+

FC Gießen

FC Gießen: Hälfte der Geldgeber schon wieder weg

  • schließen

Rückschlag für den finanziell angeschlagenen Fußball-Regionalligisten: Drei der sechs Investoren haben dem FC Gießen wieder den Rücken gekehrt.

Auf dem Weg zur finanziellen Rettung hat Fußball-Regionalligist FC Gießen in diesen Tagen einen herben Rückschlag erlitten: Drei der sechs Investoren, die sich zur Gründung einer Sponsoren-GmbH gefunden hatten, sind in dieser bzw. bereits der letzten Woche wieder abgesprungen.

Das bestätigte der kommissarische Geschäftsführer des FC Gießen, Markus Haupt, vor dem Freitagabendspiel beim FSV Frankfurt: "Ja, drei Geldgeber haben sich wieder zurückgezogen, das ist bitter."

Aufzubringende Summe übersteigt 200 000 Euro deutlich

Auf die Frage nach den Gründen für den überraschenden Rückzug sagte Haupt: "Alle drei kamen nicht aus dem Fußballgeschäft – es hat einfach nicht gepasst." Die Vorstellungen der drei Geschäftsleute und der Vereinsführung drifteten weit auseinander – ob sich der FC solche Meinungsdifferenzen mit Geldgebern in seiner derzeitigen Lage leisten kann?

- Lesen Sie auch: Sportlich läuft es gut: FC Gießen feiert Auswärtssieg beim FSV Frankfurt - 

Damit erhöht sich die zur finanziellen Absicherung notwendige Summe von 200 000 Euro deutlich – auch das bestätigte Haupt: "Der Rückzug hat Einfluss darauf." Ursprünglich hatten sich Ende des vergangenen Jahres sechs Geldgeber gefunden, die je mindestens einen mittleren fünfstelligen Betrag in den FC Gießen stecken wollten – gemeinsam wurde so bereits unter anderem die Zahlung des Januar-Gehalts gestemmt.

Drei Geldgeber bleiben übrig - und wollen weiterhin einsteigen

Nun hat sich die Zahl der Investoren also halbiert – die aktuell übriggebliebenen drei Geldgeber sind weiterhin gewillt, den FC über Wasser zu halten. Sie wollen in die zu gründende Sponsoren-GmbH einsteigen, unterschrieben ist freilich noch nichts.

- Der Live-Ticker vom Derbysieg beim FSV Frankfurt zum Nachlesen - 

Die Zahlung des Februar-Gehalts wurde laut Haupt am Donnerstag dieser Woche angewiesen, der mittlerweile zurückgetretene Geschäftsführer Jörg Fischer hat zudem das noch offene Gehalt aus dem alten Jahr 2019 mit seinen Partnern übernommen und beglichen. Nun muss der FC unter erneut erschwerten Bedingungen weit über 200 000 Euro zur Rettung aufbringen – andernfalls droht die Insolvenz.

Haupt: "Das sehe ich nicht als Fehler an"

Fraglich erscheint spätestens jetzt die Handlungsweise in der Winterpause, in der noch nicht mit offenen Karten gespielt und sogar Spieler wie Kevin Pezzoni oder Manuel Konate-Lueken verpflichtet wurden – im Wissen, dass ein beträchtlicher Betrag zur Restfinanzierung der Saison 2019/20 fehlt.

Angesprochen auf diese Thematik erklärt Haupt, ohne den das Schiff vermutlich schon längst gesunken wäre: "Wir haben im Winter alle Szenarien durchgesprochen – auch die, dass wir uns von teuren Spielern trennen und den Abstieg mehr oder weniger inkauf nehmen. Aber wir sind davon ausgegangen, dass uns dann die Zuschauer fehlen. Wir wollen die Regionalliga Südwest halten, es war eine sportliche Entscheidung. Und dazu stehe ich auch, ich sehe das nicht als Fehler an."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare