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Los geht's am Langender Waldsee: 3,86 Kilometer Schwimmen, dann 180 Kilometer Radfahren und schließlich noch einen Marathon absolvieren - puh.  

Porträt Max Stadler

Schinden für den großen Traum von Hawaii

Mit einem 300 Euro Rad fing er an: Heute will sich Max Stadler für den legendären Ironman auf Hawaii qualifizieren.

Startnummer 736 wird am Sonntag sicherlich nicht als Erste über die Ziellinie am Römerberg kommen, und doch geht es für Max Stadler um jede Sekunde. Der 24-Jährige möchte zu den 80 glücklichen Amateuren gehören, die sich in ihrer jeweiligen Altersklasse für den Triathlon auf Hawaii qualifizieren können. „Hawaii ist schon lange ein Traum von mir“, verrät Stadler.

Aber was heißt da lange, mit dem Triathlon angefangen hat der gebürtige Unterfranke erst 2012. Bis dahin hat er bei der Spielvereinigung Hösbach-Bahnhof Fußball gespielt. Das hat Spaß gemacht, aber irgendwie wollte Stadler auch mal was anderes machen. Er fing an, mit Bekannten für einen City-Lauf in Aschaffenburg zu trainieren. Für das Training stiegen die sportbegeisterten Jugendlichen auch aufs Rennrad. Da war es nicht mehr weit, auch noch die dritte Disziplin des Triathlons in Angriff zu nehmen. „Ich finde die drei Disziplinen gut und interessanter als Fußball, da kam ich nicht mehr weiter“, erinnert sich Stadler.

Rennrad für 300 Euro

Im August 2012 nimmt er seinen ersten Dreikampf in Angriff, den City-Triathlon in Frankfurt. Der 17-Jährige ist auf einem Rennrad für 300 Euro unterwegs, aber von dem Wettkampf begeistert. „Es hat mich damals gepackt“, so Stadler. Vor allem der Ehrgeiz. „Als jemand, der 30 Kilo schwerer war als ich, auf dem Rad an mir vorbeizog, da dachte ich, das kann doch gar nicht sein.“

Stadler trainierte nicht nur mehr, sondern saugte auch rund um die Sportart alles auf. „Ich habe alle Zeitschriften gekauft und Filme geguckt, die mit Triathlon zu tun hatten, und seit 2012 habe ich auch keine Fernsehübertragung von Hawaii mehr verpasst.“

Triathlon während der Hochzeitsreise 

Selbst mal an dem Ironman im Pazifik teilzunehmen, war da für ihn noch keine Option. „Anfangs habe ich gedacht, ein Ironman ist nur was für Verrückte.“ Solch lange Distanzen zu absolvieren, hielt der nur 62 Kilo schwere Athlet nicht für möglich. „180 Kilometer Radfahren und danach noch einen Marathon, das kann ja gar nicht funktionieren“, dachte sich Stadler. Aber er tastete sich ran und begann für die Mitteldistanz zu trainieren. Das machte ihm solchen Spaß, dass seine Frau Jutta 2017 auch in Kauf nehmen musste, dass ihr Mann während der Hochzeitsreise durch Mexiko an einem Triathlon teilnahm.

Stadler merkte, dass ihm das Training für lange Distanzen liegt, weil der Puls dabei nicht so hoch gehen muss. „Für ein solches Training muss man nur zwischen den Ohren stark sein, etwa wenn man sich im Winter aufraffen muss, vier Stunden aufs Fahrrad zu steigen.“ Im Schnitt trainiert der Frankfurter 18 Stunden in der Woche. Für sein Training hilft dem Sportstudenten auch, dass er seit 2016 in der Triathlon-Abteilung von Eintracht Frankfurt arbeitet. Die Trainingsangebote für die rund 1200 aktiven Mitglieder der Abteilung zu koordinieren, ist zwar viel Arbeit, aber in der Zeiteinteilung ist Stadler frei. Da kann es schon mal vorkommen, dass er im Winter um fünf Uhr morgens anfängt zu arbeiten, sich von 11 bis 15 Uhr aufs Fahrrad setzt und danach weiterarbeitet.

Kampf um das Ticket für Hawaii 

Im vergangenen Jahr war es dann so weit. Stadler absolvierte seinen ersten Ironman. Mit der Zeit von 10:05 Stunden war er recht zufrieden, aber die Qualifikation für Hawaii hat er knapp verpasst. „Ich war Zweiter in meiner Altersklasse, aber es gab nur ein Ticket für Hawaii.“ In diesem Jahr hofft Stadler auf eine Zeit von 9:30 Stunden, allerdings muss er erstmals in der Altersklasse der 25 bis 29-Jährigen antreten, da er noch in diesem Jahr 25 wird. In dieser Altersklasse sind fast alle deutlich erfahrener als er. „Es wird schwer“, sagt Stadler zu seinen Chancen, eines der 80 Tickets für Hawaii zu ergattern. Startnummer 736 wird trotzdem alles dafür tun, um den Traum von Hawaii zu erreichen.

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