Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann hat die Finanzpolitik beim Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig scharf kritisiert.
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Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann hat die Finanzpolitik beim Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig scharf kritisiert.

Nach Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital

Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann bekommt im Streit mit RB Leipzig Unterstützung aus der Politik

  • Melanie Gottschalk
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Nach der Kritik von Axel Hellmann an RB Leipzig findet RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff deutliche Worte. Jetzt bekommt das Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt Unterstützung aus der Politik.

  • Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, kritisiert Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital bei RB Leipzig
  • RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff findet deutliche Worte für die Kritik von Axel Hellmann
  • Mintzlaff: „Herr Hellmann kann im Frankfurter Bankenviertel seine Expertise auffrischen“

Update vom Donnerstag, 09.07.2020, 9.16 Uhr: Axel Hellmann bekommt im Streit mit RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff Unterstützung aus der Politik. Eintracht-Fan und Grünen-Politiker Omid Nouripour hat das Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt auf Twitter verteidigt: „Attacken von @DieRotenBullen-GF Mintzlaff gegen Axel Hellmann sind schlicht billig: Null Argumente, aber die Kompetenz anderer flach in Frage stellen. Das verstärkt den Eindruck des getroffenen Schreihalses“, schreibt der 45-Jährige auf Twitter. Nouripour ist seit 2006 Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des SGE-Fanclubs im Bundestag.

Eintracht Frankfurt: Oliver Mintzlaff kontert Axel Hellmann nach Kritik an RB Leipzig

Erstmeldung vom Montag, 06.07.2020, 9.13 Uhr: Frankfurt - Es war ein viel diskutiertes Thema in der Bundesliga. Mitte Juni wurde durch eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger publik, dass ein Darlehen von RB Leipzig in Höhe von 100 Millionen Euro in eine Kapitalrücklage umgewandelt wurde. Die Klubs sprachen zwar darüber, die große Mehrzahl wollte sich aber nicht öffentlich zu dieser bilanztechnischen Maßnahme äußern. Einer tat es dann aber doch: Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt.

Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt kritisiert RB Leipzig

„Das Geschäftsmodell von RB Leipzig ist hochdefizitär und der sportliche Erfolg ‚auf Pump‘ errichtet“, sagte Hellmann dem Sportmagazin „Kicker“, nachdem die Sachsen bestätigt hatten, dass sie durch eine Umwandlung eines Darlehens von 100 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2018/2019 dank ihres Geldgebers Red Bull ihr Eigenkapital gestärkt haben.

Die Umwandlung sei zwar rechtlich nicht zu beanstanden, sagte Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt. „Die gerne erzählte Geschichte, es handele sich bei den Zuwendungen des RB-Konzerns um eine Investition in ein sich tragendes Geschäftsmodell darf - Stand jetzt - als Gute-Nacht-Geschichte bezeichnet werden“, sagte er jedoch. „Insofern unterscheidet sich das RB-Modell nicht von den bei anderen europäischen Clubs engagierten Staatsfonds.“ Ziel der Leipziger sei offensichtlich, für die Zukunft „Platz zu schaffen“ für weiteres Fremdkapital, um die eigene sportliche Wettbewerbsposition national und international auszubauen“.

Scharfer Konter von RB Leipzig: Oliver Mintzlaff schießt gegen Axel Hellmann

RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff will diese Aussagen nicht auf sich sitzen lassen und findet deutliche Worte für den Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt: „Entgegen dieser tendenziösen Aussagen sind wir überhaupt nicht defizitär. Wir haben jedes Jahr einen Gewinn erwirtschaftet und hatten auch schon vorher ein positives Eigenkapital“, konterte Mintzlaff.

Anschließend wird Mintzlaff im Interview mit dem „Kicker" noch konkreter: „Herr Hellmann kann die Sommerpause ja nutzen, um sich im Frankfurter Bankenviertel die Zusammenhänge erklären zu lassen und seine Expertise aufzufrischen.“ Eine erneute Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital wollte Mintzlaff darüber hinaus nicht ausschließen.

Oliver Mintzlaff: „Keine ungewöhnliche Transaktion“

„Es ist ja auch keine ungewöhnliche Transaktion und schon gar kein Schuldenerlass oder eine Schenkung. Wenn es das gewesen wäre, hätten wir rund 50 Millionen Euro Steuern zahlen müssen“, sagte Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von RB Leipzig. Es sei eine bilanzielle Umgliederung, lange vor der Pandemie durchgeführt, die den Verein krisensicherer mache. „Red Bull hätte schon bei der Gründung 2009 oder der Ausgliederung 2014 die 100 Millionen als Eigenkapital einlegen können.“

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