sind, hast du richtig Bock auf das Spiel. Ich rechne das den Zuschauern hoch an, dass sie trotz der mäßigen Ausbeute so zahlreich kommen. Von daher müssten wir eigentlich zehn Heimpunkte und einen Auswärtspunkt haben.

Zudem wurde in fünf Heimspielen noch immer kein Tor geschossen.

Cecen:In der Regionalliga ist es grundsätzlich schwerer, Tore zu schießen. Du bekommst vielleicht vier, fünf Torchancen im Spiel. Davon solltest du mindestens eine nutzen, eiskalt sein. Das ist uns zu Hause bislang nicht gelungen. Zudem arbeiten wir alle etwas mehr in der Defensive - ich würde mich beispielsweise besonders für Noah Michel freuen, wenn er treffen würde. Ich habe auch noch nicht getroffen - muss ich aber persönlich auch nicht, wenn wir als Team dafür erfolgreich sind.

Wo sehen Sie, abgesehen von der bedeutsamen Effektivität, in Sachen Toreschießen Steigerungspotenzial?

Cecen:Wir können Offensivsituationen nach Ballgewinn noch besser ausspielen. Bei Standardsituationen sind wir in den letzten Wochen schon gefährlicher geworden - Tore müssen trotzdem mehr herausspringen. Bislang hat das nur in Balingen beim Tor von Jake Hirst geklappt.

Am Samstag geht es nach Alzenau. Im Vorjahr gewann Gießen dort noch 2:0, mittlerweile steht der kleine FC Bayern in der Regionalliga fünf Zähler vor Gießen. Mit welchem Spiel rechnen Sie?

Cecen:Es wird, wie meistens in der Regionalliga, ein 50:50-Spiel. Vergleiche zur Vorsaison braucht man nicht mehr ziehen, beide Mannschaften haben sich verändert. Alzenau hat sich gut verstärkt - aber wir verstecken uns nicht und fahren dorthin, um zu gewinnen. Und natürlich würden wir unseren Zuschauern danach in den Heimspielen gerne endlich ein Tor und einen Dreier schenken.

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