Torwarttrainer Elvir Smajlovic.
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Elvir Smajlovic löst Jörg Kässmann als Torwarttrainer beim FC Gießen ab.

FC Gießen

FC Gießen: Zwischen Spar-Kurs und Neuverpflichtungen

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Notvorstand Turgay Schmidt erklärt das Handeln des FC Gießen zwischen notwendigem Spar-Kurs und sportlicher Verstärkung für die Regionalliga Südwest.

  • FC Gießen bereits mit drei Neuzugängen vor dem Restrundenstart
  • Notvorstand Schmidt: „Wichtig, dass der Verein selbst finanziell nicht belastet wird“
  • Elvir Smajlovic löst Jörg Kässmann als Torwarttrainer ab

Drei Neuzugänge hat der finanziell klamme FC Gießen in der Winterpause der Fußball-Regionalliga Südwest bisher verpflichtet: Michael Fink, Gino Parson und Antonyos Celik. Das warf bei vielen heimischen Anhängern angesichts des notwendigen Spar-Kurses Fragen auf. FC-Notvorstand Turgay Schmidt bezieht Stellung und erklärt das derzeitige Handeln des heimischen Viertligisten: »Diese drei Spieler, Fink, Parson und Celik, werden durch Geldgeber finanziert, die bislang keine Sponsoren des FC Gießen waren und die nun die Kosten für diese Spieler stemmen.«

Der Gießener Rechtsanwalt, vom Amtsgericht bestellt, sagt: „Wenn wir die Mannschaft sportlich verstärken und damit die Wahrscheinlichkeit für den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest erhöhen können, dann tun wir das. Denn die Regionalliga bietet für die Zukunft des FC Gießen eine hohe Attraktivität. Wichtig ist in erster Linie aber, dass der Verein selbst finanziell nicht belastet wird.«

FC Gießen: Kässmann-Nachfolger arbeitete einst mit Daniyel Cimen zusammen

So versucht der vom Amtsgericht bestellte Notvorstand zweigleisig zu fahren: Auf der einen Seite folgt der Rechtsanwalt einem strukturellen konsequenten Spar-Kurs, auf der anderen Seite wehrt er sich nicht gegen zusätzliche Gönner, die das Gehalt von sportlichen Neuverpflichtungen übernehmen.

Mittlerweile wurde ein Nachfolger für den in Lindenstruth lebenden Torwarttrainer Jörg Kässmann, der zum Jahreswechsel gehen musste, gefunden. Der 43-jährige Elvir Smajlovic trainiert ab sofort die Schlussmänner des FC. Smajlovic arbeitete in der Saison 2015/16 zusammen mit Cheftrainer Daniyel Cimen bei Rot Weiß Frankfurt und leitete in dieser Woche bereits die Übungen mit den Keepern.

Fest angestellt beim Verein ist ab sofort Greenkeeper Horst Viehl. Er pflegt den Rasen im Waldstadion, auf dem am Samstag der Start in die Restrunde erfolgen soll.

Antonyos Celik wechselt im Januar 2021 zum FC Gießen.

Der FC Gießen hat noch 28 Partien zu absolvieren, die erste folgt am Samstag (14 Uhr, Waldstadion) gegen den TSV Steinbach Haiger. Die Gießener sind als Tabellenvorletzter im Derby gegen den aktuellen Zweiten der Südwest-Staffel Außenseiter. Die Partie wird im Livestream übertragen (www.the-leagues.com/fcgiessen), ein Ticket kostet fünf Euro. Unterstützung erhält der FC dabei und generell in der Öffentlichkeitsarbeit künftig von der Medienagentur Wearehype.

FC Gießen: Kunstrasen an der Miller Hall wäre Ausweichspielort

»Sollte von Freitag auf Samstag kein plötzlicher Wintereinbruch kommen, wird auf Rasen gespielt«, erklärt Schmidt. Ausweichspielstätte auf Kunstrasen wäre die Miller Hall, bei der es allerdings logistische Herausforderungen zu bewältigen gäbe. So halten unter anderem die Kabinen den Corona- und Regionalliga-Vorgaben kaum stand.

Alle drei Neuzugänge sind eine Option für den Kader am Samstag

Trainer Daniyel Cimen

Alle drei Neuzugänge, so Trainer Daniyel Cimen, sind für den Samstag eine »Option für den Kader«. Der Cheftrainer nimmt Stellung zu den Verpflichtungen: »Bei Michael Fink (38, Anm. d. Red.) weiß ich ,was ich an ihm habe, er ist topfit, das beweist er im Training. Gino Parson (41, Anm. d. Red.) kann mit seiner Art und Weise ebenfalls in der Kabine und auf dem Platz auf die Mannschaft einwirken. Wir haben für die junge Mannschaft Leader gesucht, denen man die Führungsrolle nicht aufdrücken muss. Die beiden übernehmen diese Rolle von ihrem Naturell aus.«

Antonyos Celik (+++ zur Erstmeldung der Neuverpflichtung +++), 26, der einst unter anderem für die SV Elversberg und den SV Waldhof Mannheim spielte und in Gießen geboren wurde, sei offensiv flexibel einsetzbar – »er hat seine Torgefahr in der Regionalliga schon nachgewiesen und sieht das noch einmal als große Herausforderung.«

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