Umzug der Börse: SPD wirft Stadt-Regierung Schlafmützigkeit vor

Frankfurt (lhe). Die örtliche SPD hat der Stadt-Regierung vorgeworfen, sich nicht genug um den Verbleib großer Unternehmen wie der Deutschen Börse gekümmert zu haben. Eschborns Bürgermeister sei offensichtlich frühzeitig über den Umzug der Börse in seine Stadt informiert worden, die Frankfurter Stadtregierung nicht.

"Sie zeichnete sich durch ein hohes Maß an Schlafmützigkeit aus", sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Römer, Klaus Oesterling, am Freitag. Frankfurt habe erst nach dem Vollzug durch einen Sprecher der Börse von dem Wegzug ins nur wenige Kilometer entfernte Eschborn erfahren. In der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend hatte Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (CDU) einen Schwerpunktwechsel bei der städtischen Wirtschaftsförderung angekündigt. In Zukunft solle die Bestandspflege im Vordergrund der Arbeit stehen, um von den Unternehmen beim Auslaufen von Mietverträgen frühzeitig Signale zu empfangen. Oesterling begrüßte den Vorstoß und sagte Unterstützung zu. Gleichzeitig kritisierte er aber: "Das bedeutet, dass es so etwas bisher nicht gab und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Wirtschaftsförderung in der Stadt." Frankfurt würden durch den Fortzug der Börse Gewerbesteuereinnahmen von 50 bis 100 Millionen im Jahr entgehen. Die Deutsche Börse will ihre Zentrale nach Eschborn verlagern, um Gewerbesteuern in Millionenhöhe zu sparen. Bis Sommer 2010 soll in der Nachbarstadt ein Neubau entstehen, bereits im Frühjahr 2008 sollen gut 1000 Mitarbeiter in ein bestehendes Gebäude in Eschborn umziehen. Die Stadt Frankfurt hat bisher vergeblich versucht, das Börsen-Management umzustimmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare