In Dietzenbach ist ein Mann festgenommen worden, der mutmaßlich einen Terroranschlag plante. (Symbolbild)
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In Dietzenbach ist ein Mann festgenommen worden, der mutmaßlich einen Terroranschlag plante. (Symbolbild)

Kreis Offenbach

Innenminister Seehofer nach Festnahme in Dietzenbach: „Haben Terroranschlag verhindert“

  • Erik Scharf
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Die Polizei hat einen islamistischen Terroranschlag vereitelt. Ein Verdächtiger wurde im Kreis Offenbach festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.

Update vom Freitag, 12.02.2021, 12.53 Uhr: Das Bundesinnenministerium und deutsche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die drei in Deutschland und Dänemark festgenommenen Syrer einen Terroranschlag von erheblichem Ausmaß geplant hatten. „Unsere Sicherheitsbehörden haben erneut einen islamistischen Terroranschlag verhindert“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Dass die drei Brüder Sprengsätze herstellen wollten, ist wohl relativ sicher.

Am vergangenen Wochenende waren ein Verdächtiger in Dietzenbach (Kreis Offenbach) aufgespürt worden. Die dänischen Behörden nahmen in Zusammenhang mit den Ermittlungen zudem elf weitere Menschen aus dem Umfeld der Brüder fest. Ob die festgenommenen Männer aus Syrien einen Anschlag in Deutschland oder Dänemark planten, müssen aber erst die Ermittlungen zeigen. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt hatte Haftbefehl gegen die Männer im Alter von 33, 36 und 40 Jahren erlassen. Vorgeworfen wird ihnen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, wie die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg mitteilte.

Festnahme in Dietzenbach: Hat die Polizei einen Terroranschlag vereitelt?

Erstmeldung vom Freitag, 12.02.2021, 10.13 Uhr: Dietzenbach - Bei einer Hausdurchsuchung in Dietzenbach im Kreis Offenbach ist ein Mann am vergangenen Wochenende festgenommen worden. Auch seinen beiden Brüdern wird vorgeworfen, einen Anschlag geplant zu haben. Nicht nur die Bestellung verdächtiger Chemikalien deutet darauf hin.

Das Amtsgericht Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt erließ Haftbefehl gegen die Männer im Alter von 33, 36 und 40 Jahren. Vorgeworfen wird ihnen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, wie die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg mitteilte. Konkret soll das Trio demnach im Januar am Ankauf mehrerer Kilogramm Chemikalien beteiligt gewesen sein, die zur Herstellung von Sprengsätzen dienen können. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Dessau-Roßlau, wo einer der Männer ansässig war, wurden unter anderem zehn Kilogramm Schwarzpulver und Zündschnüre gefunden.

Festnahme in Dietzenbach: Familie wegen extremistischer Gesinnung aufgefallen

Nach dpa-Informationen wurde einer der Beschuldigten in Dietzenbach (Kreis Offenbach) festgesetzt, die anderen beiden in Dänemark. Dort wurden laut Staatsanwaltschaft auch die zuletzt angekauften Chemikalien gefunden. In die Ermittlungen hat sich auch das Bundeskriminalamt eingeschaltet.

Bei einem Bruder fand die Polizei nach dpa-Informationen das Bild der Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf dem Handy. Die Polizisten hätten zudem eine Koran-Ausgabe gefunden, in der bestimmte Stellen markiert gewesen seien, die auf eine extremistische Gesinnung schließen lassen könnten. Ob das bei dem in Dietzenbach festgenommene Mann gefunden wurde, ließ die Polizei offen. Die Eltern der Brüder leben den Informationen zufolge in Dänemark. Die Familie soll sich mindestens seit 2005 in Europa aufhalten und bereits früher wegen extremistischer Gesinnung aufgefallen sein.

Festnahme in Dietzenbach: Bestellung ruft Polizei auf den Plan

Ein sogenannter Gefahrenabwehrvorgang dazu, der über mehrere Jahre lief, soll allerdings keine konkreten Hinweise auf terroristische Aktivitäten zutage gefördert haben. Das Bundeskriminalamt war nun auf das Trio aufmerksam geworden, nachdem einer der Brüder in Polen jeweils fünf Kilogramm Aluminiumpulver und Schwefel zur Lieferung nach Dessau-Roßlau bestellt hatte. Der dort lebende Bruder hat sich nach dpa-Informationen auch in der Vergangenheit häufiger bei seiner Familie in Dänemark aufgehalten.

Wo der mutmaßliche Anschlag hätte stattfinden sollen, ist noch nicht bekannt. Die Brüder seien alle in Damaskus geboren, hieß es aus Sicherheitskreisen. Nach dpa-Informationen hatte es zu Beginn der Ermittlungen gegen die Brüder auch einen Hinweis zu ihren Aktivitäten aus dem Ausland gegeben. (dpa/esa)

Den bislang schwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland hatte im Dezember 2016 der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri aus Tunesien verübt. Der IS-Anhänger erschoss einen Lastwagenfahrer und raste dann mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz, wo er elf weitere Menschen tötete.

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