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Für den insolventen Reisekonzern Thomas Cook in Oberursel gibt es keine Zukunft mehr. Hunderte Mitarbeiter müssen gehen.

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Nach Insolvenz von Thomas Cook: Versicherer regen Reformen an 

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Nach der Insolvenz von Thomas Cook werden wohl nicht alle geschädigten Urlauber ihr volles Geld zurückerhalten. Die Versicherungswirtschaft schlägt Reformen vor.

  • Reiseanbieter Thomas Cook meldet Insolvenz an
  • Von der Pleite sind 600.000 Touristen betroffen
  • Deutsche Thomas Cook auch insolvent
  • Pauschalurlauber bekommen ihre Anzahlung nicht komplett zurück
  • EU-Kommission gewährt Condor Überbrückungskredit
  • Deutsche Thomas Cook wird zerschlagen
  • Alle Reisen 2019 gestoppt
  • Auch Reisen ab 1. Januar 2020 abgesagt
  • Kunden können Forderungen auf Entschädigung online einreichen

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Update vom Donnerstag, 05.12.2019, 13:17 Uhr: Nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung werden einige Urlauber, die von der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook direkt betroffen sind, trotz Sicherungsschein nicht ihr vollständiges Geld zurückbekommen. Laut FAZ sind davon eine sechsstellige Zahl an Pauschalreisekunden betroffen. 

Nach Pleite von Thomas Cook: Nicht alle Kunden bekommen Geld zurück 

Laut dem Bericht fordert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein Umdenken in der gesetzlichen Begrenzung der Haftung auf 110 Millionen Euro. Diese Summe reicht bei weitem nicht aus, um die Kundenforderungen nach dem Aus von Thomas Cook zu decken - der Bedarf liegt bereits bei 250 Millionen Euro. Die GDV schlägt stattdessen ein mehrstufiges System vor, bei dem die Reiseveranstalter je nach Umsatzhöhe ausreichenden Versicherungsschutz einkaufen.

Update vom Mittwoch, 27.11.2019, 15.42 Uhr: Das Amtsgericht Bad Homburg hat das förmliche Insolvenzverfahren für das Reiseunternehmen Thomas Cook eröffnet. Insgesamt sind sechs Gesellschaften des Konzerns betroffen, teilte das Gericht am Mittwoch (27.11.2019) mit. 

Wer eine Reise bei den deutschen Veranstaltermarken gebucht hat, die nicht durch einen Sicherungsschein abgesichert ist, kann nun nach Informationen von Thomas Cook seine Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden.

Für den einst zweitgrößten Anbieter der Branche in Deutschland gibt es nach Angaben der Insolvenzverwaltung mangels Investoren als Ganzes keine Zukunft mehr. Der Geschäftsbetrieb wurde eingestellt. Für Teile der Gruppe gibt es Käufer, dadurch soll gut die Hälfte der einst etwa 2100 Jobs gesichert werden.

So übernimmt beispielsweise der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof 106 der mehr als 120 Reisebüros des Unternehmens mit Sitz in Oberursel. Der türkische Reiseveranstalter Anex Tour erwirbt den Türkeispezialisten Öger Tours und den Last-Minute-Anbieter Bucher Reisen. Die Deals stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde sowie des Gläubigerausschusses von Thomas Cook.

Das Amtsgericht Bad Homburg bestellte am Mittwoch die bislang vorläufigen Insolvenzverwalter um den bekannten Experten Ottmar Hermann zu Insolvenzverwaltern.

Thomas Cook in Oberursel: Keine Zukunft für das Reiseunternehmen

Update vom Donnerstag, 21.11.2019, 12.46 Uhr: Für den insolventen Reisekonzern Thomas Cook in Oberursel gibt es keine Zukunft mehr. Der Veranstalterbereich mit den Marken Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature wird kommende Woche eingestellt. Das sagte Julia Kappel-Gnirs aus dem Team der vorläufigen Insolvenzverwalter der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

„Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens voraussichtlich kommender Woche erhalten die betroffenen Mitarbeiter die Kündigung. Sie sind darüber informiert“, sagte Kappel-Knirs. Es handele sich dabei um weniger als die Hälfte der insgesamt etwa 2100 Beschäftigten. Durch Verkäufe von Unternehmensteilen wird demnach die Zukunft von mehr als 1000 Mitarbeitern gesichert.

„Es ist ein trauriges Ende für Mitarbeiter und Kunden, denen wir keine Fortführungslösung im Ganzen bieten können“, sagte die Geschäftsführerin der deutschen Thomas Cook, Stefanie Berk, der dpa.

Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde nach dem Insolvenzantrag am 25.09.2019 versucht, „unter hohem Zeitdruck eine Gesamtlösung für das Unternehmen zu finden. Das war eine Herkulesaufgabe“, sagte Kappel-Gnirs. „Es gab eine Vielzahl von Interessenten, aber viele sind vor der Größe des Unternehmens und den Kosten der Anlauffinanzierung zurückgeschreckt.“

Thomas Cook: Düstere Aussichten für Beschäftigte in Oberursel

Update vom Donnerstag, 21.11.2019, 7.40 Uhr: Düstere Aussichten für die Beschäftigten von Thomas Cook in Oberursel: Nach dem Verkauf der Reisebüros wird über weitere Teilverkäufe verhandelt. Ob und wie viele der 1200 Arbeitsplätze bei Thomas Cook in Oberursel* erhalten bleiben, steht noch nicht fest. In Deutschland sind insgesamt Perspektiven für rund 500 Arbeitsplätze entstanden - das ist ein Viertel der deutschlandweit Beschäftigten.

Update vom Dienstag, 19.11.2019, 16.00 Uhr:  Der insolvente deutsche Reisekonzern Thomas Cook wird in Einzelteilen verkauft*. So stärkt der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof sein Touristik-Standbein durch die Übernahme von Teilen des Deutschland-Geschäfts des Pleite gegangenen Touristikriesen Thomas Cook. Insgesamt 106 Reisebüros und die deutsche Online-Plattform der Deutschland-Tochter würden von Galeria Karstadt Kaufhof übernommen und weitergeführt, sagte ein Sprecher des Warenhaus-Unternehmens. Ein Großteil der Arbeitsplätze in den beiden Bereichen werde damit erhalten. Der Erwerb steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde sowie des Gläubigerausschusses von Thomas Cook.

„Wir haben alles versucht, Thomas Cook als Ganzes zu veräußern. Das war allerdings im Markt nicht zu realisieren“, sagte Ottmar Hermann, einer der vorläufigen Insolvenzverwalter. Mit dieser Lösung werde ein Maximum an Substanz und Arbeitsplätzen erhalten, sagte Hermann. Konkrete Angebote gibt es früheren Angaben zufolge auch für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH mit etwa 90 Beschäftigten. An der Hotelmarke Sentido und der Reisebüro-Franchisemarke Holiday Land hat Konkurrent DER Touristik Interesse. Thomas Cook hofft, mit den angestrebten Verkäufen gut die Hälfte der etwa 2100 Jobs in Deutschland sichern zu können. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis Ende November 2019 durch das Insolvenzgeld gesichert.

Lukrative Thomas-Cook-Pleite

Update vom Dienstag, 19.11.2019, 13.45 Uhr: Die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook beschert dem Konkurrenten Alltours einen kräftigen Wachstumsschub. Der Düsseldorfer Reiseveranstalter rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2019/2020 erstmals mit mehr als zwei Millionen Gästen. Das bedeute ein Plus von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtete Alltours-Inhaber Willi Verhuven in Düsseldorf. Gut drei Viertel des Zuwachses seien auf die Pleite von Thomas Cook zurückzuführen. 

Thomas Cook: Wie Kunden jetzt an ihre Entschädigung kommen

Update vom Mittwoch, 13.11.2019, 9.56 Uhr: Nachdem Thomas Cook Insolvenz angemeldet und die Reisen für 2019 und 2020 abgesagt hat, können Kundinnen und Kunden online ihre Forderungen auf Entschädigung einreichen. Das gibt der insolvente Reiseveranstalter auf seiner Homepage bekannt.

  • Wer eine Pauschalreise mit Sicherungsschein gebucht hat, kann seine Schadenanzeige bei dem Dienstleister KAERA stellen.
  • Wer eine Reise bei den deutschen Veranstaltermarken gebucht hat, die nicht durch einen Sicherungsschein abgesichert ist, kann bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens seine Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. Wann das Insolvenzverfahren eröffnet wird, wird öffentlich bekannt gegeben.
  • Wer bei der Thomas Cook International AG (TCI) eine Reise ohne Sicherungsschein gebucht hat, kann seine Forderungen beim Schweizer Insolvenzverwalter anmelden. Informationen dazu stellt das Konkursamt Höfe bereit.

Die von der Insolvenz betroffenen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Dann soll voraussichtlich die genaue Höhe der Entschädigung feststehen, sagte ein Sprecher des Versicherers Zurich Deutschland. Klar ist aber schon, dass die versicherte Summe bei weitem nicht ausreicht und dass Geschädigte nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

Thomas Cook sagt nach Insolvenz Reisen für 2020 ab

Update vom Dienstag, 12.11.2019, 11.55 Uhr: Die Vorzeichen, dass der insolvente deutsche Reisekonzern Thomas Cook mit Sitz in Oberursel vor dem Aus steht, verdichten sich. Laut der Nachrichtenagentur dpa sagte der Reiseveranstalter jetzt auch alle Reisen für das Jahr 2020 ab – selbst wenn Kunden die Urlaubs-Trips bereits ganz oder teilweise bezahlt hätten. 

Der Reisestopp galt bislang bis Dezember 2019. Jetzt könnten Kunden auch ab 1. Januar 2020 keine Reisen mehr antreten, teilte Thomas Cook in Oberursel mit. 

Thomas Cook: Reisen für 2020 abgesagt

Abgesagt sind Pauschalreisen der Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin sowie über Thomas Cook International gebuchte Trips. Rund 660.000 Urlauber hatten bis September 2020 Reisen gebucht. 

Den Angaben von Thomas Cook in Oberursel zufolge gibt es bislang kein belastbares Angebot für die Fortführung des Unternehmens als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH. 

Feriengäste, die von der Insolvenz betroffen sind, sollen von Dezember an entschädigt werden. Die versicherte Summe wird aber bei weitem nicht reichen, damit alle Kunden ihr Geld – oder Teile dessen – zurückbekommen. 

Nach Pleite der Deutsche Thomas Cook: Unternehmen droht Zerschlagung

Update vom Montag, 04.11.2019, 15.46 Uhr: Nachdem die insolvente deutsche Thomas Cook erst kürzlich ihren Kreditantrag zurückgezogen hatte, folgt nun eine weitere schlechte Nachricht. Dem Unternehmen mit Sitz in Oberursel droht die Zerschlagung. 

Denn bislang liege kein belastbares Angebot für die Fortführung des Unternehmens als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH vor, erklärten Insolvenzverwalter und Unternehmen am Montag in Oberursel bei Frankfurt. "In Folge dessen muss die Thomas Cook Touristik GmbH nun aus rechtlichen Gründen die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember 2019 vorbereiten", hieß es in der Mitteilung.

Für einzelne Teile des Unternehmens gebe es aber Interesse. "Eine hohe Nachfrage bei den Interessenten gibt es für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH. Die Verhandlungen über deren Fortführung sind sehr weit fortgeschritten." Durch die angestrebten Verkäufe von Unternehmensteilen wären gut die Hälfte der aktuell etwa 2100 Thomas Cook-Arbeitsplätze in Deutschland gesichert, hieß es.

Thomas Cook in Oberursel: Kreditantrag zurückgezogen

Update vom Mittwoch, 16.10.2019, 12.48 Uhr: Nachdem die EU erst kürzlich der Fluggesellschaft Condor einen Kredit gewährte, wurde der Antrag auf staatliche Hilfe vom insolventen deutschen Reiseveranstalter Thomas Cook nun zurückgezogen. 

Als Grund wurden insolvenzrechtliche Schwierigkeiten angegeben. Es soll jedoch weiterhin geprüft werden, welche tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen für eine Beihilfe vorliegen. Das teilten die vorläufigen Insolvenzverwalter am Mittwoch mit. 

"Der bereits vorliegende Antrag kann daher in dieser Form nicht weiter betrieben werden." Gleichzeitig werde die Suche nach neuen Investoren mit Hochdruck verfolgt. Nach der Insolvenz von Thomas Cook müssen nun 140 000 Touristen auf Entschädigungen hoffen, für die die Zurich-Versicherung mit einem Volumen von 110 Millionen Euro zuständig ist. 

Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind den früheren Angaben zufolge bis Ende November 2019 durch das Insolvenzgeld gesichert. Ob der zurückgezogene Kreditantrag scherwiegende Folgen für das Unternehmen oder die Touristen hat, ist bislang nicht klar. 

Thomas Cook in Oberursel: EU gewährt Fluggesellschaft Condor Kredit

Update vom Montag, 14.10.2019, 12.28 Uhr: Die EU verschafft der Fluggesellschaft Condor in deren finanziellem Überlebenskampf Luft. Am Montag wurde bekannt, dass die EU-Kommission den staatlichen Überbrückungskredit für die Tochter des ebenfalls Pleite gegangenen Thomas-Cook-Konzerns genehmigt hat.

Die 380 Millionen Euro der Staatsbank KfW verzerrten den Wettbewerb in der Europäischen Union nicht übermäßig, erklärte die Brüsseler Behörde gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Kredit soll Thomas-Cook-Tochter Condor über den Winter bringen

Condor hofft, in einem sogenannten Schutzschirmverfahren den Winter überleben zu können. Dabei soll verhindert werden, dass Geld an die britische Mutter Thomas Cook abfließt. 

Dank des Kredits ist Condor zunächst wieder zahlungsfähig. Das Geld werde "im Interesse der Fluggäste zur ordnungsgemäßen Aufrechterhaltung der Flugdienste beitragen", erklärte die EU-Kommission. 

Der Kredit ist demnach mit strengen Auflagen verbunden. Die Summe werde in Raten ausbezahlt, Condor müsse seinen Liquiditätsbedarf wöchentlich nachweisen. Deutschland habe zudem zugesichert, dafür zu sorgen, dass Condor den Kredit entweder nach sechs Monaten vollständig zurückzahlt oder eine umfassende Umstrukturierung durchführt, um wieder rentabel zu werden. 

Wechselhafte Stimmung in der Konzernzentrale von Thomas Cook in Oberursel

Update vom Montag, 14.10.2019, 8.43 Uhr: Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation bei Thomas Cook wechselt die Stimmung in der Firmenzentrale in Oberursel beständig zwischen Hoffen und Bangen. Das sagt der Betriebsratsvize Andreas Lutze. „Doch der Spirit ist gut.“ Dazu trägt auch eine Onlinepetition bei, die seit einigen Tagen auf der Plattform Change.org läuft.

Thomas Cook: Alle Reisen bis 31. Dezember 2019 abgesagt

Update vom Mittwoch, 09.10.2019, 11.45 Uhr: Der insolvente deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat alle Reisen bis einschließlich 31. Dezember abgesagt. Das gilt auch, wenn sie bereits teilweise oder gänzlich bezahlt wurden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Oberursel bei Frankfurt mit.

Update vom Dienstag, 01.10.2019, 13.10 Uhr: Für Pauschalurlauber der deutschen Thomas Cook, die vom Reisestopp bis 31. Oktober betroffen sind, gibt es schlechte Nachrichten: Sie bekommen ihre Anzahlung nicht komplett zurück. 

Die Versicherung Zurich Deutschland hatte die Reisen mit der deutschen Thomas Cook bis zu 110 Millionen Euro versichert. „Sie können davon ausgehen, dass dies bei weitem nicht reicht“, sagte Zurich-Sprecher Bernd Engelien am Dienstag der dpa.

Thomas Cook: Schlechte Nachrichten für Pauschalurlauber 

Thomas Cook hatte alle Reisen bis 31. Oktober abgesagt, auch wenn sie schon angezahlt oder voll bezahlt waren. Zur Zahl der betroffenen Kunden machte der Veranstalter keine Angaben.

Die Ersatzansprüche würden der versicherten Summe gegenübergestellt und quotiert, erläuterte der Zurich-Sprecher. Als Rechenbeispiel: Wenn die Schadenssumme doppelt so hoch ist wie die versicherte Summe, würden die Ansprüche zur Hälfte gedeckt. Bislang sei aber noch nicht klar, wie hoch die Schadenssumme und die Erstattungsquote sei, sagte Engelien.

Auch interessant: Flughafen Frankfurt: Klagen stark gestiegen - Amtsgericht überlastet

Thomas Cook: Kunden bekommen Anzahlung nicht komplett zurück 

Betroffen sind Pauschalreisekunden, die beim Insolvenzantrag noch nicht unterwegs waren. Zunächst müssten Hotelrechnungen für Pauschalurlauber, die beim Insolvenzantrag schon unterwegs waren, sowie ihre Rückflüge bezahlt werden, erläuterte Engelien weiter. Auch die Höhe dieser Summe sei noch nicht klar. 

Von den 140.000 betroffenen Urlaubern seien bis Montagabend alle bis auf 17.000 in die Heimat zurückgebracht worden. Bis Anfang kommender Woche solle die Rückholaktion weitgehend abgeschlossen sein. Zurich gehe davon aus, dass dann nur noch 3000 Leute, teils Langzeiturlauber, im Ausland seien.

Ob Kunden, die ab dem 1. November gebucht haben, Geld verlieren, hängt davon ab, ob die Reisen durchgeführt werden - möglicherweise auch von einem anderen Veranstalter. Für den Zeitraum bis September 2020 hatten früheren Angaben zufolge etwa 660.000 Urlauber eine Reise bei dem Unternehmen gebucht.

DER Touristik hat wenig Interesse an Thomas Cook

Update vom Dienstag, 01.10.2019, 8.49 Uhr:  Der Reisekonzern DER Touristik hat wenig Interesse an einer Übernahme des insolventen deutschen Veranstalters Thomas Cook. "Wir haben ein sehr gut aufgestelltes Portfolio an Marken und Produkten", sagte Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester der Deutschen Presse-Agentur. "Nur Volumen zu gewinnen, macht wenig Sinn." Zugleich hat DER Touristik großes Interesse, dass der ebenfalls zum insolventen britischen Reisekonzern Thomas Cook gehörende Ferienflieger Condor weiter in der Luft bleibt.

"Eine gesamthafte Übernahme von Condor kann ich mir nicht vorstellen. Eine anteilige Beteiligung würde ich aber nicht grundsätzlich ausschließen", sagte Burmester. Die Priorität aus Sicht von DER Touristik liege aber in einer "eigenständigen, dauerhaft erfolgreichen Airline".

Thomas Cook: Condor ist bei Kunden beliebt

Condor ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. Die Airline fliegt derzeit planmäßig. Sie hat im Gegensatz zu dem Reiseveranstalter keinen Insolvenzantrag gestellt, sondern ist in einem Schutzschirmverfahren. Damit soll verhindert werden, dass Geld an den insolventen britischen Mutterkonzern abfließt.

"Condor ist sehr verlässlich und gerade im Moment bei Kunden sehr beliebt. Wir stellen aktuell steigende Buchungen für Sommer und Winter auf Condor-Flügen fest", sagte Burmester.

Thomas Cook: Bundesregierung entscheidet über Kredit

Update vom Montag, 30.09.2019, 13.00 Uhr: Die Bundesregierung will "zeitnah" über einen Antrag des insolventen deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook auf einen staatlichen Überbrückungskredit entscheiden. Das kündigte eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag in Berlin an. Was "zeitnah" genau bedeutet, sagte sie nicht.

Die Thomas Cook GmbH hatte einen Antrag auf einen Überbrückungskredit gestellt. Dabei soll es sich um 375 Millionen Euro handeln, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfahren hatte.

Update vom Sonntag, 29.09.2019, 8.19 Uhr: Inzwischen hat auch der Reiseanbieter Tour Vital Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund seien die derzeitigen "Rahmenbedingungen im Reisemarkt", wie das Unternehmen, das bis vor knapp einem Jahr noch zu Thomas Cook gehörte, auf seiner Internet-Seite mitteilte. 

Nach Thomas Cook: Auch Tour Vital insolvent 

Das Amtsgericht Köln habe einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Dieser verschaffe sich derzeit mit der Geschäftsleitung einen Überblick über die Situation. Der Verkauf von Reisen sei gestoppt worden. Angaben zur Anzahl betroffener Kunden wurden nicht gemacht.

Update vom Sonntag, 29.09.2019, 8.19 Uhr: Der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook warnt seine Kunden vor einer Betrugsmasche im Internet. Demnach kursieren als offiziell getarnte Emails mit dem Betreff „Wichtig: Erstattung Ihrer Thomas Cook-Reise.“, in denen Pass- und Kreditkartendaten abgefragt werden. 

„Thomas Cook hat zu keiner Zeit Emails dieser Art an Kunden verschickt. Bitte ignorieren Sie diese Mails und löschen diese“, warnt das Unternehmen auf seiner Homepage. 

Update vom Freitag, 27.09.2019, 8.01 Uhr: Nachdem der Reiseveranstalter Thomas Cook bereits alle Reisen bis zum 13. Oktober annulliert hatte, wurde das Datum nun auf den 31. Oktober ausgedehnt. Das bedeutet, dass alle gebuchten Reisen bis zum 31. Oktober nicht stattfinden werden. Für Reisen ab 1. November ist noch keine Entscheidung gefallen, teilt Thomas Cook auf seiner Homepage mit. 

Update vom Donnerstag, 26.09.2019, 13.43 Uhr: Die deutsche Fluglinie Condor bekommt nach der Pleite von Mutterkonzern Thomas Cook den Sanierungsexperte Lucas Flöther an die Seite gestellt. Er soll in dem Unternehmen als vorläufiger Sachwalter agieren, sagte Flöther am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Am Mittwoch wurde Flöther vom Amtsgericht Frankfurt dafür bestellt. Auch bei der Fluglinie Air Berlin, die vor zwei Jahren Insolvenz anmelden musste, ist Flöther bereits Insolvenzverwalter.

Laut der "Wirtschaftswoche" (online) habe das Gericht außerdem am Mittwoch (25.09.2019) ein sogenanntes Schutzschirmverfahren genehmigt. Es soll verhindern, dass Geld an den insolventen Mutterkonzern Thomas Cook abfließt. "Dieser Schritt ist in der derzeitigen Lage das Beste für unsere Kunden, unsere Geschäftspartner und für uns. Denn wir erlangen so die volle Unabhängigkeit von der Thomas Cook Group plc und mehr Sicherheit für unsere Zukunft", betonte das Unternehmen. Flöther soll als Sachwalter die Geschäftsführung überwachen.

In Bulgarien reagiert indes auch die Tourismusministerin, Angelina Angelkowa, auf die Pleite von Thomas Cook. Sie fordert die Hoteliers auf, die Urlauber weiter zu versorgen. In den Ferienorten befinden sich derzeit 3940 Urlauber, die über den insolventen Reiseveranstalter gebucht haben. 

Thomas Cook Deutschland pleite: Damit müssen Reisende jetzt rechnen

Update vom Donnerstag, 26.09.2019, 10.41 Uhr: Am Mittwoch hat die deutsche Thomas Cook Insolvenz angemeldet. Jetzt hat Thomas Cook bestätigt: Alle reisen bis zu 13. Oktober 2019 werden ausgesetzt. Das betrifft alle Reisen, die über Thomas Cook, Neckermann reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin gebucht wurden. Dies betrifft sowohl Pauschalreisen als auch gebuchte Einzelreisen (Nur-Hotel Buchungen und Nur-Flug Buchungen). Für Reisen mit Reiseantrittsdatum ab dem 14. Oktober 2019 wird laut der Mitteilung von Thomas Cook nun in Abstimmung mir der Insolvenzversicherung die weitere Vorgehensweise geprüft. 

Update vom Mittwoch, 25.09.2019, 16.54 Uhr: Nach der britischen Muttergesellschaft hat am Mittwoch (25.09.2019) auch die deutsche Tochter von Thomas Cook Insolvenz angemeldet. Das Tochterunternehmen hat zudem beim Bund einen staatlichen Überbrückungskredit in Höhe von 375 Millionen Euro beantragt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Koalitionskreisen. Die Prüfung laufe. Bestätigen konnte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums die Höhe des Kredits jedoch noch nicht. Der Antrag von Thomas Cook Deutschland sei zudem getrennt zu betrachten vom Ferienflieger Condor.

Eine Sprecherin der Thomas Cook GmbH in Oberursel bei Frankfurt hatte am Montag gesagt, das Unternehmen habe einen Überbrückungskredit beim Bund beantragt. Der Ferienflieger Condor, ebenfalls eine Tochter des insolventen britischen Reisekonzerns Thomas Cook, hatte am Dienstagabend die Zusage über eine staatlichen Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro erhalten.

Thomas Cook Deutschland stellt Insolvenzantrag - Über 1000 Arbeitnehmer bangen

Update vom Mittwoch, 25.09.2019, 13.17 Uhr: Der Standort der Thomas Cook GmbH im Zimmersmühlenweg in Oberursel ist seit der Insolvenz der britischen Muttergesellschaft in ernsten Schwierigkeiten. Seit 1992 werden dort Reisen in die ganze Welt verkauft, damit ist nun erst mal Schluss. Auch die deutsche Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. "Der reguläre Geschäftsbetrieb ist eingestellt, jeglicher Verkauf von Reisen aus dem Portfolio der Thomas Cook-Veranstalter ist gestoppt. Dazu zählen: Thomas Cook Signature, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin", heißt es auf der Internetseite.

Über 1000 Arbeitnehmer an dem Standort in Oberursel müssen nun bangen wie es weitergeht. Seit 27 Jahren werden dort Urlaubsreisen verkauft. Wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, hat das Unternehmen eine lange Geschichte. Zunächst 1992 als NUR Touristics, das Reiseunternehmen von Neckermann mit dem Milliardenumsätze generiert wurden. Aus NUR wurde nach der Zusammenführung mit der Condor Flugdienst GmbH die C&N Touristic. Dann kam Thomas Cook ins Spiel. Die 2001 für 1,7 Millionen Deutsche Mark von C&N Touristics übernommen wurde - der neue Name: Thomas Cook AG.

Nach der Fusion mit der britischen My Travel Group zur Thomas Cook plc verlegte der Konzern seine Zentrale wieder nach London. Die Thomas Cook GmbH blieb als 100-prozentige Tochter in Oberursel.  

Thomas Cook Deutschland stellt Insolvenzantrag: Hotel-Ärger für Urlauber

Update vom Mittwoch, 25.09.2019, 11.16 Uhr: Thorsten und Angela aus Dreieich (Kreis Offenbach) hatten eine Woche Urlaub in einem Vier-Sterne-Hotel an der andalusischen Küste in Spanien gebucht, doch bereits am Tage ihrer Ankunft machte die Nachricht von der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook die Urlaubsstimmung vorerst kaputt. Das Paar soll plötzlich für das gebuchte Hotel doppelt zahlen.

Eine Schwälmer Reisegruppe hängt zudem nach der Cook-Pleite auf der Ferieninsel Mallorca fest, wie hna.de berichtet. Das Hotelmanagement sperrte die Schlüsselkarten der Zimmer für die Gäste.

Update vom Mittwoch, 25.09.2019, 10.20 Uhr: Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenzantrag gestellt. Das teilte die Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns am Mittwoch in Oberursel bei Frankfurt mit.

Update vom Mittwoch, 25.09.2019, 6.34 Uhr: Der Ferienflieger Condor kann nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook dank eines 380-Millionenkredits des Staates auf Rettung hoffen - Tausende Urlauber und Beschäftigte können vorerst aufatmen. Bund und Hessen gaben der Airline am Dienstagabend die Zusage über eine Bürgschaft für einen sechsmonatigen Überbrückungskredit. Mit dem sogenannten Massedarlehen von 380 Millionen Euro bekommt der Ferienflieger auch finanziellen Spielraum, um sich möglicherweise von der britischen Muttergesellschaft zu lösen. Hessen betont, dass das Unternehmen sich nun ohne Thomas Cook neu aufstellen müsse. Condor spricht bereits mit möglichen Kaufinteressenten. Der sogenannten Rettungshilfe muss aber auch die EU-Kommission noch zustimmen.

"Die Bundesregierung hat heute entschieden, der Condor Flugdienst GmbH mit Sitz in Hessen ein zu 100 Prozent vom Bund garantiertes KfW-Darlehen als Massedarlehen in Höhe von 380 Millionen zu gewähren", teilte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit. Er sieht damit eine Grundlage für eine gute Perspektive für den Ferienflieger. Es gebe die Möglichkeit, "viele" der fast 5000 Jobs bei Condor dauerhaft zu erhalten, sagte er in Berlin.

Insolvenz von Thomas Cook - Überbrückungskredit für Condor

Update vom Dienstag, 24.09.2019, 20:09 Uhr: Die Insolvenz von Thomas Cook schlägt immer noch hohe Wellen. Nun hat der Staat beschlossen, der deutschen Tochter Condor mit einem Überbrückungskredit zu helfen. Laut Deutsche Presse-Agentur haben die zuständigen Minister die Entscheidungen am Dienstagabend getroffen. Im Gespräch sei ein Kredit mit einem Volumen von 380 Millionen Euro. 

Update vom Dienstag, 24.09.2019, 13:50 Uhr: Kunden der deutschen Thomas-Cook-Tochter können auch am 25. und 26. September ihre Reisen nicht antreten. Das sagte ein Sprecher der Thomas Cook GmbH am Dienstag auf Anfrage. Die Durchführung der Reise könne nicht garantiert werden. Nach Hause fliegen können Pauschalreisegäste nach Angaben von Airlines in der Regel wie geplant. 

Der Verkauf von neuen Reisen bleibt gestoppt. Die Tochter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen ist nicht insolvent und führt derzeit Gespräche auf allen Ebenen.

Update vom Dienstag, 24.09.2019, 12:42 Uhr: Wie geht es mit dem in Bedrängnis geratenen Konzern Condor weiter? Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kündigte eine Entscheidung der Bundesregierung über einen Überbrückungskredit für Condor „in den nächsten Tagen“ an. 

Laut Altmeier sind die Probleme durch die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook entstanden. „Es sind keine hausgemachten Probleme.“ Es seien Anträge auf Überbrückungskredite eingegangen. Sie würden in Übereinstimmung mit der Bundeshaushaltsordnung geprüft. Das Wirtschaftsministerium stehe in engem Kontakt mit dem Finanz- und Verkehrsministerium. 

Auch die hessische Landesregierung stellte Unterstützung ist Aussicht. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) erklärte, der Kredit würde dann je zur Hälfte vom Bund und Hessen getragen. Laut Deutscher Presseagentur handelt es sich um eine Summe in Höhe von 200 Millionen Euro. 

Update vom Dienstag, 24.09.2019, 11.34 Uhr: Der deutsche Ferienflieger Condor hält seinen Betrieb weiter aufrecht. Alle Flüge würden wie geplant durchgeführt, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Spezielle Teams beantworteten an den Flughäfen die Fragen der Passagiere. Gleichzeitig rede das Management mit allen Lieferanten und Partnerunternehmen, um seine Maschinen weiter in der Luft zu halten.

Wegen der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook hatte Condor einen Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt. Darüber ist aber noch nicht entschieden. Noch ist auch offen, ob es einen Investor gibt, der die Gesellschaft mit ihren 4900 Beschäftigten möglicherweise von Thomas Cook übernehmen könnte.

Auch Tui-Kunden von Thomas Cook-Pleite betroffen

Update vom Dienstag, 24.09.2019, 09.45 Uhr: Die Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook trifft in Großbritannien auch Kunden des Hauptkonkurrenten Tui. Tui-Urlauber aus dem Land, die bis 31. Oktober auf Flüge mit Thomas Cook Airlines gebucht waren, könnten ihre Reise nicht antreten, sagte ein Tui-Sprecher am Dienstag in Hannover. Für bereits verreiste Kunden, deren Flüge wegen der Insolvenz ausfallen, würden Ersatzflüge angeboten. 

Tui arbeite an Maßnahmen zur Unterstützung, teilte der Konzern bei der Vorlage seiner Buchungszahlen für die Sommersaison mit. Der Thomas-Cook-Konzern hatte in der Nacht zum Montag Insolvenz angemeldet. Dessen deutsche Fluglinie Condor fliegt aber noch weiter und hofft auf einen Überbrückungskredit der Bundesregierung. Auch Tui-Kunden könnten weiterhin mit Condor fliegen, sagte der Sprecher.

Update vom Dienstag, 24.09.2019, 06.45 Uhr: Condor hofft nach wie vor auf staatliche Finanzspritzen. Verbraucherschützer appellierten an die Bundesregierung, den beantragten Kredit an die Fluggesellschaft zu gewähren. Auch Flughafenbetreiber hoffen auf den Fortbestand der Airline. Zuvor hatten Gewerkschaften von der Bundesregierung gefordert, Condor zu unterstützen, um die 4900 Arbeitsplätze bei der Airline zu erhalten. Dagegen lehnt der Steuerzahlerbund staatliche Hilfen für Condor ab. Condor fliegt vorerst weiter. 

Beflügelt wurden Spekulationen über einen Verkauf von Condor oder zumindest Teilen an die Lufthansa. Hintergrund dürfte dabei auch sein, dass nach EU-Recht Staatshilfen nur zulässig sind, wenn das betroffene Unternehmen dauerhaft überleben kann. Lufthansa wollte sich bisher nicht dazu äußern.

Insolvenz von Thomas Cook versetzt Tourismusbranche auf Mallorca in Aufruhr

Update vom Montag, 23.09.2019, 19.50 Uhr: Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat auch die Tourismusbranche auf Mallorca in Aufruhr versetzt. Die Konsequenzen der Pleite für die spanische Urlaubsinsel seien „von einer bisher nie dagewesenen Dimension“, sagte die Präsidentin des Hotelierverbandes FEHM, Maria Frontera, am Montag vor Journalisten in Palma.

Frontera sprach von einem „harten Schlag“ und erklärte: „Wir sind noch dabei, die Konsequenzen für die Zukunft des Sektors zu evaluieren. Aber es gibt in der Branche große Sorgen.“ Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte die Verbandschefin, es gehe nun zunächst darum, dabei zu helfen, dass die Rückkehr der betroffenen Touristen in die jeweiligen Heimatländer "so wenig traumatisch wie möglich gestaltet" werde.

Nach Medienberichten warteten am Montagabend auf dem Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca zwischen 1500 und 2000 von der Pleite betroffene Touristen auf Ersatzflüge, die sie nach Hause bringen sollten. Die Lage war am Flughafen aber ruhig.

Condor nach Insolvenz von Thomas Cook zuversichtlich

Update vom Montag, 23.09.2019, 17.25 Uhr: Condor zeigt sich nach der Insolvenz von Thomas Cook zuversichtlich. „Ich versichere Ihnen, dass wir alles in unserer Macht stehende tun und nichts unversucht lassen, damit unsere Flotte auch weiterhin wie gewohnt unsere Gäste zuverlässig an ihre Ferienziele in aller Welt und auch wieder zurück nach Hause bringt. Genau so, wie sie es seit 64 Jahren von uns gewohnt sind,“ so Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Geschäftsführung. Aktuell sind rund 240.000 Gäste im Ausland mit Condor unterwegs. Der Ticketverkauf läuft weiter wie gewohnt. Kunden wird jedoch empfohlen, eine Reiserücktrittsversicherung mit der Buchung abzuschließen.

Um mögliche Liquiditätsengpässe bei Condor zu verhindern, wurde jedoch ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit - in Höhe von 200 Millionen Euro - beantragt. Dieser wird derzeit von der Bundesregierung geprüft. Die hessische Landesregierung hat bereits ihre Unterstützung in Aussicht gestellt.

Große Verunsicherung bei Thomas Cook in Oberursel

Update vom Montag, 23.09.2019, 16.42 Uhr: Große Verunsicherung herrscht unter den Beschäftigten in der Deutschlandzentrale von Thomas Cook in Oberursel. „Enttäuschung, Wut, Trauer“, fasst ein Mitarbeiter die Stimmung zusammen. Alle beschäftige natürlich nun die Frage, wie es weitergeht. An Aufgeben denke man aber nicht. „Wir leben ja noch.“

Update vom Montag, 23.09.2019, 14.00 Uhr: Auf Nachfrage der Redaktion äußert sich Condor zur Situation am Flughafen Frankfurt. Nach Angabe der Pressestelle fahre der Flugbetrieb regulär fort. Die Fluggäste seien darüber informiert, "dass die Durchführung der Pauschalreisen mit Abreisedatum 23. und 24. September nicht gewährleistet werden" könne. Thomas Cook habe Condor darüber informiert, "dass Condor die Gäste von Thomas Cook entsprechend nicht auf den heutigen Flügen zum Urlaubsziel annehmen darf. Das tut uns außerordentlich leid! Alle betroffenen Kunden werden gebeten, sich direkt an Ihren Thomas Cook-Veranstalter zu wenden. Ihren Rückflug können Thomas Cook-Gäste ganz normal antreten."

Oberursels Bürgermeister zur Thomas-Cook-Pleite: „Das ist schon heftig“

Update vom Montag, 23.09.2019, 13.41 Uhr: Oberursels Bürgermeister Hans Georg Brum (SPD) hat sich zur Situation des Reiseveranstalters Thomas Cook geäußert. „Das ist schon heftig“, kommentiert er gegenüber der Redaktion. Mit mehr als 1000 Mitarbeitern ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber der Taunuskommune.

Über einen möglichen Ausfall bei der Gewerbesteuer könne er aus rechtlichen Gründen keine Auskunft geben, sagt Brum. Er hat aber auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der deutschen Gesellschaften des englischen Reiseunternehmens noch gerettet werden können. Deshalb appelliert er an Bund und Land, Thomas Cook und Condor einen Überbrückungskredit zur Verfügung zu stellen, um die Liquidität vorerst zu sichern. „Wir drücken die Daumen, dass die Verhandlungen erfolgreich ausgehen“, so Oberursels Bürgermeister.

Thomas Cook ist der größte Arbeitgeber in der Region.

Dramatische Szenen am Flughafen Frankfurt: Passagiere werden abgewiesen

Update vom Montag, 23.09.2019, 13.20 Uhr: Passagiere von Tochterunternehmen von Thomas Cook sind am Montagmorgen am Frankfurter Flughafen nicht zu ihren Reisezielen geflogen worden. Am Schalter der deutschen Tochter Condor bilden sich lange Schlangen.

"Wir hatten noch die Hoffnung, dass wir mitkommen können - aber gerade eben wurden wir aus der Schlange rausgezogen", sagt Daniela Schwenken, die gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang zehn Tage ins ägyptische Hurghada fliegen wollte. "Weil wir mit Bucher gebucht haben, dürfen wir nicht mit." Jetzt steht das Paar in der Abflughalle am Terminal 1, die Trolleys im Schlepptau, die Reise-Unterlagen in der Hand, die Gesichter so lang wie die Schlangen vor den Countern.

Viele der gestrandeten Reisenden beklagen, dass sie von Condor keine Bestätigung darüber bekommen, dass sie nicht mitgenommen wurden. "Condor soll uns schriftlich geben, dass wir hier waren - das machen sie aber nicht", sagt Wiegand Michael Funke aus Fulda, der mit seiner Frau eine zweiwöchige Hochzeitsreise nach Bali geplant hatte. "Wir müssen beweisen, dass wir hier vor Ort waren, sonst bekommen wir nichts von der Versicherung", sagt er. Um wenigstens einen kleinen Beweis zu haben, spricht Funke andere Reisende an, sucht mögliche Zeugen. Die Flitterwochen hat er sich längst abgeschrieben. Das Service-Center von Thomas Cook in der Abflughalle hat bereits geschlossen. Die Glastüren sind verriegelt, Mitarbeiter sind keine zu sehen

Update vom Montag, 23.09.2019, 13.00 Uhr: Die hessische Landesregierung stellt Condor finanzielle Hilfe in Aussicht. "Grundsätzlich sind wir offen, Condor bei der Überbrückung der aktuellen Krise zusammen mit dem Bund behilflich zu sein, etwa durch eine ergänzende Landesbürgschaft", teilte die schwarz-grüne Landesregierung in Wiesbaden mit. 

Erstmeldung vom Montag, 23.09.2019: Derzeit sind 140.000 Touristen aus Deutschland mit deutschen Reiseveranstaltern von Thomas Cook im Urlaub, betroffen sind insgesamt 600.000 Urlauber. Zudem seien "für Reisen mit Abreisen heute und morgen rund 21.000 Gäste gebucht", teilte die Thomas Cook Gmbh mit Sitz in Oberursel am Montag auf Nachfrage mit. Wie die 140.000 betroffenen Urlauber nach Deutschland zurückkommen, "können wir derzeit nicht sagen", teilte eine Sprecherin mit.

Derweil wurde bekannt, dass die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor aus rechtlichen Gründen Urlauber, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Reiseziel bringen darf, wie die Airline jetzt mitteilte. Den Flugbetrieb hält der Ferienflieger aber aufrecht. 

Thomas Cook ist insolvent: Welche Rechte habe ich als Kunde nach der Cook-Pleite?

Condor will 200 Millionen Euro Überbrückungskredit

Wie jetzt aus Kreisen bekannt wurde, will die Condor von der Bundesregierung einen Überbrückungskredit von rund 200 Millionen Euro. Dieses "Unterstützungsersuchen" werde derzeit intensiv geprüft. 

Zunächst hatte die deutsche Thomas Cook nach der Insolvenz der britischen Mutter mitgeteilt, man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfänden.

Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt. 

Thomas Cook sitzt in Oberursel

Zuvor war bekannt geworden, dass die Bemühungen um die Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook, dessen Tochter seinen Sitz im hessischen Oberursel hat, gescheitert sind. Ein entsprechender Insolvenzantrag vor Gericht sei bereits gestellt worden, teilte der zweitgrößte Reisekonzern Europas am Montagmorgen auf seiner Website mit. 

Der Flugbetrieb wurde in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt, teilte die britische Luftfahrtbehörde CAA am Morgen mit. Konzernchef Peter Fankhauser bedauerte das Scheitern der Gespräche und sprach in der Erklärung von einem "tief traurigen Tag" für den Konzern. 

Noch bis Sonntagabend war mit Investoren über eine zusätzliche Finanzierung in Höhe von 200 Millionen Pfund (226 Mio Euro) verhandelt worden. Der Konzern hat Knapp 21.000 Mitarbeiter weltweit. 

150.000 Urlauber mit Thomas Cook unterwegs

"Das Unternehmen lotet derzeit letzte Optionen aus", hieß es weiter. Sollten diese Optionen scheitern, sehe sich die Geschäftsführung gezwungen, auch für die Thomas Cook GmbH und weitere Gesellschaften Insolvenz zu beantragen. Der britische Außenminister Dominic Raab hatte bereits am Sonntag besorgten Urlaubern die Unterstützung der Regierung in London zugesagt. Die Regierung sei bereit, Urlauber nach Hause zu holen. 

Die Luftfahrtbehörde CAA hatte für den Notfall bereits am Sonntag zahlreiche Flugzeuge bereitgestellt. Damit laufe die "größte Rückholaktion in Friedenszeiten" an, um rund 150.000 Urlauber aus verschiedenen Ländern nach Hause zu holen. Die Rückholaktion trägt nach BBC-Angaben den Codenamen "Matterhorn". 

In der Nacht seien bereits die ersten Flugzeuge zu verschiedenen Zielen gestartet, um britische Urlauber nach Hause zu holen, hieß es bei CAA. Für Urlauber im Ausland wurde die Website thomascook.caa.co.uk geschaltet. Am Wochenende hatte Thomas Cook noch via Twitter mehrfach Kunden zu beschwichtigen versucht, die sich wegen Medienberichten über die Finanzierungsprobleme des Konzerns Sorgen um ihre Buchungen machen. 

Thomas Cook verhandelte zuletzt mit Investoren

"Alle unsere Urlaube finden normal statt", hatte das Unternehmen via Twitter geschrieben. Während bei Pauschalreisenden aus Deutschland im Fall einer Insolvenz des Veranstalters ein Versicherer einspringt, bezahlt in Großbritannien der Staat für die Rückholung gestrandeter Urlauber aus dem Ausland. 

Thomas Cook verhandelte zuletzt mit Investoren über weiteres Kapital in Höhe von rund 200 Millionen Pfund für seine Sanierungspläne. Diese kämen zu einem bereits ausgehandelten 900 Millionen Euro schweren Rettungspaket hinzu. Thomas Cook verhandelte zum einen mit dem chinesischen Mischkonzern Fosun, der den Tui-Konkurrenten übernehmen wollte, aber auch mit Banken und Anleihegläubigern. 

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Thomas Cook war in den vergangenen Jahren immer wieder in Schieflage geraten. Bereits im Jahr 2012 retteten mehrere Banken den Konzern nach immensen Abschreibungen auf das britische Geschäft und IT-Systeme mit frischem Geld vor dem Untergang. Auch dadurch sitzt Thomas Cook auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe und ächzt unter der hohen Zinslast.

Brexit dämpfte Reisefreuden 

Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft kam erschwerend hinzu, ebenso anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit, die die Urlaubsfreude der britischen Kundschaft dämpft. Um dringend benötigtes Geld zu bekommen, hatte der Konzern im Februar sogar seine Fluggesellschaften samt Condor zum Verkauf gestellt. Im Juli blies er das Vorhaben wieder ab und präsentierte stattdessen einen umfangreichen Rettungsplan mit Investoren - der nun scheiterte. 

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Das Sommerhalbjahr bis Ende September werde deutlich schwächer als 2018, hatte Konzernchef Fankhauser Mitte Juli erklärt - und die Vorlage der Quartalszahlen abgeblasen. Dass es noch immer keine Klarheit über den Brexit gibt, dürfte die Lage noch verschärft haben. Großbritannien ist neben Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für Thomas Cook. (FNP/FR mit dpa)

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