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Die Defensivarbeit beginnt ganz vorne: Wenn Gießens Stürmer wie Noah Michel (r.) sich so in die Zweikämpfe werfen, steht hinten die Null - und die Kraft für zündende Offensivaktionen fehlt.

FC Gießen

Defensive hat für FC Gießen weiterhin Priorität

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Das Testspiel gegen Eintracht Frankfurt ist noch weit weg, die Fußball-Regionalliga liegt im Fokus des FC Gießen. Dort steht am Sonntag ein wichtiges Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 II an.

Der FC Gießen legt den Fokus weiterhin auf die Defensive und Ergebnisse - mit dieser Herangehensweise verspricht sich der Fußball-Regionalligist als Aufsteiger die meisten Punkte. Erstmals blieb der FC zuletzt zweimal hintereinander ungeschlagen - und ohne Gegentor. "Defensiv sind wir auf einem guten Weg. Diese Stabilität kostet viel Kraft, muss aber die Basis sein", sagt Trainer Daniyel Cimen. Das gilt auch für die Auswärtspartie am Sonntag (14 Uhr) beim FSV Mainz 05 II.

Cimens Rechnung ist grundsätzlich simpel: Durch Kampfgeist und Defensivarbeit ist die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Zähler größer - "Ergebnisse erhöhen das Selbstvertrauen" und ein größeres Selbstbewusstsein soll wiederum das Offensivspiel erleichtern. "In dieser Liga entscheidet eben oft ein Tor oder eine Kleinigkeit. Wir müssen andere Werte auf den Platz bringen und erst einmal defensiv gut stehen. Natürlich hoffe ich darauf, dass wir darüber hinaus offensiv gefährlicher werden."

Das bereits ausverkaufte Testspiel im Waldstadion gegen Eintracht Frankfurt am 10. Oktober sei für die Mannschaft noch "ganz weit weg. Es ist schön, dass das so angenommen wird und man spielt nicht oft gegen Eintracht Frankfurt. Aber bis dahin stehen für uns viele wichtige Spiele an. Wir wollen punkten, damit wir dieses Erlebnis dann auch genießen können."

Eines dieser wichtigen Spiele steigt morgen im alten Mainzer Bruchwegstadion. Die Bundesliga-Reserve gilt als einer der direkten Konkurrenten des FC Gießen. "Das ist eine Mannschaft, die wir auf Augenhöhe sehen", sagt Cimen. Mainz ist aktuell mit elf Zählern und drei Punkten Vorsprung auf Gießen Tabellenelfter. Gegen Balingen (1:0-Sieg) und Walldorf (0:0) wurden beispielsweise die exakt gleichen Ergebnisse eingefahren.

Trainer der zweiten Mainzer Mannschaft ist der 31-jährige Bartosch Gaul, der den Spagat zwischen Ausbildung und Ergebnissicherung schaffen muss. Ziel ist Jahr für Jahr, Talente so zu entwickeln, dass sie den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffen können. Das gelang zuletzt unter anderem Alexander Hack (mittlerweile über 50 Bundesligaspiele) und Ridle Baku, der in der letzten Spielzeit auf 18 Erstligaeinsätze kam.

In dieser Saison setzte Mainz bereits 22 Akteure ein - viele Tore fielen bislang nicht, im Schnitt 1,8 pro Spiel. Da auch die Gießener in dieser Spielzeit erst dreimal getroffen haben, dürfte das erste Tor erneut mitentscheidend sein. "Es kann ein Geduldsspiel werden", weiß Cimen. Inwieweit der morgige Kontrahent kurzfristig Unterstützung von der ersten Mannschaft erhält, ist noch ungewiss. "Mainz spielt am Samstag gegen Berlin - es kann sicherlich sein, dass am Sonntag dann Spieler auftauchen, die wir nicht wirklich auf der Rechnung hatten."

Der FC Gießen muss in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt auf viele Akteure verzichten. Zu den Langzeitverletzten Brian Mukasa, Jure Colak und Tim Korzuschek gesellt sich weiterhin Vaclav Koutny, der zwar in dieser Woche zum zweiten Mal Vater wurde, aufgrund von Muskelbeschwerden aber nicht mitwirken kann. Stürmer Aykut Öztürk hat sich zudem einen Muskelbündelriss zugezogen und wird mindestens einen Monat ausfallen.

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