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Unterbricht mit seiner Trillerpfeife häufig das Training: Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt

SGE - Hütter plant wohl neue taktische Aufstellung

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Der Eintracht-Frankfurt-Trainer Hütter erklärt seinen Schülern die Viererkette und wie diese zu Toren führen kann – eine Analyse.

Beim finalen Hinrundennackenschlag in Paderborn, der noch einmal besonders kräftig gescheppert hatte, verriet sich Adi Hütter ein Stück weit selbst. Die Viererkette, so der Coach von Eintracht Frankfurt, wollte er ja eigentlich nicht einfach spontan einführen. Das erschien ihm zu gewagt, zumal kaum Zeit für die Schulung der ungewohnten Abwehrformation bestünde. Das sagte der Fußballlehrer noch Anfang Dezember, und revidierte sich kurz darauf. In Paderborn nämlich ließ er ganz hinten statt von einem Trio tatsächlich von einem nebeneinander aufgereihten Quartett verteidigen. Das Resultat: eine 1:2-Niederlage.

Eintracht Frankfurt: Neue taktische Aufstellung

Adi Hütter aber scheint dennoch die Idee zu gefallen, seiner Mannschaft eine neue taktische Aufstellung zu verpassen. Oder ihr zumindest zur lange Zeit so erfolgreich aufgeführten Dreierverteidigung eine weitere Systemoption mit an die Hand zu geben. Im Trainingslager in Florida sah diese Formationen in Abwesenheit des wegen seiner Krankheit noch fehlenden Martin Hintereggers personell bisher wie folgt aus: Die jungen Franzosen auf den Außen, Almamy Touré auf rechts und Evan Ndicka auf links. Dazu die erfahrenen Profis in der Mitte, David Abraham und Makoto Hasebe - allesamt Spieler, die sich eigentlich am wohlsten in der Zentrale fühlen. Also eher ungewöhnlich diese Idee, aber dadurch ja nicht per se zu verteufeln. 2014 zum Beispiel hatte Bundes-Jogi seine WM-Truppe ja ebenso defensiv ausgerichtet aufgestellt und bekanntlich am Ende nicht ganz so schlecht abgeschnitten. „Wir haben lange Zeit mit einer Dreierkette gespielt“, sagt Hasebe, für den die Liberoposition wie auf den Leib geschneidert ist, „jetzt üben wir halt eine andere Variante.“

Eintracht Frankfurt: Stabilität in unruhigen Zeiten

Dass diese ihn nach der Rückkehr von Hinteregger gar den Platz in der Startelf kosten könnte, stört den Japaner nicht. „Konkurrenzkampf gibt es immer, dann muss ich eben um meinen Platz im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung kämpfen.“ Makoto Hasebe, Teamplayer wie eh und je.

Nun könnte eine Viererkette mit recht defensiv ausgerichteten Spielern in erster Linie natürlich Stabilität in dieser unruhigen Zeit bringen, Fußballlehrer Hütter liegt in den USA aber auch sichtbar viel daran, seinen Schülern vor allem die daraus resultierenden Veränderungen für das Offensivspiel näher zu bringen. Am Sonntag stellte er 13 Gegner auf den Rasen, gelbe bewegungslose Plastikmännchen, und ließ seine im 4-4-2 aufgereihte Truppe drumherum proben – in drei verschiedenen Angriffsabläufen.

Variante eins: Hinten erst ein bisschen quer spielen und dann den Ball ins Mittelfeld auf einen Sechser passen. Dieser bringt die Kugel zum entgegenkommenden Stürmer, der mit einem Kontakt zurückprallen lässt. Nun wandert der Ball wieder vom Sechser auf den mittlerweile durchgestarteten offensiven Außenbahnspieler. Flanke, und Tor (oder auch nicht).

Eintracht Frankfurt: Variante für die Außenbahnflitzer

Variante zwei: Wieder wird der Ball von hinten auf einen Sechser gespielt, diesmal rücken die offensiven Außenbahnflitzer, meist waren das Filip Kostic und Danny da Costa, etwa zehn Meter von der Seitenlinie ins Feld hinein. Der Sechser visiert sie an, spielt einen Doppelpass mit ihnen und steckt die Kugel dann auf die mittlerweile von ganz hinten durchgestarteten Außenverteidiger (Touré/Ndicka) durch. Flanke, und Tor (oder auch nicht).

Variante drei: Diesmal geht’s durch die Mitte. Sechser Nummer eins passt zum Stürmer, der lässt prallen zu Sechser Nummer zwei. Von dort ein Steilpass auf den von Außen in die Mitte eingelaufenen Flügelstürmer (Kostic/da Costa), Schuss, und Tor (oder auch nicht).

Von Daniel Schmitt

Eintracht Frankfurt hat Nachwuchsspieler Fynn Otto mit einem Profi-Vertrag* ausgestattet. Der Kontrakt läuft bis 2023.

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