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Guiseppe Burgio bringt Torgefahr und Regionalliga-Erfahrung mit zum FC Gießen.

FC Gießen

FC Gießen vor Saisonstart: Kleiner Kader kostet Kraft

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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Erneut hat der FC Gießen einen Riesenumbruch hinter sich: 19 Akteure gingen, 13 neue kamen bisher. Der heimische Fußball-Regionalligist baut auf eine erfahrene Achse, ist aber dünn besetzt.

Kleiner Kader kostet Kraft: Nach den Testspiel-Highlights in der Vorbereitung gegen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt geht der FC Gießen vor dem morgigen Saisonstart bei Astoria Walldorf (14 Uhr) in der Fußball-Regionalliga Südwest personell auf dem Zahnfleisch.

Aktuelle Situation: Der FC verfügt derzeit über 19 Feldspieler, drei davon fallen für den Auftakt am Wochenende verletzungsbedingt definitiv aus, der Einsatz von Routinier Michael FInk steht auf der Kippe. Gleich bei der Auswärtspremiere 2021/22 in Walldorf also zeigt sich, dass der FC personell noch sehr dünn besetzt ist.

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»Wir würden gerne auf bis zu 22 Feldspieler kommen«, sagt Trainer Daniyel Cimen. »Es war die Wunschvorstellung, das früh zu schaffen. Aber ich bin ehrlich, wir haben es nicht hinbekommen.«

Kristian Gaudermann kommt vom lokalen Konkurrenten Eintracht Stadtallendorf.

Fünf Niederlagen, zwei Siege sowie 13:19 Tore stehen nach dem Ende der Vorbereitung zu Buche: Die letzten beiden 0:3-Klatschen gegen die Regionalligisten Wuppertaler SV und Rot Weiß Ahlen schärfen die Sinne vor dem morgigen Saisonstart.

Kommen/Gehen: Die Verteidigung bekommt mit dem heimischen kampfstarken Außenverteidiger Kristian Gaudermann und den jungen Innenverteidigern Ben-Luca Fisher (beide kamen aus Stadtallendorf) und Tobias Reithmeir ein neues Gesicht. Für Gießen-Bezug sorgen die 20- bzw. 19-jährigen Flügelspieler Dennis Owusu und Donny Bogicevic. Mehr Tore erzielen will der FC Gießen mit dem viertligaerfahrenen Stürmer Giuseppe Burgio, der im Schnitt in fast jedem vierten seiner insgesamt 212 Regionalliga-Südwest-Spiel getroffen hat.

Reithmeir, Gaudermann und Burgio statt Starostzik, Boras und Korzuschek

Die Neuzugänge sind auch gefragt, schließlich musste der FC Gießen vier seiner Besten ziehen lassen: Die zuletzt siebtbeste Defensive der Liga machten Hendrik Starostzik (jetzt Hessen Kassel), Marco Boras (jetzt Hoffenheim II) und Gabriel Weiß (jetzt SV Elversberg) aus, zudem wechselte Gießens Top-Scorer Tim Korzuschek zu Drittligist 1. FC Saarbrücken. Die Gießener Johannes Hofmann, Sascha Heil und Andrej Markovic gingen ebenfalls. Insgesamt hat der FC erneut einen großen personellen Umbruch vollzogen: 19 Akteure gingen, 13 neue kamen bisher. Trainer Cimen: »Wir halten die Augen nach Neuzugängen offen.«

Trainer Cimen ist bald vier Jahre im Verein und wird unterstützt von Fink

Eingespieltes Trainerduo: Daniyel Cimen (r.) mit seinem spielenden Assistenten Michael Fink.

Stärken/Schwächen: Die Waldstadion-Truppe weist mit dem 33-jährigen Frederic Löhe einen der besten Torhüter der Regionalliga auf. Die Achse führt sich über den 39-jährigen Michael Fink in der Dreierkette und den 30-jährigen Nikola Trkulja und den 29-jährigen Ali Ibrahimaj im Mittelfeld fort, bis hin zum 32-jährigen Stürmer Guiseppe Burgio. Drumherum tummeln sich viele junge Akteure. »Wir haben eine interessante Mischung im Team«, sagt Trainer Daniyel Cimen.

In der Mammut-Saison 2020/21 belegte Gießen letztendlich Platz elf - diesen erneut zu erreichen, wäre eine große Leistung. Denn die Abgänge von Starostzik, Boras und Korzuschek schmerzen gewaltig. Zu Saisonbeginn kann der kleine Kader bei keinen weiteren Verletzungen ausgeglichen werden, auf Strecke nicht. Trainer Cimen lobt die Mentalität im Team: »Wir hatten in der Vorbereitung Spiele, in denen du stabil bleiben und viel laufen musstest.«

Umfeld/Trainer: Übungsleiter Daniyel Cimen ist seit bald vier Jahren im Verein (offizieller Amtsantritt 24. September 2017) und wird unterstützt von Marco Vollhardt und dem spielenden Assistenten Fink. »Wir wollen für aktiven Fußball mit Emotionen stehen«, sagt der Trainer. Eine Saison ohne Zahlungsnöte ist den Spielern zu wünschen.

Prognose: »Wenn wir am Mittelfeld andocken, haben wir eine gute Saison gespielt«, sagt Cimen. Wenn Korsettstangen wie Löhe, Fink oder Ibrahimaj fit bleiben, sich junge Akteure wie Owusu oder Bogicevic entwickeln und der Teamgeist vorhanden ist, sollte der Klassenerhalt gelingen. Äußerst stabil ist das Gebilde derzeit aber noch nicht.

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