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Stolz und dankbar: Die Frankfurter Fans feiern ihre Mannschaft nach dem letzten Saisonheimspiel trotz der 0:2-Niederlage gegen Mainz als "Helden der Stadt" und "Legenden der Eintracht".

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Eintracht Frankfurt: Der Erfolg frisst seine Kinder

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Auf den letzten Metern einer aufregenden und strapaziösen Saison will Eintracht Frankfurt unter sich bleiben. Trainer Adi Hütter schottet auch in dieser finalen Woche mit dem Showdown am Samstag in München seine Mannschaft von der Öffentlichkeit ab.

Bislang freilich war der Nutzen dieser seit einiger Zeit praktizierten Geheimniskrämerei eher überschaubar - aus den letzten fünf Bundesligaspielen hamsterten die Frankfurter Fußballer zwei Pünktchen, in den letzten neun Pflichtspielen gelang lediglich ein Sieg (2:0 gegen Benfica Lissabon), stattdessen ist das Punktepolster abgeschmolzen, der Eintracht droht der tiefe Fall auf Platz acht. Der Erfolg frisst seine Kinder.

Für jene, die das Glas indes als halb voll betrachten, steht Eintracht Frankfurt weiterhin unmittelbar vor dem Einzug in die Champions League, ein klitzekleiner Punkt im 50. Saisonpflichtspiel in München würde dazu genügen - falls Borussia Mönchengladbach (gegen Dortmund) und Bayer Leverkusen (bei Hertha BSC) ihre Spiele jeweils verlieren. Es ist ein echtes Endspiel im Wortsinn. "Endspiele können wir", ist Marketing-Vorstand Axel Hellmann zuletzt nicht müde geworden, zu sagen. Und gegen Bayern München haben die Hessen ja genau vor einem Jahr, am 19. Mai 2018, schon mal ein nicht unbedeutendes Spiel gewonnen. Da schließt sich der Kreis. Ein bisschen Zuversicht in diesen eher tristen Tagen kann sicherlich nicht schaden.

Eintracht Frankfurt: Mannschaft muss harter Saison Tribut zollen

Einerseits. Andererseits hat die sonntägliche Partie gegen den FSV Mainz (0:2) nur bestätigt, was seit einiger Zeit offenkundig ist: Die Mannschaft hat dieser strapaziöse Runde Tribut zollen müssen, sie ist körperlich und mental nicht mehr auf der Höhe. Das ist eigentlich nur logisch angesichts der Dauerbelastung mit dem Tanz auf zwei Hochzeiten. Die Mannschaft ist platt, ausgelaugt, der Akku ist leer. Auf der Suche nach den Gründen für den Einbruch im Alltagsgeschäft steht natürlich die Reise durch Europa oben an. Sicher: Die Auftritte haben die Frankfurter lange, lange Zeit beflügelt, auch durch die Liga getragen. Je länger der Klub freilich in diesem Wettbewerb verharrte, umso schwerer wurde es auch. Bis es nicht mehr ging. Erstaunlich ist dennoch auch dieser Trend: Es ist jetzt die dritte Saison nacheinander, in der Eintracht Frankfurt auf der Zielgerade einbricht, einerlei ob Niko Kovac oder Adi Hütter das Zepter schwangen.

Eintracht Frankfurt: Verletzungspech zum falschen Zeitpunkt

Dabei kann man nicht behaupten, dass die Eintracht unter dramatischem Verletzungspech gelitten hatte. Allerdings fehlte in den wirklich wichtigen Phasen der entscheidende Spieler: Sebastien Haller, der mit einer Bauchmuskelverletzung sechs Wochen ausfiel. Der Ausfall des Zielspielers fiel gravierend ins Gewicht, weil auf ihn praktisch das komplette Spiel ausgerichtet war. Er war es, der im Zentrum die Bälle festmachte, damit die anderen nachrücken konnten, er war jener, der die langen Bälle in die Spitze verarbeitete. Ihn konnte keiner ersetzen. Die Eintracht änderte ihr Spielsystem aber auch dann nicht, als Haller nicht dabei war. Was auch nicht nötig war, solange es von Erfolg gekrönt war. Auch die Umstellung in der Dreierkette sorgte nicht gerade für Stabilität. Die besten Spiele hat die Eintracht (Lesen Sie auch: Sebastian Rode und Eintracht Frankfurt: Bobic äußert sich) in der Besetzung Martin Hinteregger, Makoto Hasebe und Evan Ndika gemacht. Der Franzose ist Mitte der zweiten Halbserie ein wenig in Ungnade gefallen, wurde zuletzt gar nicht berücksichtigt. David Abraham hat sich als nicht sonderlich formstark erwiesen. Und Hasebe ist im defensiven Mittelfeld schlicht verschenkt. Schließlich hat Trainer Hütter auch nicht in dem Maße rotieren können (oder wollen), wie es vielleicht angezeigt gewesen wäre. Er hat mehr oder weniger einem Kreis von 14, 15 Spielern vertraut.

90 Minuten freilich haben die Frankfurter noch, 90 Minuten, die "eine tolle Saison vergolden" können, wie Hütter hofft. Und wenn nicht? Wird sicherlich der eine oder andere Spieler, der Lust auf internationale Glanzlichter hat, ins Grübeln kommen. Ein Punkt nur könnte das verhindern und die Saison retten.

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