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Eintracht Frankfurt: Vertragsdetails von Borré – Berater würde von Transfer stark profitieren

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Von: Jan Oeftger

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Spielerberater verdienen an den Transfers ihrer Klienten. Der Berater von Eintracht Frankfurts Rafael Borré würde bei einem Wechsel besonders viel einstecken.

Frankfurt – Dass Spielerberater an Transfers ihrer Spieler verdienen, ist nicht unüblich. Nicolas Petropulos, der Berater von Eintracht Frankfurts Stürmer Rafael Borré, könnte bei einem Wechsel besonders abkassieren. Je höher die Transfersumme, desto mehr würde auch Petropulos einstreichen. Eine möglichst hohe Summe dürfte auch im Sinne von Eintracht Frankfurt sein – ein Verkauf jedoch grundsätzlich nicht.

Sollte Eintracht Frankfurt Borré für eine Summe zwischen 25 und 100 Millionen Euro verkaufen, würde der Berater ordentlich profitieren. Er würde bei einem Nettotransfergewinn ab 25 Millionen die Summe über den 25 Millionen zur Hälfte bekommen. Dies berichtet der kicker mit Verweis darauf, dass ihm das Vertragskonzept vorliege. Schon bei dem ablösefreien Transfer zur Eintracht im vergangenen Sommer habe Petropulos 1,3 Millionen Euro als Vermittlerprovision erhalten.

Der Berater von Eintracht Frankfurts Rafael Borré würde an einem Transfer ordentlich mitverdienen.
Der Berater von Eintracht Frankfurts Rafael Borré würde an einem Transfer ordentlich mitverdienen. © osnapix/imago

Eintracht Frankfurt müsste an Borré-Berater Teil einer Ablöse zahlen

Eigentlich möchte die FIFA das „Third Party Interest“ (TPI), also das Interesse Dritter an einem Transfer, einschränken. „Weder Vereine noch Spieler dürfen mit einer Drittpartei einen Vertrag abschließen, der einer Drittpartei einen gänzlichen oder partiellen Anspruch auf eine Entschädigung, die bei einem künftigen Transfer eines Spielers von einem Verein zu einem anderen fällig wird, oder beliebige Rechte im Zusammenhang mit einem künftigen Transfer oder einer Transferentschädigung gewährt.“ Im konkreten Fall dürfte Petropulos als Dritter jedoch auf einen Transfer drängen, sollte ein Angebot über 25 Millionen hereinkommen. Es wäre schließlich für den Berater wirtschaftlich lukrativ. Für eine etwas geringere Summe wird der Transfer von Filip Kostic bald über die Bühne gehen.

Der Rechtsanwalt und frühere Geschäftsführer der Spielervermittlervereinigung DFVV, Dr. Gregor Reiter sieht im „Fall Borré“ jedoch „keinen Verstoß“. Dies sei mit einem Exklusivmandat für den Berater zu begründen. Dieses Mandat habe der Berater für die künftige Wegvermittlung. Ein weiterer Branchenkenner sieht die Vertragsart als geläufig an, beurteilt nur die prozentuale Beteiligung als hoch.

Auch Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche hält das für keinen ungewöhnlichen Einzelfall. „Das ist ein üblicher und anerkannter Prozess in der Branche und nicht nur ein Eintracht-Thema. Bei ablösefreien Spielern sind die Wegvermittlungsvereinbarungen in der Regel höher dotiert als bei Spielern mit Ablöse. Entscheidend ist für uns, den Klub zu schützen, indem wir unsere Ausgaben so gering wie möglich halten.“ Ein „ablösefreier“ Spieler ist für Vereine somit auch nicht ohne weitere Kosten zu verpflichten. Die Agentur von Petropulos wollte sich auf kicker-Nachfrage nicht zu dem Sachverhalt äußern. (jo)

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