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Stuttgarts Holger Badstuber (hinten, 2. v. l.) sieht, wie Gießens Neuzugang Ali Ibrahimaj (am Ball) im Mittelfeld feststeckt.

FC Gießen

FC Gießen: Ein kurioser Nachmittag an der Miller Hall

Etwas über 50 Fußballfans und viele Polizeikräfte verfolgen das torlose Remis zwischen dem FC Gießen und dem VfB Stuttgart II. Zum dritten Mal in der Saison bleibt der FC ohne Gegentor.

  • FC Gießen befürchtet Spielabbruch durch Ordnungsamt wegen Zuschauer am Sportplatz
  • Champions-League-Sieger an der Miller Hall
  • FC Gießen bleibt im fünften Spiel in Folge ungeschlagen

Viel ungewöhnlicher hätten die Umstände am nasskalten Februar-Dienstag in Gießen nicht sein können: Da spielte ein Champions-League-Gewinner auf dem rund zehn Jahre alten Kunstrasenplatz an der Miller Hall und Polizei und Ordnungsamt waren rund um den eingezäunten Sportplatz darum bemüht, die mit Mund-Nasen-Schutz bekleideten interessierten Zuschauer im Zaun zu halten.

Corona und das Winterwetter sorgten für ungewohnte Bilder an der Grünberger Straße: Beim Ausweichen auf den Kunstrasenplatz trennte sich der FC Gießen 0:0 vom VfB Stuttgart II und Holger Badstuber, dessen Auftritt in der Fußball-Regionalliga Südwest von etwas über 50 mutig-interessierten Fußballfans rund um das Areal verfolgt wurde.

»Bitte bleibt zuhause. Wenn weitere Zuschauer kommen, besteht die Möglichkeit, dass das Spiel abgebrochen wird«, hatte der FC Gießen während der Partie über seine sozialen Kanäle mitgeteilt. Mehrere lautstarke Durchsagen hallten über das Sportgelände, auf die Abstandsregeln und den Mund-Nasen-Schutz zu achten, mehrere Polizeiwagen- und Einsatzkräfte waren vor Ort.

Regionalliga-Fußball an der Miller Hall - »das hatte was«, meinte FC-Trainer Daniyel Cimen. »Als ich gekommen bin, dachte ich mir: Hoffentlich ist die Musik nicht zu laut, sodass halb Gießen kommt. Wir haben viel dafür getan, dass wir hier spielen können. Die Jungs kennen den Platz vom Training und fühlen sich wohl hier.«

Umgezogen hatte sich das Team noch in den Katakomben des Waldstadions und wurde dann zum Kunstrasen an die Miller Hall gefahren.

Gießen trotzt so den zuletzt so auswärtsstarken Schwaben ein torloses Remis ab und bleibt zum dritten Mal in der Saison ohne Gegentor.

Cimens Fazit: »Gerechtes Ergebnis mit leichtem Chancenplus für Stuttgart, was die Qualität angeht.«

In Hälfte eins sah man, weshalb das Team von Ex-Profi und Trainer Frank Fahrenhorst in den letzten drei Auswärtsspielen drei Siege einfuhr und dabei elf Tore erzielte: Die Schwaben standen kompakt und lauerten auf Fehler des FC, in dessen Folge es schnell nach vorne ging.

So konnte bzw. musste Gießens Schlussmann Frederic Löhe seine zuletzt so starke Form bestätigen, als er in der 13. Minute im Eins gegen Eins gegen Stuttgarts Marcel Sökler die Oberhand behielt und das schreiend zu bejubeln wusste. Gießens Innenverteidiger Marco Boras klärte in der 29. Minute in höchster Not, an die Latte klatschte ein sehenswerter Freistoß von VFB-Akteur Joel Richter in Minute 34.

Kurz darauf dann bekam der FC Gießen seine größte Chance der gesamten Partie: Jonas Arcalean wurde von Michael Fink geschickt und setzte den Ball freistehend vor dem Tor zwei Meter über das Gehäuse. Der schnelle Winter-Neuzugang Arcalean stand erstmals für den FC in der Sturmspitze - und trat dabei direkt gegen den früheren Nationalspieler Holger Badstuber an.

»Es war ein schönes Gefühl. Im fünften Regionalligaspiel spielst du gegen ihn. Und dann bekomme ich auch noch so einen überragenden Ball von Michael Fink und habe die Chance. Den muss ich machen«, gestand Arcalean. »Egal, weitermachen und es verbessern.«

Verbessert zeigte sich Gießen in Hälfte zwei, verlagerte das Spielgeschehen mehr und mehr in die Stuttgarter Hälfte, gewann mehr zweite Bälle, nutzte den Rückenwind der vergangenen vier Partien und erarbeitete sich drei gute Chancen durch Tim Korzuschek (62.), Ali Ibrahimaj (81.) und einen scharf, aber knapp am Tor vorbeigetrenenen Freistoß von Andrej Markovic (84.).

So blieb es beim torlosen Remis, das bedeutet, dass Gießen im fünften Spiel in Folge ungeschlagen bleibt - »die Ergebnisse helfen dabei, dass die Mannschaft nicht so gute Phasen besser wegsteckt«, sagt Cimen. »Es passt momentan vieles. Wir sind auf einem guten Weg, aber wir haben heute gerade erstmal die Hinserie abgeschlossen.«

FC Gießen: Löhe - Weiß, Boras, Starostzik, Markovic - Fink - Hofmann, Ibrahimaj - Celik (80. Daghfous), Arcalean (90. Parson), Korzuschek.

VfB Stuttgart II: Hornung - Rios Alonso, Badstuber, Maglica, Kober - Weil, Michel(90. Stein) - Richter, Pasalic - Hottmann (46. Sankoh), Sökler (80. Wolf).

Im Stenogramm: Tore: keine. - SR: Schneider (Ahrweiler).

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