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Die Eintracht hat Interesse an Marko Grujic (rechts) von Hertha BSC.

Eintracht-Kader

Kommt ein dominanter Mittelfeldspieler von Bundesliga-Rivalen?

Eintracht Frankfurt schaut sich nach dominanten Mittelfeldspielern um - und hat zwei Kandidaten ins Auge gefasst.

Frankfurt - Mittelfeldspieler hat Eintracht Frankfurt eine ganze Menge im Kader, Gelson Fernandes, Jonathan de Guzman, Mijat Gacinovic, Lucas Torro, Marc Stendera, Jetro Willems, und wer will kann auch noch Makoto Hasebe, Filip Kostic und wahrscheinlich Sebastian Rode dazu rechnen. Trainer Adi Hütter hat also, Stand jetzt, keinen Mangel an Personal an sehr sensibler Stelle, dort, wo an den entscheidenden Strippen gezogen wird. Im Mittelfeld schlägt das Herz einer jeden Mannschaft, da entscheidet sich häufig, auf welche Seite das Pendel ausschlägt.

Eintracht Frankfurt: Bedarf auf der Acht

Eintracht Frankfurt hat in diesem Segment für die neue Saison trotz üppiger Personaldecke deutlich Bedarf. In der vergangenen Runde hätten aus dem zentralen Mittelfeld deutlich mehr spielerische Impulse gesetzt werden können. Erst als nach der Winterpause Sebastian Rode zur Eintracht stieß, gewann das Zentrum an Esprit, gab es auch Ideen aus dem Mittelfeld. Die große Stärke der Frankfurter in der letzten Saison war lange Zeit ihre Flügelzange (da Costa und Kostic) und ihre individuelle Klasse im Sturm. In der vor den Hessen liegenden Saison soll das anders werden, variabler, im zentralen Mittelfeld will sich die Eintracht neu aufstellen. Zumal Gacinovic weiterhin Probleme mit der Effizienz hat, de Guzman und Willems nicht überzeugt haben, und Dauerläufer Fernandes seine liebe Not mit dem Ball hat.

Entsprechend hat sie ihre Fühler ausgestreckt. Kein Geheimnis ist das große Interesse an Djibril Sow von Young Boys Bern, einem Achter, auf den Trainer Adi Hütter große Stücke hält - beide sind vor einem Jahr gemeinsam Schweizer Meister geworden. Verbrieft ist auch das Interesse an Marko Grujic, einem zentralen Mittelfeldspieler, der zuletzt bei Hertha BSC eine herausragende Saison spielte. Der 23 Jahre alte Serbe war für ein Jahr (und eine Million Euro) vom FC Liverpool ausgeliehen worden. „Mit ihm haben wir eine andere Spielweise“, lobte Ex-Trainer Pal Dardai, so einen Spieler „hatten wir seit 20 Jahren nicht mehr“. Grujic, vertraglich noch bis 2023 an den Champions-League-Sieger gebunden, besticht durch seine Präsenz auf dem Platz. Dazu ist er mit 1,91 Metern Größe extrem kopfballstark. Und: Er ist sowohl im Spiel gegen den Ball als auch mit dem Ball beeindruckend stark, unterbindet gegnerische Angriffe, leitet den Konter blitzgescheit ein und stößt auch mutig in die Box mit vor. Er gilt als kompletter Mittelfeldspieler, im vergangenen Jahr hat er in 22 Bundesligaspielen fünf Tore erzielt (eine Vorlage).

Eintracht-Konkurrenten: Bremen und Bergamo

Sein allererstes Tor für die Berliner war übrigens der Siegtreffer zum 1:0 im Dezember im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Und Grujic, der von dem gerade in Frankfurt bekannten Berater Fali Ramadani vertreten wird, war auch kurz vor Schluss an einer strittigen Szene entscheidend beteiligt: Er war es, der Luka Jovic im Strafraum elfmeterreif zu Boden rang, doch weder Schiedsrichter noch der Videoassistent konnten sich zu der eigentlich fälligen Strafstoßentscheidung hinreißen. Dass er nicht häufiger für die Berliner gespielt hat, lag daran, dass er wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk im Herbst zwei Monate ausgefallen war. Grujic, achtfacher Nationalspieler und aktuell etwa 20 Millionen Euro wert, würde dem Frankfurter Spiel auf alle Fälle gut tun, würde ihm mehr Dynamik, mehr Stoßkraft aus dem Zentrum verleihen.

Allerdings haben mittlerweile auch Werder Bremen und Atalanta Bergamo, das überraschenderweise den Sprung in die Königsklasse geschafft hat, ihre Netze nach dem begehrten Spieler ausgeworfen. Auch Hertha macht sich noch leise Hoffnungen. In Liverpool hat Grujic eher weniger Chancen, acht Einsätze stehen bislang nur zu Buche für den Mann, den Trainer Jürgen Klopp 2016 für sieben Millionen Euro von Roter Stern Belgrad verpflichtet hat. Dennoch entscheidet allein der FC Liverpool, wo Grujic im nächsten Jahr Fußball spielen wird. Eine erneute Ausleihe ist durchaus wahrscheinlich - nur wohin?

Ein interessanter Mann für die defensive Position im Mittelfeld ist zudem Dominik Kohr von Bayer Leverkusen. Der 25-Jährige, wegen seiner zupackenden Spielart auch „Hard-Kohr“ genannt, hat in Leverkusen seit Trainer Peter Bosz das Sagen hat, einen schweren Stand, seit März kam der gebürtige Trierer nur auf 56 Spielminuten bei sechs Einsätzen, unter Heiko Herrlich zählte der laufstarke Sechser zum Stammpersonal, der den Offensiven den Rücken freizuhalten hatte. In Leverkusen besitzt Kohr noch einen Kontrakt bis 2021, sein Marktwert wird mit vier Millionen Euro veranschlagt.

(Thomas Kilchenstein)

Max Kruse zu Fener?

Max Kruse, um den auch Eintracht Frankfurt buhlt, soll angeblich kurz vor einem Wechsel zu Fenerbahce Istanbul stehen. Die Sportzeitung „Sabah Spor“ vermeldet, dass der Transfer des 31-Jährigen vor dem Abschluss stehe. Das Blatt beruft sich dabei auf den Sportdirektor Damien Comolli. Demnach soll der Stürmer einen Dreijahresvertrag unterzeichnen – mit einem Jahressalär von 2,5 Millionen Euro netto. In Bremen strich er 3,5 Millionen brutto ein, wollte aber sechs Millionen Euro verdienen. Das schreckte auch die Eintracht ab, die rund vier Millionen Euro geboten hatte. Kruse soll bei Fener, nächste Saison nicht im Europapokal vertreten, zudem ein üppiges Handgeld sowie Erfolgsprämien erhalten. Seine Forderungen, heißt es, seien fast alle erfüllt worden. (dur)

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