Stadt, Eigentümer und Denkmalschutz einigen sich

Frankfurt (pia). Für die Zukunft des Areals des ehemaligen Bundesrechnungshofs in der Berliner Straße wurde in den Verhandlungen ein Durchbruch erreicht.

Wie die Verantwortlichen der Stadt, der Landesdenkmalbehörde und der Projektentwicklung Fay und OFB erklärten, konnte eine grundsätzliche Einigung dahingehend erzielt werden, städtebaulich prägnante Bauteile des Denkmals zu sichern und in die Entwicklung des Areals zu integrieren. Das haus entstand in den 1950er-Jahren.

"Nach monatelangem Ringen um die denkmalpflegerisch wünschenswerte Entwicklung des Projektes auf dem Areal des ehemaligen Bundesrechnungshofes in der Berliner Straße haben sich die Beteiligten auf eine tragfähige Lösung geeinigt und die Schritte zur zügigen Realisierung dieses Vorhabens gemeinsam festgelegt", erklärt Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz. "Ich bin froh, dass es mir gelungen ist, die Beteiligten für diese intensiven Beratungen an einen Tisch zu bringen und letztlich ein für alle Seiten akzeptables Ergebnis zu erreichen. Auch wenn wir noch nicht am Ziel sind, so haben wir eine wichtige Hürde auf dem Weg dahin genommen."

Öffentliche Nutzung

Das Hauptgebäude und der Ostflügel des denkmalgeschützten Bestands bleiben für eine Büronutzung erhalten, während im westlichen Teil des Areals eine Neubebauung vorgesehen ist. Dort sind ein Hotel und weitere Büros vorgesehen. Im Erdgeschoss soll eine öffentliche Nutzung zum Beispiel durch Einzelhandel und Gastronomie zur Belebung der Innenstadt beitragen. Auf dem südöstlichen Bereich des Grundstücks, an der Ecke Bethmannstraße und Kornmarkt, ist ein neues freistehendes Gebäude für Wohnungen geplant. Auf der Basis dieser Eckpunkte wird nun unter Beteiligung der Fachämter ein Wettbewerbsverfahren vorbereitet, um ein überzeugendes Bebauungskonzept zu finden.

Die originalen Treppenhäuser sowie wesentliche Teile der charakteristischen Fassade können so gesichert werden und erhalten auch wieder das ursprüngliche Farbbild. Mit dem nun gefundenen Kompromiss ist der vollständige Abriss entbehrlich und der Weg für eine Lösung in der Weise bereitet, dass der geschichtlichen Bedeutung des Ortes Rechnung getragen wird. "Damit kann ein lang ersehnter Impuls im Kern der Innenstadt gesetzt werden. Ein Leerstand an zentraler Stelle wird somit ein Ende finden und eine wünschenswerte städtebauliche Neuordnung des Areals kann in Angriff genommen werden", so Cuntiz.

Die schwerwiegenden Schäden am Tragwerk hingegen machen eine wesentliche Erneuerung im Inneren des Gebäudes erforderlich.

"Wir möchten der Bedeutung des ehemaligen Bundesrechnungshofes als Kulturdenkmal für die Geschichte der jungen Bundesrepublik und den Wiederaufbau Frankfurts in den fünfziger Jahren Rechnung tragen", kommentierte Cunitz. "Wir freuen uns, wenn sich Bauherren und Investoren in Frankfurt engagieren. Aber wir haben auch eine besondere Verantwortung gegenüber den baulichen Zeugnissen und dem kulturellen Erbe der Nachkriegszeit. Ich bin den Unternehmen OFB und Fay dankbar, dass sie bereit sind, eine städtebauliche Entwicklung unter größtmöglichem Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz zu realisieren."

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