Querelen bei UNICEF in Frankfurt zu spüren

Frankfurt (lhe). Die Querelen bei UNICEF Deutschland haben auch im Raum Frankfurt die Unterstützung für das Kinderhilfswerk gebremst. Seine Mitarbeiter hätten bereits Ende 2007 beim Verkauf der Weihnachtskarten an den Hauptständen Umsatzeinbrüche von mehr als 20 Prozent hinnehmen müssen, sagte der Leiter der Frankfurter Arbeitsgruppe, Hubert Leitsch, am Dienstag der dpa.

Er befürchtet Auswirkungen auf die Spendenbereitschaft der Deutschen für große Organisationen generell. "Die Leidtragenden sind letztlich die Kinder in den Entwicklungsländern."

Die Frankfurter Gruppe - eine von gut 100 in Deutschland - habe sich im Weihnachtsgeschäft "einiges anhören müssen", sagte Leitsch. Viele seien den Mitarbeitern an den Ständen mit Missachtung, Zurückhaltung oder Skepsis begegnet. An der Basis seien auch nach dem Rücktritt von Heide Simonis als Bundesvorsitzende "Überraschung, Enttäuschung, Trauer und Wut" zu spüren. Die Mitarbeiter seien enttäuscht, dass bei einer Organisation wie UNICEF überhaupt Verschwendungsvorwürfe ein Thema sein könnten, und dass damit nicht klar umgegangen worden sei.

"Aus der Basis werden strukturelle und personelle Änderungen gewünscht", sagte Leitsch. "Strukturelle wird es, das vermute ich, bei dem Druck sicherlich auf jeden Fall geben. In wieweit es personelle Veränderungen geben wird, vermag ich jetzt nicht zu sagen." Die Basis sei jedenfalls verärgert über das "bescheidene Krisenmanagement".

UNICEF-Sprecher Rudi Tarneden hatte am Dienstag in Köln gesagt, die monatelangen Negativ-Schlagzeilen hätten der Organisation schweren Schaden zugefügt. Das Kinderhilfswerk habe 5000 Dauerspender verloren. Im Dezember seien die Einnahmen um 3,5 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie viele Dauerspender aus dem Raum Frankfurt darunter sind, konnte Leitsch nicht sagen. "Die meisten spenden direkt auf das zentrale Konto in Köln."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare