Das Retter-Shirt des FC Gießen wird nun außerhalb des Waldstadion veräußert - im Shop von Printline. (Foto: pv)
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FC Gießen: Unsicherheit über Folgen von Corona

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Der finanziell angeschlagene Fußball-Regionalligist FC Gießen muss seinen Rettungsplan nun fernab vom Spielgeschehen durchziehen.

Der Trainingsbetrieb läuft normal weiter, der Rettungsplan wird nun außerhalb des Waldstadions verfolgt: Welche Folgen die coronabedingte Spielpause in der Fußball-Regionalliga Südwest für den finanziell angeschlagenen FC Gießen hat, ist noch ungewiss.

FC Gießen helfen nur Zuschauerzahlen über 1000

Über 200 000 Euro fehlen zur Restfinanzierung der Saison und um eine Insolvenz zu umgehen – Zuschauereinnahmen und viele persönliche Gespräche mit potenziellen Rettern am Spieltag würden beim Auftreiben der Summe helfen. Der kommissarische Geschäftsführer Markus Haupt sagte gestern aber: "Ein Heimspiel mit weniger als 1000 Zuschauern kostet uns einen vierstelligen Betrag." Da ohnehin nicht mehr als 1000 Besucher erlaubt gewesen wären, fällt das Ticketargument schon mal weg.

Haupt: "Das gibt uns Zeit, uns zu sortieren"

Allerdings sollten Flyer, die auf den "Club der 200" hinweisen, verteilt werden: 200 Personen werden gesucht, die je 1000 Euro an den FC Gießen überweisen – im Falle der Rettung winkt den Geldgebern eine Verewigung auf der Retter-Tafel am Haupteingang des Waldstadions. Zudem sollten Retter-Shirts für 20 Euro pro Stück verkauft werden – "dass wir die Aktionen im Waldstadion nun nicht durchführen können, tut weh", sagt Haupt. Andererseits: "Das gibt uns Zeit, uns zu sortieren."

Cimen: "Von einem Gehaltsverzicht halte ich nicht viel"

Die erste Welle der Resonanz auf den "Club der 200" sei zudem "überraschend positiv", erklärte Haupt. Auf die Frage, ob ein Verzichten auf Gehalt vonseiten der Mannschaft für die Rettung denkbar sei, antwortete Trainer Daniyel Cimen am Freitag: "Ich halte davon während einer Saison nicht viel. Die Mannschaft hat sportlich zuletzt Charakter gezeigt, das sollte die allerletzte Option sein." Das Team, das die letzten beiden

Pflichtspiele gewann, trainiert nach aktuellem Plan in der kommenden Woche normal weiter. "Wir hätten am Samstag gegen Balingen natürlich gerne gespielt, weil wir gut drauf sind. Aber es geht um das Wichtigste im Leben, die Gesundheit."

Hessenpokal-Halbfinale wird verlegt werden müssen

Für 14 Tage ruht der Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga Südwest vorerst. In der Stellungnahme vom Freitag heißt es: "Wir werden die weiteren Entwicklungen intensiv beobachten und sorgfältig prüfen, inwieweit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Vorgaben der Behörden möglich ist."

Fest steht: Bis zum 10. April dürfen im Landkreis Gießen keine Veranstaltungen ausgetragen werden, die über 1000 Besucher anlocken. Bis zu diesem Datum ruht auch der Spielbetrieb des Hessischen Fußballverbandes, dazu zählt der Hessenpokal. Im Halbfinale wollte der FC im Waldstadion am 8. April gegen den TSV Steinbach Haiger ordentlich Kasse machen – wann das Spiel nun tatsächlich ausgetragen wird, ist offen. In einem möglichen Finale würde man übrigens auf den FSV Frankfurt treffen.

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