Rassige Pferde, Clownerie, fesselnde Akrobatik

Frankfurt (skh). "Vorhang auf, Manege frei!", heißt es seit Freitag im Zirkus Barelli. Nach drei Jahren Pause präsentiert der 1982 gegründete Zirkus wieder "Tiere, Clowns und Akrobaten" in der Mainmetropole.

Im Europaviertel fand am Freitag die Premiere des bis zum 2. März dauernden Gastspiels statt. Fast vollständig füllten sich die annähernd 3000 Plätze auf den Rängen mit erwartungsvollen großen und kleinen Zuschauern.

Die schwere Aufgabe des ersten Auftritts lag in den Händen von Timmy Barelli, der mit Charme, Witz und Interaktion das Publikum mühelos für sich gewann. Bestens eingestimmt bestaunten die Zuschauer, wie sich die Bühne in die sternendekorierte Zeltkuppel hob, um für Dromedare, Kamele und orientalische Schönheiten Platz zu machen. Schwarze Pferde mit Federputz und schnelle Alpakas sowie ein Feuerspucker taten ein Übriges, um eine märchenhafte Zirkusatmosphäre zu zaubern. Für einen Überraschungseffekt sorgten das Tierduo "Massai" – die Netzgiraffe und "Hanni", das Zebra. Staunend beobachtete das Publikum auch, wie das 1,5 Tonnen schwere Flusspferd "Hannibal" aus der Hand seines Trainers Franz Barelli einen ganzen Salatkopf oder einen Brotlaib verspeiste. Mit stürmischem Beifall wurden besonders die meisterlichen Darbietungen der Akrobaten gewürdigt. Salima Folco etwa schien an ihren Tüchern die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben. Grazil und leicht wirbelte sie durch die Manege, ohne eine Spur von Anstrengung erkennen zu lassen.

Mühelos schienen auch das Duo Romanoff ihren Persch, einen großformatigen Ring, zu hantieren. Körperbeherrschung, die Kraft und Eleganz vereint, selbst während sie ihre schwungvollen Pirouetten drehte, hielt er alles sicher in Balance. Mit Gleichgewicht in Perfektion ließ die russische Truppe "Tashkinbaiv" dem Publikum den Atem stocken.

Etliche Meter über dem Zirkusboden vollführten die vier Akrobaten ihre Hochseiltricks. Mit Spagat, Rückwärtsrolle, Ein-radfahrten oder tollkühnen Sprüngen weckten sie Beifallsstürme. Nicht ganz so spektakulär war hingegen die zweite Hälfte des fast dreistündigen Programms. Zwischen klassischen Zirkusnummern mit Jonglage und Trapezakrobatik ließen diverse Pferdedressurnummern Gleichförmigkeit aufkommen. Als unglaublich facettenreich präsentierte sich Timmy Barelli. Mit fliegenden Schirmen, Lufttrompete, Beatbox oder einem altbekannten Witz machte er jeden Umbau zum Vergnügen. Und als Tenor-Duo schmetterten Franz und Timmy Barelli eine mitreißendes "O sole mio".

Zu den Markenzeichen des Zirkus Barelli zählt das eigene Orchester, das die rund 20 Zirkusnummern instrumental und vokal durch den Sänger "Kajü" umrahmte.

Für viele Besucher gehörte in der Pause ein Besuch der Tierschau dazu. Fast hundert Tiere sind mit dem Zirkus auf Reisen, was auch die Frankfurter Tierschützer auf den Plan rief. Mit Transparenten und Flugblättern engagieren sie sich für ein Verbot von Tieren im Zirkus. "In jeder Stadt wird die Haltung der Tiere von den zuständigen Behörden geprüft, und auch in Frankfurt gab es keinerlei Beanstandungen", so Jens Mayer der Pressesprecher von Barelli.

8 Bis zum 2. März gastieren die Barellis im Europaviertel. Vorstellungen gibt es mittwochs bis samstags um 15 und 20 Uhr sowie sonntags um 15 und 18 Uhr.

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