Zwei Tote bei Familiendrama im Riederwald

Frankfurt. Mit erhobenen Händen kommt der mutmaßliche Doppelmörder aus dem Mehrfamilienhaus in der Iselinstraße im Stadtteil Riederwald. Der 67 Jahre alte Mann soll in den Mittagsstunden am Dienstag in zwei benachbarten Häusern zwei Familienmitglieder erschossen haben.

Frankfurt. Mit erhobenen Händen kommt der mutmaßliche Doppelmörder aus dem Mehrfamilienhaus in der Iselinstraße im Stadtteil Riederwald. Der 67 Jahre alte Mann soll in den Mittagsstunden am Dienstag in zwei benachbarten Häusern zwei Familienmitglieder erschossen haben. Polizeisprecher Alexander Löhr jedenfalls geht von einem Familiendrama aus. Die Toten sollen ein 25 bis 30 Jahre alter Mann und eine 60 bis 70 Jahre alte Frau sein - vermutlich die Ehefrau und der Sohn oder Schwiegersohn des 67-Jährigen - sein. "Aber genaue Erkenntnisse werden wir erst haben, wenn die Spurensicherung da war", sagt Löhr. Erst am Nachmittag beginnt das Landeskriminalamt mit einer speziellen Kamera Aufnahmen vom Tatort zu machen. Die Arbeit der Ermittler ist auch am Abend noch längst nicht abgeschlossen.

Derweil versammeln sich in strömenden Regen Schaulustige vor den frisch renovierten Mehrfamilienhäusern im Stadtteil Riederwald, die weiträumig mit weiß-rotem Flatterband abgesperrt sind, Polizisten bewachen den Zugang. Ab und an wechseln die Mitarbeiter der Spurensicherung in weißen Ganzkörperanzügen die Wohnungen. Vor einer Haustür liegen ein paar Gegenstände, die mit einer Plane abgedeckt sind.

"Ich kann das alles nicht verstehen", sagt Alexandra Kimmel. Die 40-Jährige wohnt eine Etage über dem Tatort in dem hell gestrichenen Haus. Die Familie stamme aus Marokko, erzählt sie, lebe aber schon seit Jahren in Deutschland. Kurz vor der Tat hat die Nachbarin ein Poltern gehört - "wie wenn jemand Möbel zusammenbaut". Von einem Streit hat sie nichts mitbekommen.

Das geht auch vielen anderen Nachbarn so: "Ich habe nichts mitgekriegt, bis die Polizei angekommen ist", sagt Gloria Weckert (42) aus einem benachbarten Haus in dem Viertel. "Es tut mir so leid", sagt Weckert. Sie kannte die Frau des Getöteten. Sie und deren Söhne habe sie auf dem Spielplatz getroffen. "Und auch der Rest der Familie war immer nett, wenn ich sie mal im Supermarkt getroffen habe", erzählt sie. "Und das so kurz vor Weihnachten."

Nach der Tat hat der 67-Jährige laut Polizeisprecher Löhr selbst bei der Polizei angerufen und sich gestellt. "Beim zweiten Mal haben die Kollegen ihm gesagt, er solle sich ergeben und das Haus verlassen, wenn die Polizei kommt", berichtet Löhr. Der Verdächtige habe sich widerstandslos festnehmen lassen und wurde ins Polizeipräsidium gebracht.

Marco Krefting, dpa

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