Allein auf weiter Flur: Gießens Neuzugang Marcel Mansfeld wird zur Pause eingewechselt, findet im Angriff gegen fünf Hoffenheimer Verteidiger aber keine Unterstützung. FOTO: FRIEDRICH
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Allein auf weiter Flur: Gießens Neuzugang Marcel Mansfeld wird zur Pause eingewechselt, findet im Angriff gegen fünf Hoffenheimer Verteidiger aber keine Unterstützung. FOTO: FRIEDRICH

FC Gießen

FC Gießen: Trainer Cimen beklagt Chancenwucher

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Nach der nächsten Niederlage gegen die TSG Hoffenheim II ist für Fußball-Regionalligist FC Gießen klar: Viel weiter runter in der Tabelle geht’s nicht. Die nächste englische Woche wartet.

Am Sonntagnachmittag rutschte der FC Gießen dann doch noch auf jenen Platz, der ihm schon am Samstag über lange Spielzeit hin drohte und nur durch den verpassten Sieg von Eintracht Stadtallendorf erspart blieb: Rang 21 – der FC Gießen befindet sich nun auf dem vorletzten Tabellenplatz der Fußball-Regionalliga Südwest.

Der Samstag, an dem der FC Gießen seinerseits erneut mit 1:2 (1:2) gegen die TSG Hoffenheim II verlor, zeigt: Die Mittelhessen müssen aufpassen, nicht in schöner Regelmäßigkeit in Schönheit zu verlieren - viel weiter runter in der Tabelle geht es nicht mehr.

FC Gießen: "Die Tabelle ist noch Nebensache"

"Die Tabelle ist noch Nebensache", sagt FC-Trainer Daniyel Cimen. "Aber irgendwann schaut man drauf und dann zählen nur Punkte, klar." Punkte und Tore - die zwei elementarsten Messwerte im Fußball bereiten dem FC Gießen aktuell Kopfschmerzen.

Mit dem Herausspielen von Großchancen tun sich die Rot-Weißen selten schwer - mit dem Toreschießen dann aber schon. "Wieder hatten wir gegen Hoffenheim II zu Beginn die Riesenchance. Es ist dassechste, siebte Mal, dass wir blank auf den Torwart zulaufen und kein Tor erzielen", erklärte ein enttäuschter Gießener Trainer nach der sechsten Saisonniederlage - Cimen beklagt den Chancenwucher.

FC Gießen: "Nur verteidigen und hoffen, dass der Gegner kein Tor erzielt, das klappt nicht"

Gegen die Bundesliga-Reserve aus dem Kraichgau fand sich Gießens Johannes Hofmann nach Traumpass von Nikola Trkulja frei vor dem Tor wieder und schoss Hoffenheims Schlussmann nach fünf Minuten an - acht Minuten später klingelte es auf der Gegenseite beim Treffer von Chinedu Ekene (13.).

"Gerade bei englischen Wochen, in denen die Müdigkeit früher oder später spürbar wird, tut es gut, in Führung zu gehen. Wenn du die Effektivität nicht hast, wird es schwierig. Nur verteidigen und hoffen, dass der Gegner kein Tor erzielt, das klappt nicht", sagt Cimen.

FC Gießen: "Wenn man einer U23 die Räume gibt..."

Der FC spielt flüssiger und besser als im Vorjahr, vollendet seine Aktionen aber zu selten. Allzu sattelfest ist die Verteidigung auf Strecke auch nicht, sodass das Ergebnis beim Versieben von Großchancen und dem Fangen des ein oder anderen Gegentors auf der Hand liegt: Keine Punkte.

Gegen die schnellen Hoffenheimer tat sich der FC nach dem Rückstand vor 180 Zuschauern zunächst schwer. "Wenn man einer U23 die Räume gibt und sie ins Spielen kommen, können diese Teams jeden in der Liga schlagen", meinte Gießens Torschütze Aykut Öztürk. Nachdem die Hoffenheimer durch Alfons Amade (31.) nach schöner Kombination zum 2:0 trafen, erzielte Öztürk nach Foul an ihm selbst in der 36. Minute vom Elfmeterpunkt aus den Anschlusstreffer. "Eigentlich war das ideal", wusste der 32-Jährige.

FC Gießen: In Hälfte zwei nur noch "kick-and-rush"

Den Gießenern aber fehlten in Hälfte zwei Kraft und Kreativität. Das Fehlen der verletzten Milad Salem und Dren Hodja sowie die frühe Auswechslung von Tim Korzuschek machten sich bemerkbar. So verfuhr der FC im zweiten Durchgang nach dem "kick-and-rush"-Modell. "Hoch und weit bringt Sicherheit" galt dabei eher für den Gegner, der die Bälle oft leicht abfangen konnte.

Bis auf einen scharf getretenen Freistoß von Trkulja kurz vor Abpfiff brachte Gießen keine Torgefahr zustande - und steht nun vor der nächsten englischen Woche mit zwei Auswärtsspielen binnen weniger Tage. Am Dienstag (19 Uhr) geht’s zum Tabellen-17. VfR Aalen, am Freitag erneut auswärts zur TSG Balingen (18.30 Uhr). Dann werden elf Partien absolviert und eine erste Zwischenbilanz erlaubt sein.

"Wir müssen einen Schritt mehr machen, eine Schippe drauflegen", fordert Öztürk. Helfen soll auch dann die beiden Neuzugänge der vergangenen Woche, Niclas Mohr und Marcel Mansfeld - beide zeigten gute Ansätze. Über diese verfügt zweifelsfrei das gesamte Team - die Belohnung steht bislang aus.

FC Gießen: Löhe - Weiß, Boras, Heil, Mohr - Tyminski - Trkulja, Hofmann - Bangert (46. Mansfeld), Öztürk, Korzuschek (39. Münn, 71. Erkilinc).

TSG Hoffenheim II: Philipp - Görlich (78. Lässig), Zeller, Rüth, Kölle, Beyreuther (74. Geschwill) - Szarka - Amade, Ludwig - Ekene, Monteiro-Mendes (68. Cakar).

Im Stenogramm:  Tore: 0:1 (13.) Ekene, 0:2 (31.) Amade, 1:2 (36., FE) Öztürk. - Z.: 180. - SR: Timo Klein (Wiebelskirchen).

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