+
Sebastian Rode: Zukunft weiter offen.

Eine Woche vor Trainingsstart

Kaderplanung bei der Eintracht: Die Mannschaft steht noch nicht

Der Kader der SGE ist eine Woche vor Trainingsstart noch nicht komplett.

Frankfurt - Ein paar Minuten hat der neue Frankfurter Stürmer dann noch bekommen, in der 69. Minute kam Dejan Joveljic beim Stand von 0:4 in die Partie, die für die serbische U 21-Auswahl am Donnerstagabend eher ernüchternd verlief. Die deutschen Jungs spielten bei der 6:1-Gala Katz und Maus mit Serbien. Auch Joveljic, der für den nahezu unsichtbaren Luka Jovic eingewechselt wurde, hatte kaum eine Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen, ein schöner Pass war ihm gelungen, mehr nicht. Aber das heißt ja nichts.

Ohnehin ist der Fünf-Millionen-Mann von Roter Stern Belgrad bei Eintracht Frankfurt nicht gleich als Stammkraft eingeplant. Der schlaksige Stürmer gilt als einer mit Perspektive, der behutsam an das höhere Level in der Bundesliga herangeführt werden muss. Ganz sicher sind die Fußstapfen, die ein Luka Jovic in Frankfurt hinterlassen hat, deutlich zu groß für den 19-Jährigen. Jovic zu ersetzen, vor allem seine 35 Torbeteiligungen in 48 Pflichtspielen, wird nicht ganz einfach sein, für keinen Spieler, und das wird bei der Eintracht auch von Joveljic keiner verlangen.

Dejan Joveljic ist der erste Neuzugang der SGE

Dejan Joveljic wird wiederum beim Trainingsauftakt der Hessen am übernächsten Montag, 1. Juli, nicht auf dem Platz stehen. Der erste Frankfurter Neuzugang wird noch in Urlaub sein, auch wenn für die Serben nach ihrem letzten Gruppenspiel am Sonntag die Europameisterschaft in Italien beendet sein wird. Wenigstens drei Wochen Freizeit wird der junge Mann bekommen, Sonderurlaub, den auch die anderen Eintracht-Profis erhalten hatten, die nach Saisonende für ihre Länder noch aktiv waren. Evan Ndicka, Simon Falette, Ante Rebic, Filip Kostic, Mijat Gacinovic, Frederik Rönnow oder Taleb Tawatha werden in der übernächsten Woche eher nicht im Stadtwald auftauchen.

Lesen Sie hier alles über die Transfers der Frankfurter Eintracht

Ohnehin ist der Frankfurter Kader lange nicht komplett, er ist noch weitgehend unfertig. Es gibt eine Reihe von Unwägbarkeiten, mit welcher Mannschaft die Eintracht in die neue Saison gehen wird, das Team wird noch ordentlich durcheinandergewirbelt. Das liegt daran, dass weiterhin ungewiss ist, ob Sebastien Haller oder Ante Rebic dem Klub erhalten bleiben oder nicht. Daran hängt dann auch, ob die sportliche Führung dafür adäquaten Ersatz auftreiben muss. Eine Personalie hängt nicht selten direkt mit einer anderen zusammen. Die Eintracht, daran hat der Sportvorstand nie Zweifel gelassen, sei für alle Eventualitäten gerüstet, hat für jeden etwaigen Abgang einen klaren Plan B in der Schublade, man kann also reagieren.

Leihspieler sollen gehen

Ähnlich sieht es bei den Neuzugängen aus: Als verbrieft ist das Frankfurter Interesse an den Spielern Djibril Sow von Young Boys Bern, einem zentralen Mittelfeldspieler, und an Alfonso Pedraza vom FC Villarreal, einem linken Außenverteidiger, bei der U 21 derzeit für Spanien am Ball. Beide Spieler stehen weit oben in der Gunst von Trainer Adi Hütter, der ja ohnehin Eintracht Frankfurt taktisch variabler aufstellen will und etwa verstärkt - und damit anders als in der abgelaufenen Saison - auf ein 4-4-2-System bauen möchte.

Die Eintracht ist bekannt dafür, ihre Planungen mit Weitsicht, Seriosität und Ruhe voranzutreiben, in Aktionismus verfällt sie nicht. Ohnehin hat der Klub in der Vergangenheit beste Erfahrungen mit späten Transfers gemacht. Filip Kostic und Kevin Trapp, der Mitte Juli bei Paris Saint Germain beim Training erwartet wird, sofern sich beide Klubs nicht einigen, kamen in der vergangenen Runde auf den letzten Drücker, Kevin-Prince Boateng in der vorvergangenen – alle waren echte Volltreffer. In diesem Jahr schließt das Transferfenster am 2. September, es ist also reichlich Zeit, den Kader zu verstärken.

Das könnte Sie auch interessieren: Zweiter Neuzugang für SGE? Uruguays Mittelfeld-Talent beim Medizincheck

Bislang haben nur Branimir Hrgota und Danny Blum sowie die vier Nachwuchsspieler Patrice Kabuya, Tobias Stirl, Mischa Häuser und Nelson Mandela Mbouhom den Klub verlassen, Tawatha, Jetro Willems oder auch Marc Stendera sollen oder wollen dem Klub den Rücken kehren. Ob das gelingt, ist fraglich. Gerade für den in Frankfurt sehr gut entlohnten Stendera wird es auf dem Transfermarkt nicht einfach werden, einen geeigneten Verein zu finden: Der Mittelfeldspieler kam seit seinem Kreuzbandriss im Mai 2016, im zweiten Relegationsspiel gegen Nürnberg, auf ganze 22 Pflichtspieleinsätze. In Frankfurt hat er keine Chance mehr.

Ähnlich sieht es bei den Leihspielern aus, die am 1. Juli auf der Matte stehen werden, Daichi Kamada, Felix Wiedwald, Nicolai Müller, Marijan Cavar sollen abgegeben werden. Offen ist weiterhin die Zukunft von Sebastian Rode, Kevin Trapp und Martin Hinteregger, die sich die Eintracht ausgeliehen hat. Auch da ist Geduld und viel Verhandlunggeschick erforderlich. Bis der Kader der Eintracht endgültig steht, kann es noch eine Weile dauern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare