So sah das am Samstag im Waldstadion auf der Stehplatztribüne aus: 415 Besucher kamen.
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So sah das am Samstag im Waldstadion auf der Stehplatztribüne aus: 415 Besucher kamen.

FC Gießen

FC Gießen: Mehr Mutmacher als Punkte

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Im Fußball geht’s um Tore und Punkte: Beides fehlt dem FC Gießen noch, um besser dazustehen als auf Platz 19 der Regionalliga. Die gute Leistung soll am Dienstag in Offenbach wiederholt werden.

Wer gute Leistungen bringt und letztlich trotzdem unzufrieden ist, der ist in aller Regel auf einem guten Weg: Der FC Gießen hadert nach dem Versieben etlicher Großchancen mit dem 1:1 (1:0) vom Samstag gegen die SG Sonnenhof Großaspach, steht er damit schließlich nun auf Tabellenplatz 19 der Fußball-Regionalliga Südwest.

Aus den letzten beiden Partien in Walldorf und gegen Großaspach wurden nun vier Zähler geholt, gerne wird der Satz bemüht: "Auf diesen Schnitt kann man aufbauen." Am Dienstag geht’s für den FCG zu den Kickers nach Offenbach - sollte der "Schnitt" dort fortgeführt werden, haben sich die Mittelhessen tatsächlich stabilisiert.

Gegen Großaspach gelang es dem FC Gießen vor 415 Zuschauern dank eines spielstarken Mittelfelds, allen voran um Dren Hodja, immer wieder schnelle Schnittstellenpässe zu spielen und Stürmer Jann Bangert in exzellente Schussposition zu bringen. Nach 15 Minuten gelang ihm auch das 1:0, ansehnlich schlenzte er den Ball um Gästekeeper David Nreca-Bisinger ins Netz. Danach aber erinnerte sich Bangert zu selten an jenen Erfolgsmoment - etliche Großchancen wurden verballert, nicht nur von ihm, auch vom agilen Tim Korzuschek.

So fing sich der FC Gießen in der 62. Minute wie so oft im Fußball als Art Bestrafung mit der ersten echten Offensivaktion der Gäste nach einem Konter das 1:1 durch Marvin Cuni und konnte kurz darauf froh sein, nicht sogar in Rückstand zu geraten.

Gute Leistung - aber "nur" ein Punkt, wie auch der den wegen einer Magen-Darm-Verstimmung fehlenden Chef Daniyel Cimen vertretende Co-Trainer Marcel Niesner meinte: "Der Gegner hat uns viel angeboten. Wir hatten viele Tiefenläufe und viele Chancen. Wenn wir das 2:0 machen, ist das Ding durch."

Ob die vielen herausgespielten Offensivaktionen Mut machen? "Wir sind an einem Punkt, an dem ich sage: Man kann auch für alles Entschuldigungen finden. Wenn wir die Chancen rein machen, hätten wir jetzt mehr Punkte. Es fehlt oft eine Kleinigkeit, um die Spiele zu gewinnen. Am Ende haben wir einen Punkt und das ist heute zu wenig."

Positive Gießener Ansätze ließen sich in dem Spiel gegen den trotz etlicher Profierfahrung enttäuschenden Drittliga-Absteiger von Trainer Hans-Jürgen Boysen einige finden.

So stabilisiert sich der FCG insgesamt in seinen Leistungen, der groß gewachsene Abwehr-Neuzugang Marco Boras gewinnt jedes Kopfballduell, das Mittelfeld findet zu sich, der Einsatz samt Unterstützung von der Waldstadion-Tribüne stimmt.

Auf der anderen Seite stehen die Rot-Weißen im Tabellenkeller mit dem Gastspiel in Offenbach vor der Brust. Deren Coach Angelo Barletta, am Samstag in Gießen anwesend, sagt: "Ich war überrascht, wie gut Gießen das Profi-Team aus Großaspach in Schach gehalten hat. Sie waren top diszpiliniert, hätten den Sieg verdient gehabt und haben auf mich stabiler gewirkt." Er sah aber auch, woran es im Gießener Spiel am meisten hapert: Am Abschluss.

Acht Saisontore - nur zwei Teams haben bislang seltener getroffen. Immerhin: Im Vorjahr gab es in der gesamten Spielzeit kaum Torgefahr aus dem Mittelfeld (zwei Treffer), nun sind es bereits fünf Tore, durch Tim Korzuschek (2), Nikola Trkulja, Milad Salem und Johannes Hofmann.

Am Dienstag (19 Uhr) geht es für den FC nun auf den Bieberer Berg - zwei weitere englische Wochen werden danach folgen. Marcel Niesner: "Spiel, Regeneration, Analyse, Spiel - so sieht unser Rhythmus derzeit aus. Ein richtiges Training findet nicht mehr statt."

FC Gießen: Löhe - Weiß, Boras, Heil, Markovic (67. Landu Mateus) - Trkulja - Hofmann, Salem - Korzuschek (82. Öztürk), Bangert, Hodja (67. Takehara).

SG Sonnenhof Großaspach: Nreca-Bisinger - Gipson, Leist, Gehring, Brändle (62. Held) - Jüllich, Owusu - Ivan (62. Meiser), Cuni - Ferdinand, Widemann (46. Gerezgiher).

Im Stenogramm: Tore: 1:0 (15.) Bangert, 1:1 (62.) Cuni. - Z.: 413. - SR Edrich (Bliesen).

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