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Kennt sich in Frankreich aus: Kevin Trapp.

Racing Straßburg - Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: „Spiel in Straßburg wird die Saison definieren“

Eintracht Frankfurt will bei Racing Straßburg in der Europa League den Grundstein legen.

Kevin Trapp, der frankophile Keeper der Eintracht, sprach mit ruhiger Stimme in bestem Französisch, aber seine Worte ließen wenig Interpretationsspielraum. Diese Playoff-Partie zur Qualifikation der Europa League heute in Straßburg (20.30 Uhr/live bei RTL Nitro und im Liveticker) sei „ein großes Spiel“, keine Frage, es gehe um Mentalität und Einstellung, „es steht viel auf dem Spiel.“

Die vergangene Saison in der Europa League, mit dem dramatischen Ende im Halbfinale in London bei Chelsea im Elfmeterschießen, sei wunderschön gewesen, das wolle man, na klar, wiederholen, aber für den Torwächter ist klar: „Dieses Spiel in Straßburg wird die Saison definieren.“ Diese und jene Begegnung in einer Woche in Frankfurt, nach der klar sein wird, ob sich die Eintracht zum zweiten Mal in Folge für die Gruppenphase wird qualifizieren können. Oder eben nicht.

Eintracht Frankfurt vor hartem Spiel

Der 29-Jährige betonte, auf Nachfrage, dass er keineswegs noch mehr Druck auf den Kessel geben wolle, doch die Stoßrichtung ist eindeutig: Make it or break it. Es geht auch um die Stimmung und das Gefühl, ob man eben mit Schwung oder doch eher ein wenig ausgebremst mit einem negativen Erlebnis in die Bundesliga wird starten können. „Es ist gefühlt so etwas wie ein Achtelfinale“, findet Trapp.

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Die Eintracht macht sich auf ein hart arbeitendes Ensemble aus dem Elsass gefasst, auch Racing-Sturmtank Ludovic Ajorque, fast zwei Meter groß, spielt in den Gedanken des Trainers Adi Hütter eine Rolle. Womöglich wird er sogar Makoto Hasebe, den Kopf des Teams in der Abwehrzentrale, ins Mittelfeld ziehen, um einen weiteren kopfballstarken Akteur in die Verteidigung zu beordern. „Die Präsenz von Ludovic Ajorque ist klar, sie kommen viel über die Seite, auch über das Halbfeld, sie haben einen guten Zug nach vorne. Das müssen wir unterbinden.“

Bas Dost: Weiter Hängepartie

Das Wichtigste sei allerdings: „Wir wollen eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel schaffen.“ Das beteuerte auch Torwart Trapp noch einmal: „Die Qualifikation ist ein großes Ziel, es war eine riesengroße Erfahrung in der letzten Saison, wir haben gegen große Teams gespielt, wir wissen, wie das abläuft.“ Der Einzug in die Gruppenphase wäre etwas „ganz Großes für uns“.

Leicht wird es nicht, selbst mit Topklub Paris Saint-Germain, Trapps vorherigem Arbeitgeber, habe man einige Probleme im Meinau-Stadion gehabt. „Wir müssen fokussiert und konzentriert sein, beide Teams wollen in der Europa League spielen, sie haben es sich verdient, wir wissen, was uns erwartet, das müssen wir annehmen, sonst können wir auch unter die Räder kommen“, sagt Schlussmann Trapp. „Die Racing-Fans sind ähnlich wie unsere, sie geben Gas, sie treiben die Mannschaft an.“

Adi Hütter: „Wir stehen für fairen Sport“

Eintracht-Wunschstürmer Bas Dost, der von Sporting Lissabon kommen wird, wird heute noch nicht im Kader stehen, die letzten Details sind noch zu klären, das liege nicht an einer nicht erzielten Einigung zwischen der Eintracht und dem Angreifer, sondern habe mit dem portugiesischen Klub zu tun, der sich querstellte und mit dem Angreifer um Geld pokerte. „Mit Sporting ist es nie einfach“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, der aber auch betonte, dass der Transfer definitiv zeitnah über die Bühne gehen werde. Da gebe es keine Zweifel mehr, Coach Hütter betonte, dass er mit dem Niederländer dann im Rückspiel in einer Woche rechne.

Abschließend kam dann während der Pressekonferenz noch mal das Thema auf Martin Hinteregger, der während des Spiels gegen Hoffenheim einen Wadenkrampf erlitten und noch auf dem Feld eine – nach Eintracht-Angaben – Kohlenhydrate-Tablette erhalten hatte. Die Nada (Nationale Dopingagentur) hatte sich eingeschaltete, weshalb, ist nicht so ganz klar. Auch für Coach Hütter nicht. Die Eintracht sei in der Vergangenheit häufig kontrolliert worden, „und die Nada ist immer herzlich willkommen bei uns, weil wir ein reines Gewissen haben. Wir sind für lückenlose Aufklärung.“ Hütter empfindet es aber als „respektlos“, den Spieler deshalb öffentlich anzumahnen. „Das, was er genommen hat, ist wie Traubenzucker.“ Und abschließend: „Wir begrüßen die Nada in unserem Haus, wir stehen für fairen Sport.“

(Ingo Durstewitz)

So lief das Spiel in Straßburg: Eintracht Frankfurt verliert das Hinspiel der Europa League-Play-Offs bei Racing Straßburg mit 0:1 und muss um die Gruppenphase bangen.

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