19. April 2018, 11:05 Uhr

DFB-Pokal

Wir fahren nach Berlin! Das Wichtigste zum Eintracht-Sieg auf Schalke

Eintracht Frankfurt fährt zum Pokalfinale nach Berlin! Gegen Schalke 04 setzten sich die Hessen am Mittwoch mit 1:0 durch. Die wichtigsten Debatten, Stimmen und Randaspekte im Überblick.
19. April 2018, 11:05 Uhr
(Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt


Niko Kovac stand nach dem Abpfiff am Strafraumeck und schaute stolz auf seine jubelnden Spieler vor der Kurve. Zu den Fans gehen wollte der Trainer nicht. Er überließ die Bühne seinen Jungs. Stattdessen sagte er später: 

Zweimal hintereinander mit Frankfurt im Finale zu stehen, ist eigentlich nobelpreiswürdig

Niko Kovac

Nach einer faden ersten Hälfte gewann die Partie in Halbzeit zwei deutlich an Schärfe und Dramatik. Am Ende gaben gleich mehrere Punkte Anlass zu heftigen Diskussionen.

  • Der Siegtreffer der Eintracht war ein Traumtor: Luka Jovic traf mit der Hacke nach einem Eckball ins lange Eck (75.). An dem Tor selbst hatte Schalkes Trainer Domenico Tedesco auch nichts auszusetzen - wohl aber an der Vorgeschichte. »Benjamin Stambouli bekam mit der Faust ins Gesicht geschlagen und war benebelt, als er neben Jovic stand«, sagte Tedesco: »Da bleibt schon ein fader Beigeschmack.«
  • Gelson Fernandez kam kurz nach dem Frankfurter Führungstor ins Spiel, um den Sieg zu sichern. Gleich bei seiner ersten Aktion nach 33 Sekunden sah der Schweizer nach einem Foul an Leon Goretzka zunächst Gelb, dann kam der Videobeweis und Fernandes flog vom Platz. Die Frankfurter waren sich uneinig, ob dies zu Recht war. »Das ist schon hart, bei der ersten Ballberührung. Wenn er überhaupt am Ball war«, sagte Sportdirektor Bruno Hübner: »Aber in der Zone muss er nicht so hingehen. Die Bilder zeigen, dass man die Rote Karte geben kann.« Kovac war dagegen anderer Meinung. »Wenn das Rot ist, können wir aufhören«, sagte der Trainer: »Er trifft ihn zwar, aber er kommt von vorne. Deshalb ist das Gelb.«
  • In der vierten Minute der Nachspielzeit bejubelten die Schalker Fans schon den vermeintlichen Ausgleich, der zumindest die Verlängerung gebracht hätte. Der Treffer zählte jedoch nicht, weil Schiedsrichter Robert Hartmann bei Schütze Franco Di Santo ein Handspiel bei der Ballannahme gesehen haben wollte. »Das war kein Handspiel«, sagte Tedesco bestimmt: »Unser Problem war, dass der Schiedsrichter relativ schnell abgepfiffen hat und wir deshalb nicht auf den Videobeweis zurückgreifen konnten.« Die Frankfurter Spieler hätten sich ansonsten darauf berufen können, nach dem Pfiff nicht mehr normal weitergespielt zu haben. Tedesco stellte aber auch klar: »Der Schiedsrichter ist nicht schuld, dass wir verloren haben. Wir sind schuld. Wir hätten das Tor machen müssen.«

 

Auch im Internet wurde der Sieg der Frankfurter Eintracht gefeiert. Natürlich nicht von den Schalkern. Eine Auswahl der Twitter-Reaktionen zum Spiel:

  1. Es kommen bald Kinder in die Kita, die kennen keinen anderen deutschen Pokalfinalisten als Eintracht Frankfurt (@DerMalteDuerr)
  2. Erbarme! Ich höre es bis nach Berlin (@muttelhuttel)
  3. Dritte Hose ist durch (@TobinatorLT)
  4. Herzergreifend: Im Frankfurter Block hält ein kleiner Junge jetzt schon seit Minuten ein Schild hoch. Auf dem Schild steht in Schönschrift: »Niko, bitte schenk mir Deinen Syltwichser-Pullover« (@exprofis)
  5. Die A45 ist gerade die glücklichste Autobahn der Welt (@Frank_vanBebber)
  6. Jetzt würde ich gerne nochmal das Bild der grinsenden Schalker sehen, als das Los Frankfurt gezogen wurde (@muzzl)
  7. 0:1. Wow! Da fällt Niko Kovac fast der Pulli von den Schultern (@vertikalpass)

 

Eine Spitzenleistung zeigte Torhüter Lukas Hradecky. Allerdings gab's auch eine schlechte Nachricht für die Eintracht: Er wird den Verein Ende der Saison verlassen. Das bestätigte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic nach dem Spiel. Damit wird das Pokalfinale gegen den FC Bayern am 19. Mai in Berlin voraussichtlich das vorerst letzte Spiel von Hradecky für Frankfurt. Die Eintracht hatte vor einer Woche den dänischen Nationaltorwart Frederik Rönnow verpflichtet. Der siebenmalige Nationalspieler, der seit 2015 bei Bröndby IF aktiv ist, erhielt einen Vierjahresvertrag.

Ärger gibt nach dem Spiel es um heftige Auseinandersetzungen auf den Rängen und nach dem Spiel rund ums Stadion. Die Zusammenfassung. 

Info

Die Auseinandersetzungen

Schläge, Tritte, Männer, die Sitzreihen und Treppen hinunterstürzen: Die Bilder nach dem Pokalhalbfinale zeigen wüste Attacken in der Gelsenkirchener Arena, die auch einige Fernsehzuschauer noch mitbekamen. TV-Bilder zeigten die Szenen. Nach Spielende kam es zu massiven Ausschreitungen zwischen gewaltbereiten Anhängern beider Vereine, teilte die Polizei mit. Sie begannen im Stadion, verlagerten sich dann nach draußen und wurden später auch auf dem Parkplatz ausgetragen. Eine Glasflasche traf einen Frankfurter im Gesicht. Ein Unbekannter warf sie ihm aus einem fahrenden Auto gegen den Kopf. Das Opfer wurde mit Schnittverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Acht Besucher des Spiels wurden nach Polizeiangaben verletzt, dazu sieben Polizisten. Insgesamt 20 Strafanzeigen sind der Polizei zufolge das »Resultat dieses von gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Nachspielphase überschatteten Einsatztages.« Gegen die Verursacher der Auseinandersetzungen leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs ein.

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