Szene mit Symbolcharakter: Gießens Dren Hodja (Mitte) mit den Koblenzern Christopher Spang (l.) und Justin Klein.
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Szene mit Symbolcharakter: Gießens Dren Hodja (Mitte) mit den Koblenzern Christopher Spang (l.) und Justin Klein.

FC Gießen

FC Gießen nach erstem Sieg: Krampf, Kampf, Kollektivjubel

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Der erste Sieg in der jungen Saison der Fußball-Regionalliga Südwest, sollte dem FC Gießen Auftrieb geben. Sorgen macht die nächste Verletzung - es ist bereits die dritte binnen einer Woche.

Wer am heutigen September-Montag einen Blick auf die Tabelle der Regionalliga Südwest wirft und dabei die FC-Brille trägt, könnte gut und gerne sagen: So kann das Tableau Bestand haben, selbst eine Quotientenregel würde dem FC Gießen den Klassenverbleib bescheren.

Wer am vergangenen September-Samstag im Waldstadion zugegen war, wird aber nicht nur wissen, dass diese Saison 42 Spieltage lang werden soll, er oder sie wird auch Lust verspüren auf weitere Heimspiele mit solch einem Spannungsbogen.

Gäste-Trainer Heiner Backhaus: "Super Ambiente"

Nach dem 3:2 (0:1) und dem ersten Saisonsieg des FC Gießen über TuS Rot Weiß Koblenz lässt sich konstatieren: Die beiden ersten Heimauftritte vor 515 zugelassenen Zuschauern waren äußerst unterhaltsam.

Im Schnitt fielen vier Treffer, bis in die Nachspielzeit hinein waren die Duelle geprägt von Spannung, die Zuschauer sorgen aktuell für eine gute Stimmung im Waldstadion.

So schwärmte auch Gäste-Trainer Heiner Backhaus von einem "super Ambiente" - Gießens Trainer Daniyel Cimen erklärte: "Dafür spielen wir Fußball. Wir hoffen, dass wir bald vor mehr Zuschauern spielen dürfen."

FC-Trainer Daniyel Cimen: "Man hatte das Gefühl: Wir müssen, müssen, müssen"

Vom 35-Jährigen, der in diesem Monat sein dreijähriges Dienstjubiläum in Mittelhessen feiert, fiel nach dem ersten Erfolg in der jungen Saison "viel, viel Last ab".

Erst verkrampfte der FC Gießen gegen Koblenz, dann kämpfte er sich in die Partie, ehe nach der Partie kollektiv gefeiert wurde: Krampf, Kampf, Kollektivjubel!(Der Live-Ticker zum Nachlesen)

"Schlechter geht es einfach nicht", sagte Daniyel Cimen zur ersten Halbzeit seiner Mannschaft. "Man hat gesehen, dass wir gegen Homburg und Elversberg nichts zu verlieren hatten und man nun das Gefühl hatte: Wir müssen, müssen, müssen."

Der FC, in schwarz spielend, tat sich schwer, kassierte nach zwölf Minuten nach einer Ecke das 0:1 per Kopf, erzielt von RW-Akteur Valdrin Mustafa, und schaffte es nicht, sich von der Entwicklung des Spiels zu befreien. "Jeder zweite Pass war ein Fehlpass, wir haben nahezu jeden zweiten Ball verloren. Ich hätte vier- oder fünfmal auswechseln können", erklärte Cimen.

Alle fünf Tore fallen nach Standardsituationen

In Halbzeit zwei sollte es besser werden, und zwar auf äußerst kuriose Art und Weise: Eine schnell und flach getretene Ecke des erstmals in der Startelf stehenden Neuzugangs Dren Hodja rutschte durch alle Koblenzer hindurch, Gießens Bester am Samstag, Tim Korzuschek, schob zum 1:1 (49.) ein. "Auf einmal waren wir präsent, der frühe Ausgleich war wichtig, wir haben an uns geglaubt. Das war eine tolle Reaktion", lobte der Trainer.

Der FC Gießen war nun aggressiver, bekam das Publikum auf seine Seite und traf in der 62. Minute mit dem nächsten Stochertor nach einem Einwurf. Bangert brachte den FC in Führung, Johannes Hofmann erhöhte mit einem traumhaften Volleyschuss aus 25 Metern an den Innenpfosten in der 71. Minute auf 3:1.

Vier Minuten später fand Koblenz nach einer Ecke und einem Kopfball von Felix Käfferbitz zum Anschluss (75.), konnte danach aber keine Impulse mehr setzen.

FC Gießen: Die Verletzungen machen Sorgen

"Fünf Tore nach Standardsituationen in einem Spiel habe ich auch noch nie erlebt", räumte Gästetrainer Backhaus ein. Symbolisch seine Aussage: "Man hat gesehen, dass im Abstiegskampf die Mannschaft das Problem hat, die den Ball hat."

Ein Problem zeichnet sich für den FC Gießen aktuell insofern ab, als dass mit dem 32-jährigen Stürmer Aykut Öztürk der nächste Spieler verletzt auszufallen droht. Mitte der ersten Hälfte muste er ausgewechselt werden, "es ist eine muskuläre Geschichte, ein Muskelfaserriss wird es wohl mindestens sein", sagt Gießens Trainer.

Es wäre der dritte Muskelfaseriss binnen einer Woche nach den Ausfällen von Verteidiger Jure Colak und Offensivakteur Milad Salem. Cimen: "Diese fünf Monate Pause kannst du nicht komplett kompensieren. Diese kleineren fußballspezifischen Bewegungen kann man trotz viel Lauftraining einfach nicht ersetzen."

Das positive Gefühl in Gießen aber überwiegt: Nach dem ersten Saisonsieg in der Vorsaison (1:0 in Pirmasens) fiel ebenfalls viel Last ab, damals zeigte der FC Gießen im Spiel danach gegen den TSV Steinbach Haiger eine seiner besten Saisonleistungen. Am Samstag (14 Uhr) gastiert der FC beim FSV Frankfurt.

FC Gießen:  Löhe - Weiß, Starostzik, Heil, Markovic - Münn (35. Hofmann), Hodja (73. Takehara), Trkulja - Bangert, Öztürk (35. Tyminski), Korzuschek.

RW Koblenz:  Gaye - Salla, Taag (48. Weidenbach), Miotke, Stojanovic - Spang - Klein (85. Sagat), Ceylan, Fouley - Ivicic (59. Käfferbitz), Mustafa.

Im Stenogramm:  Tore: 0:1 (12.) Mustafa, 1:1 (49.) Korzuschek, 2:1 (62.) Bangert, 3:1 (71.) Hofmann, 3:2 (75.) Käfferbitz. - Bester FC-Spieler: Tim Korzuschek. - Zuschauer: 515 (ausverkauft). - Schiedsrichter: Jan Dennemärker (Schwarzenholz).

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