Die Gesellschafter des FC Gießen, Kai Braun und Salvatore Cuneo, sprechen mit Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz im Gießener Waldstadion vor dem Heimspiel des Fußball-Regionalligisten.
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Kai Braun (4. v. l.) und Salvatore Cuneo (3. v. l.) zählen zu den Gesellschaftern der „FCG Offensive GmbH“. Hier befinden sie sich im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

FC Gießen

FC Gießen: Trennung von GmbH vollzogen

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Bewegung beim Fußball-Regionalligisten FC Gießen: Die „FCG Offensive GmbH“ steht in keiner Verbindung mehr zum Verein, der seine Geschäfte nun wieder komplett selbst führt.

  • Der FC Gießen führt seine Geschäfte nun wieder komplett selbst.
  • Sponsorenverträge laufen nicht mehr über die GmbH
  • Vorstand Turgay Schmidt: „Das ist eine deutliche Zäsur. Der FC Gießen funktioniert nur im Gesamten.“

Notvorstand Turgay Schmidt treibt die „Gesundung“ des Fußball-Regionalligisten FC Gießen voran und macht nach einem Treffen mit der „FCG Offensive GmbH“ am Dienstagabend klar, „dass die GmbH ab sofort nichts mehr mit dem FC Gießen zu tun hat. Der eingetragene Verein übernimmt wieder sämtliche Geschäfte. Der FC Gießen ist nun wieder in einer Hand - der Verein funktioniert nur im Gesamten, wenn wir alle Abteilungen, von Jugend bis Regionalliga, gemeinsam betrachten.“

Die „FCG Offensive GmbH“, gegründet im April 2020, mit Geschäftsführer Markus Haupt und den Gesellschaftern Marcel Roscher, Kai Braun, Salvatore Cuneo und Jakup Alija hatte zuletzt die Geschäfte samt Vermarktung der Regionalliga-Mannschaft geführt, gleichzeitig aber stets betont, sich nicht für den Gesamtverein mit Jugend und 2. Mannschaft verantwortlich zu sehen. Diese Handhabung führte zu gleich mehreren Problemen.

Die GmbH hat sich mit der ersten Mannschaft das Filetstück herausgenommen

Notvorstand Turgay Schmidt

„Die Motivation der GmbH war es, dem FC Gießen zu helfen“, erklärt Rechtsanwalt Turgay Schmidt, der den Verein seit Anfang Oktober nach der Rückzugswelle des Vorstands führt. „Aber die GmbH hat sich mit der ersten Mannschaft das Filetstück herausgenommen.“ Die Belange der Regionalliga-Mannschaft, trainiert von Daniyel Cimen, wurden in dieser Saison von der GmbH geregelt, der führungslose Gesamtverein dagegen sah sich mit zahlreichen offenen finanziellen Forderungen konfrontiert.

FC Gießen: GmbH schloss Sponsorenverträge ab, ohne Spielrechte zu besitzen

Tatsächlich gab es nie eine rechtliche Verbindung zwischen GmbH und Verein, die Spielrechte liegen bis heute beim „FC Gießen 1927 Teutonia/1900 VfB e.V.“ - über die GmbH allerdings liefen die Sponsorenverträge und jegliche Einnahmen, von denen die erste Mannschaft profitierte. Die Forderungen gegenüber dem Verein, darunter die viel zitierten Altlasten, dagegen blieben bestehen, Jugendtrainer erhielten für diese Saison noch kein Geld, die zweite Mannschaft fiel in der Gesamtbetrachtung komplett hinten herunter. In der Gesamtgemengelage war das die Folge fehlender Strukturen und mangelnder Vorgaben im Verein.

Der Verein funktioniert nur im Gesamten

Notvorstand Turgay Schmidt

Die GmbH gleichwohl sah sich für die Versäumnisse der Vergangenheit nicht verantwortlich, managte die Regionalliga-Truppe, während der Gesamtverein vor die Wand zu fahren drohte. „Der Verein funktioniert aber nur im Gesamten“, erklärt Turgay Schmidt, der die „konstruktiven Gespräche“ der zweieinhalbstündigen Sitzung im VIP-Zelt am Dienstagabend lobte und zuversichtlich in die Zukunft blickt: „Das ist zweifelsfrei eine deutliche Zäsur. In der Konsequenz ist es der nächste perspektivische Schritt. Wenn die Strukturänderungen und eingeleiteten Maßnahmen greifen und so funktionieren wie angedacht, könnte der FC Gießen eine gute Zukunft haben.“

+++ Lesen Sie auch: So läuft das mit dem Notvorstand: Rechte, Pflichten und Bezahlung von Turgay Schmidt +++

Die Zuständigkeit für die Sponsorenverträge liegt nun mehr wieder ausschließlich beim Verein, der mit den Spielrechten und sonstigen Rechten auch mit rechtlicher Grundlage eine Gegenleistung bieten kann. Die Trennung innerhalb des Vereins soll, wenn es nach Rechtsanwalt Turgay Schmidt geht, der Vergangenheit angehören. „Wir wollen den FC Gießen in die richtigen Bahnen bringen. Der kleinste G-Jugend-Kicker ist genauso wichtig wie der Regionalligaspieler.“ Die Gesellschafter der GmbH ihrerseits haben dem FC Gießen auch für die Zukunft ihre Unterstützung zugesagt.

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