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Timothy Chandler ist ein echtes Frankfurter Eigengewächs. 

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Timothy Chandler, der Local Player bei Eintracht Frankfurt

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Timothy Chandler nimmt nach einem Jahr Auszeit einen neuen Anlauf. Er ist ein echtes Frankfurter Eigengewächs. 

Frankfurt - Sein 100. Bundesligaspiel für Eintracht Frankfurt hat sich Timothy Chandler ganz sicher anders vorgestellt; so ein hübsches Tor, wie es ihm ein paar Tage zuvor im Freundschaftsspiel gegen Chemie Leipzig gelungen war, hätte es zum Jubiläum schon sein dürfen. War es aber nicht, Timothy Chandler spielte nicht besonders gut, „die Leistung der ganzen Mannschaft in der ersten Hälfte war nicht gut“. 

Der 29 Jahre alte Deutsch-Amerikaner hat die unnötige 1:2-Schlappe beim FC Augsburg als überforderter Filip-Kostic-Vertreter längst abgehakt, in tiefe Depression hat sie ihn nicht gestürzt, dazu hat er ein zu sonniges Gemüt. Außerdem haben „wir ja nicht 0:10 verloren“, sagte er am Montag, nach der ersten Trainingseinheit in eine Woche, die es mit den Spielen gegen Arsenal London und Borussia Dortmund in sich hatte und hat.

Timothy Chandler ist froh zurück auf dem Rasen zu sein – Fehlte Eintracht Frankfurt fast ein Jahr

Aber Timothy Chandler ist einfach nur froh und glücklich, zurück zu sein auf dem Rasen, der ihm so viel bedeutet. Nahezu ein ganzes Jahr hat er gefehlt, ein Knorpelschaden hat ihn weit zurückgeworfen, erst am drittletzten Spieltag, bei der peinlichen 1:6-Niederlage bei Bayer Leverkusen konnte er sein Comeback feiern. 

Trotzdem hat ihm die schwere Knieverletzung die komplette Europa-League-Saison gekostet, die ganzen herrlichen magischen Nächte donnerstags hat der gelernte Rechtsverteidiger daumendrückend bestenfalls von der Tribüne aus verfolgen können.

Timothy Chandler ist Eintracht Frankfurt bis auf eine Episode beim 1. FC Nürnberg nie untreu geworden

„Auf diese Spiele freue ich mich jetzt“, sagt er. Es könnten ja auch für ihn einige dazukommen. Er ist ja wieder fit und körperlich auf der Höhe, gemeldet ist er als „local player“ für die internationalen Aufgaben, dazu ist sein Vertrag bei der Eintracht verlängert worden, bis 2022. Auch eine besondere Art der Wertschätzung. 

Timothy Chandler, der im Alter von elf Jahren zur Eintracht gekommen war und bis auf eine vierjährige Episode beim 1. FC Nürnberg dem Klub nie untreu geworden ist, gehört ja fast schon zum Inventar, wie Marco Russ etwa. Beide besitzen ein hohes Maß an Identifikationskraft, beide sind zudem in der Kabine enorm wichtig für den Zusammenhalt der Mannschaft, deren Wort Gewicht und deren gute Laune ansteckend ist.

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