Fußballer Ali Ibrahimaj vom FC Gießen am Ball im Gießener Waldstadion.
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Ali Ibrahimaj ist der prominteste Winter-Neuzugang des FC Gießen.

FC Gießen

FC Gießen: Das haben die sechs Winter-Neuzugänge bislang gebracht

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Wir analysieren die sechs Winter-Neuzugänge des heimischen Fußball-Regionalligisten FC Gießen vor dem Saisonendspurt.

14 Spiele hat der FC Gießen nach der Kurz-Winterpause in der Fußball-Regionalliga Südwest absolviert – 14 Spiele sind noch zu gehen. Zeit also, um eine Zwischenbilanz für die sechs Winter-Neuzugänge des heimischen Viertligisten zu ziehen.

Fakt ist: Das Team von Trainer Daniyel Cimen hat sich stabilisiert – die Neuverpflichtungen unter der Ägide von Notvorstand Turgay Schmidt haben ihre Wirkung gezeigt.

Aus den 14 Partien im neuen Jahr holte der FC 21 Zähler – 1,5 Punkte pro Partie. Mit diesem Schnitt würde Gießen über die gesamte Saison betrachtet Achter sein.

Da dies aber nicht der Fall ist und die Rot-Weißen mitten im Abstiegskampf stecken, sollten weiterhin alle Sinne geschärft sein. Zumal von manchem Winter-Neuzugang mehr kommen darf, wie unsere Analyse zeigt.

Echte Verstärkung

Michael Fink (1260 Minuten gespielt, 100 % Auslastung): Ein Phänomen. Der 39-Jährige kam aus einer mehrmonatigen Spielpause von Hessenligist Hanau – und entwickelte sich im Gießener Waldstadion ad hoc wieder zum Dauerbrenner und einer festen Größe. Fink spulte alle 14 Partien über die vollen 90 Minuten ab – mit Kopfbandage, blauem Auge und 39 Jahren. Der Ex-Profi stabilisiert, beruhigt und wirkt auf die Mannschaft ein.

Gute Ansätze

Jonas Arcalean (611 Minuten gespielt, 56 % Auslastung): Der 23-jährige Flügelspieler kam aus den Vereinigten Staaten und stellt eine Bereicherung in der Gießener Offensive dar. Arcalean hat seine Schnelligkeit und seine Anlagen aufblitzen lassen. Beim 2:1-Sieg in Pirmasens traf er zum bisher einzigen Mal, hätte andererseits beispielsweise an der Miller Hall gegen den VfB Stuttgart II freistehend zum 1:0 treffen dürfen. Der Offensivakteur kann an Durchsetzungsvermögen zulegen.

Ali Ibrahimaj (701 Minuten gespielt, 86 % Auslastung): Die Verpflichtung des früheren Zweit- und Drittligaspielers aus Uerdingen war mit vielen (überzogenen) Erwartungen verbunden. Hatte mit Rückenschmerzen zu kämpfen, denen er mit Schmerztabletten und Spritzen entgegenwirkte, hatte vor seinem Wechsel nach Gießen lange kaum gespielt, wurde zudem Vater, musste sich an eine neue Umgebung in Gießen gewöhnen.

Beim 3:0-Sieg gegen Walldorf zeigte der 29-Jährige mit zwei Torvorlagen sein ganzes Können, das man gerne häufiger sehen würde. Darf angesichts seiner Erfahrung und Klasse im Saisonendspurt häufiger entscheidende Impulse geben. Sein Kontrakt verlängert sich beim Klassenerhalt.

Läuft so mit

Gino Parson (85 Minuten gespielt, 7 % Auslastung): Der Gießener Bub leistet vor allem im Training und in der Kabine seinen Beitrag. Die recht geringe Spielzeit mag den ehrgeizigen Stürmer, von der Einstellung her Vollprofi, fuchsen, darf angesichts seines Alters von 41 Jahren aber nicht überraschen. Tim Korzuschek sagte: »Ich freue mich jeden Tag auf einen lustigen Spruch von Gino, in der Kabine.« Parson definiert sich über mehr, hilft der Mannschaft definitiv.

Antonyos Celik (251 Minuten gespielt, 20 % Auslastung): Der gebürtige Gießener will es im Waldstadion noch einmal allen zeigen – zweimal stand er in der Startelf, ansonsten Spätjoker. Zeigt Einsatzfreude und Wille, blieb bislang aber glücklos. Noch an keinem Tor beteiligt gewesen und auch selten nah dran. Muss weiter anschieben und Gas geben, um sich zu belohnen.

Bislang keine Hilfe

Nejmeddin Daghfous (53 Minuten gespielt, 6 % Auslastung): Der technisch begabte Offensivakteur, der einst für Mainz und Sandhausen kickte, kommt noch nicht in die Gänge. Ob’s am Fitnesslevel, dem Selbstbild oder zu starker Konkurrenz liegt, Fakt ist: Der 34-Jährige kam aus einer knapp einjährigen Spielpause, bedingt durch seinen gerichtlichen Streit mit Kickers Offenbach. Angesichts seiner individuellen Klasse darf jetzt mehr vom Techniker erwartet werden – zumal sich sein Vertrag beim Klassenerhalt verlängert.

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