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„Scheinen sich gut zu verstehen“: Hoffnung auf Nachwuchs bei Sumatra-Tigern im Frankfurter Zoo lebt

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Von: Florian Dörr, Erik Scharf

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Sumatra-Tiger Emas hat im Zoo Frankfurt ein neues Zuhause gefunden. Die Hoffnung ist weiterhin groß, dass er sich mit Tigerin Cinta gut versteht.

Update vom Montag, 23. Januar, 11.58 Uhr: Tigernachwuchs im Zoo Frankfurt? Die Hoffnung lebt an der Bernhard-Grzimek-Allee. Denn: Ende des vergangenen Jahres war Sumatra-Tiger Emas in den Katzendschungel eingezogen, Artgenossin Cinta hatte hier bereits einige Wochen früher ein neues Zuhause gefunden. Allerdings trafen sie zu Beginn nicht direkt aufeinander. Zunächst sollten sie Nachbarn bleiben: „Wenn wir merken, dass sich die beiden gut verstehen, werden wir Emas und Cinta zu gegebener Zeit zusammenlassen“, hieß es damals.

Soweit ist es inzwischen noch nicht. „Das kann auch noch eine Weile dauern“, erklärt Dr. Caroline Liefke aus der Pressestelle des Zoo Frankfurt. Aber: „Die beiden scheinen sich gut zu verstehen, denn sie haben regelmäßig Kontakt am Trenngitter.“

Bedeutet: Weiter können die Frankfurter auf Tigernachwuchs im Zoo hoffen. Bis Emas und Cinta aber tatsächlich zusammengelassen werden, gilt es nun, weitere Beobachtungen während einer Rolligkeit der Tiger-Dame zu machen. Wie reagiert sie dann auf den Artgenossen auf der anderen Seite des Trenngitters? Erst wenn sich die Verantwortlichen sicher sind, dass sich die beiden auch in der besonderen Phase gut verstehen, steht der Familienplanung unter Sumatra-Tigern nichts mehr im Weg.

Sumatra-Tiger Emas ist in den Zoo Frankfurt gezogen.
Sumatra-Tiger Emas ist in den Zoo Frankfurt gezogen. © Zoo Frankfurt

Emas zieht mit großen Hoffnungen in den Zoo Frankfurt ein – „Nachwuchs genetisch äußerst wertvoll“

Erstmeldung vom Donnerstag, 29. Dezember, 15.01 Uhr: Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Zoo Frankfurt einen neuen Bewohner begrüßt. Sumatra-Tiger Emas ist seit Dienstag (27. Dezember) in Frankfurt, wie der Zoo mitteilte. Besonders groß dürfte die Freude bei einer Artgenossin sein.

Denn Emas wird künftig Tigerin Cinta Gesellschaft leisten. Damit die beiden sich künftig die Zeit miteinander vertreiben können, musste Emas allerdings eine ganze Reihe an Terminen abarbeiten. „Am 14. Dezember kam Sumatra-Tiger Emas aus dem Zoo von Rotterdam nach Frankfurt. Nach einigen veterinärmedizinischen Test konnte er bereits zwei Wochen später von der Quarantänestation in den Katzendschungel umziehen“, schreibt der Zoo Frankfurt.

Zoo Frankfurt: Einzug von Emas schürt Hoffnung auf Nachwuchs bei Sumatra-Tigern

Doch nun ist alles geschafft und Emas ist der neue Nachbar von Cinta. Für den Sumatra-Tiger ist Frankfurt bereits die dritte Stadt, in der er lebt. Geboren wurde Emas 2009 in Dublin, 2015 ging es für ihn nach Rotterdam – und nun also nach Frankfurt. Die Hoffnung der Verantwortlichen im Zoo Frankfurt ist klar: Nachwuchs.

Denn nach Angaben des Zoos haben weder Emas noch Cinta bislang für Nachfahren gesorgt. Damit es in Frankfurt dazu kommt, müssen Emas und Cinta aber erstmal zusammenfinden. „Emas ist ein ruhiger und umgänglicher Tigerkater. Wir hoffen, dass er die etwas scheue Tigerin aus der Reserve locken kann. Tiger sind Einzelgänger und kommen in der Regel nur in der Paarungszeit zusammen, aber dennoch kann sich die Nähe eines Artgenossen positiv auswirken“, sagt Zoodirektorin Dr. Christina Geige.

Sumatra-Tiger im Zoo Frankfurt: „Nachwuchs genetisch äußerst wertvoll“

Da die beiden älteren Tiger sich noch nie fortgepflanzt haben, wäre ihr Nachwuchs genetisch äußerst wertvoll für die Zoopopulation, teilte der Zoo Frankfurt mit. „Wenn wir merken, dass sich die beiden gut verstehen, werden wir Emas und Cinta zu gegebener Zeit zusammenlassen. Wenn sie sich mögen, besteht die Hoffnung auf Nachwuchs“, sagt Geige.

Die auf Sumatra lebende Tigerunterart ist äußerst selten. Schätzungen der Weltnaturschutz-Union IUCN gehen von 400 Tieren aus, die noch in ihrer angestammten Heimat leben. Vor allem Wilderei sowie großflächige Abholzung und der Verlust der natürlichen Beutetiere üben Druck auf die verbleibende Population aus.

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) engagiert sich seit dem Jahr 2000 auf Sumatra für den Schutz der Tieflandregenwälder in der Region Bukit Tiga Puluh. In diesem Hotspot der Biodiversität leben viele gefährdete Arten, darunter Orang-Utans, Elefanten und Tiger. Mit Einnahmen aus dem 2021 eingeführten freiwilligen Naturschutz-Euro unterstützt der Zoo Frankfurt unter anderem die Arbeit der ZGF auf Sumatra. (esa/pm)

Zuletzt klappte es bei einem seltenen Raubtier im Zoo Frankfurt mit Nachwuchs.

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