Holger Badstuber weist 37 Champions-League-Einsätze auf und spielt derzeit für den VfB Stuttgart II in der Regionalliga Südwest.
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Holger Badstuber weist 37 Champions-League-Einsätze auf und spielt derzeit für den VfB Stuttgart II in der Regionalliga Südwest.

FC Gießen

FC Gießen vor Saisonstart: Gegen Badstuber und viele hessische Rivalen

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Die Ungewissheit vor der heute startenden Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest ist angesichts von Corona groß - die Attraktivität angesichts von Ex-Profis und vielen Lokalrivalen aber auch.

Mit fünf Fragen und Antworten rund um Titelkandidaten, interessante Personalien und Zuschauerfragen stimmen wir Sie ein auf die für den FC Gießen heute (18.30 Uhr, bei der SV Elversberg) beginnende Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest.

Wer spielt um die Meisterschaft?

19 von 22 befragten Trainern der Regionalliga Südwest trauen der SV Elversberg am ehesten den Sprung in Liga drei zu. Der Vorjahresdritte, trainiert vom profierfahrenen 51-jährigen Horst Steffen, hat sich namhaft verstärkt und wirkt stabil. Neben dem TSV Steinbach Haiger, der zwar zu Saisonbeginn auf viele Leistungsträger verzichten muss, qualitativ aber einen breiten Kader besitzt, wird vor allem der SSV Ulm genannt.

»Wir haben in den nächsten Jahren schon das Ziel, in die 3. Liga aufzusteigen«, sagt der 45-jährige Trainer Holger Bachthaler, einst in der Jugend von RB Leipzig aktiv. Ein Grund für die hohe Einschätzung der Ulmer Leistungsfähigkeit: Der 6:0-Sieg im Landespokal Anfang August gegen Drittliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach.

In der »zweiten Reihe« lauern die Offenbacher Kickers mit ihrem 43-jährigen Ex-Profi Angelo Barletta an der Seitenlinie und der FC Homburg mit dem aus Haiger bekannten 53-jährigen Übungsleiter Matthias Mink.

Welche Personalien sind besonders interessant?

Ex-Nationalspieler Holger Badstuber, der es auf 37 Champions-League-Einsätze bringt, spielt derzeit für den VfB Stuttgart II. Der 31-Jährige wurde von den Profis aussortiert und darf wohl ablösefrei wechseln, läuft bis auf Weiteres aber für die Reserve auf. Der FC Gießen würde am Wochenende des 4. bis 6. Dezember gegen den VfB Stuttgart II im Waldstadion spielen.

Auf 131 Bundesliga-Einsätze bringt es der 32-jährige Johannes Flum. Der Ex-Eintrachtler spielt als erfahrener Akteur für die junge Reserve des SC Freiburg. Ebenfalls interessant: Der 23-jährige Stürmer Joao Klauss kam aus Österreich zur TSG Hoffenheim und könnte sich zunächst in der zweiten Mannschaft beweisen. Sein Marktwert beläuft sich laut transfermarkt.de aktuell auf zwei Millionen Euro. Der FC Gießen empfängt die TSG Ende Oktober im Waldstadion.

Welche Neulinge sind in der Regionalliga Südwest dabei?

Mit dem früheren Zweitligisten KSV Hessen Kassel und den Feierabendfußballern von Eintracht Stadtallendorf sind zwei weitere lokale Konkurrenten des FC Gießen aus der Hessenliga aufgestiegen.

Der 36-jährige Tobias Damm ist seit Oktober 2019 Trainer in Kassel. Der 53-jährige Dragan Sicaja, im Hauptberuf Industriekaufmann, steht seit bald einem Jahrzehnt als Coach an der Seitenlinie in Stadtallendorf.

Nach sechs Jahren Drittliga-Zugehörigkeit ist die SG Sonnenhof Großaspach abgestiegen. Trainer ist der aus Zeiten beim FSV Frankfurt und Kickers Offenbach bekannte 63-jährige Hans-Jürgen Boysen. Alt bekannt ist auch Wieder-Aufsteiger VfB Stuttgart II, der vom 42-jährigen Ex-Profi Frank Fahrenhorst gecoacht wird.

Letzter Neuling ist der TSV Schott Mainz. Die Mainzer werden bereits seit 2016 vom 45-jährigen Sascha Meet trainiert, der sagt: »Da wir mit Abstand über den geringsten Etat in der Liga verfügen, sind wir der größte Außenseiter.«

Wie verhält es sich angesichts der Pandemie mit den Zuschauern?

Klar scheinen momentan drei Dinge zu sein: Gästefans werden nicht erlaubt, angesichts der Infektionszahlen übersteigen die erlaubten Zuschauerkapazitäten seltenst die Tausender-Grenze, lokale Unterschiede sind zur Gewohnheit geworden. Während in Offenbach durch die hohen Infektionszaheln in der Stadt am ersten Heim-Spieltag gegen Bahlingen keine Zuschauer kommen dürfen, rechnet der TSV Steinbach Haiger mit 580 zugelassenen Zuschauern.

Der FC Gießen hofft nach wie vor auf eine Genehmigung des Gesundheitsamtes für eine Besucherzahl um die 1000. Tickets wird es nur über den Online-Verkauf vorab geben.

Wen sollte der FC Gießen im Kampf um den Klassenerhalt hinter sich lassen?

Grundsätzlich jedenfalls mindestens sechs, besser mehr Teams. Die feste Zahl von sechs Absteigern könnte sich durch ein Runterrutschen der Drittligisten Waldhof Mannheim, 1. FC Kaiserslautern oder 1. FC Saarbrücken noch erhöhen. Einige Konkurrenten werden sich im Saisonverlauf erst herauskristallisieren, andere die Erwartungen übertreffen.

Auf ungefährer Augenhöhe dürfte sich der FC Gießen aktuell mit folgenden Teams bewegen: TSV Schott Mainz, TuS RW Koblenz, FC Bayern Alzenau, Eintracht Stadtallendorf, KSV Hessen Kassel, TSG Balingen, FK Pirmasens, VfR Aalen, FSV Frankfurt, Bahlinger SC. Schwer einzuschätzen bleiben die Reserven aus Mainz und Stuttgart.

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