Weniger Straftaten, Rekord bei Aufklärungsquote

Frankfurt (lhe). In Hessens größter Stadt sind im vergangenen Jahr weniger Straftaten gezählt und mehr aufgeklärt worden. 105 288 Fälle wurden erfasst, das sind 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Frankfurt (lhe). In Hessens größter Stadt sind im vergangenen Jahr weniger Straftaten gezählt und mehr aufgeklärt worden. 105 288 Fälle wurden erfasst, das sind 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote stieg binnen Jahresfrist auf 59,6 Prozent und damit den höchsten Wert seit 1971. Sie lag auch über dem hessischen Landesrekord von 57,1 Prozent, wie Polizeipräsident Achim Thiel am gestrigen Dienstag berichtete. Straftäter gingen in Frankfurt ein besonders hohes Risiko ein, entdeckt zu werden, sagte Thiel. Die Mainmetropole galt lange als Kriminalitätshochburg in Deutschland.

Die Häufigkeit der registrierten Delikte auf 100 000 Einwohner lag im vergangenen Jahr in Frankfurt bei etwa 15 000 und damit mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt des Bundeslandes (etwa 6700). "Allein die Einwohner-Zahl verfälscht aber die Statistik", mahnte Thiel. Als Gründe nannte er unter anderem Hunderttausende, die zum Arbeiten in die Stadt kommen und den Flughafen.

Schwerpunkte der Kriminalität sind nach wie vor Diebstähle (36 Prozent), Betrug (22 Prozent) und Verstöße gegen Aufenthalts- und Asylverfahren (fast zehn Prozent), die vor allem am Rhein-Main-Flughafen registriert würden. Die Gewaltkriminalität macht seit Jahren rund drei Prozent aus. Gefährliche Körperverletzung auf öffentlichen Straßen ging aber um 8,7 Prozent auf 1119 Fälle zurück. Auch Straßenraub war deutlich seltener: Die Polizei erfasste 579 Fälle (minus 13,6 Prozent).

Die Zahl von Auto-Diebstählen und Diebstählen von Navigationsgeräten und Airbags aus Autos ging ebenfalls zurück. Es wurden aber mehr Fahrräder gestohlen und mehr Ladendiebstähle angezeigt, vor allem infolge genauerer Überwachung.

5507 Fälle von Körperverletzung wurden gezählt, etwa 30 mehr als im Vorjahr. Schwere Körperverletzung und häusliche Gewalt waren aber seltener. "Viele von häuslicher Gewalt Betroffene haben aber immer noch nicht den Mut, sich an die Polizei zu wenden, um ihr Martyrium zu beenden", sagte Thiel. Erstmals wurde auch Stalking (Nachtstellen) erfasst. Unter den 247 Fällen war eine Frau, die seit 13 Jahren von einem psychisch kranken Menschen belästigt wurde.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging um mehr als zehn Prozent auf 1340 zurück. Die meisten Einbrecher suchten sich Mehrfamilienhäuser aus (78 Prozent). "Die Sicherung der Wohnungstür hat eine besondere Brisanz", sagte Thiel. Etwa ein Drittel aller Einbrüche seien an gutem Schutz gescheitert. Auf Einbrüche spezialisierte Tätergruppen hätten auch 2008 wieder die dunkle Jahreszeit ausgenutzt. Bis zu 30 Einbrüche gingen auf das Konto einer Gruppe, die in ganz Deutschland zugeschlagen habe. Immer häufiger auch die Täter von Einbrüchen und Diebstählen mit Hilfe neuer DNA-Ermittlungsmethoden überführt.

Das Betrugsdelikt Schwarzfahren sei um 14 Prozent auf 13 549 Fälle gestiegen. Grund seien vor allem stärkere Kontrollen. Rückläufig waren Computer- und Internetkriminalität sowie Kreditkartenbetrug. Sachbeschädigung war häufiger (plus zehn Prozent auf 8127 Fälle) - vor allem in Folge einer höheren Bereitschaft, diese anzuzeigen, und wegen der Beschädigung von Wahlplakaten. Unter den Tatverdächtigen seien nicht mehr Jugendliche als im Vorjahr. Die Zahl ausländischer Straftäter ging leicht zurück.

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