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Offenbach ist Hessens ärmste Stadt.

Studie

Offenbach ist am ärmsten in Hessen -  und eine der reichsten Kommunen ist gar nicht weit entfernt

Offenbach ist nach einer Studie Hessens ärmste Stadt. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt dort bei gerade einmal 17 687 Euro im Jahr.

Offenbach - In Deutschland gibt es einer Studie zufolge nach wie vor ein riesiges Wohlstandsgefälle zwischen den Regionen. Im bundesweit wohlhabendsten Landkreis Starnberg bei München war das durchschnittlich verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte zuletzt mit 34 987 Euro mehr als doppelt so hoch wie in Gelsenkirchen. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen bildete mit 16 203 Euro pro Kopf das Schlusslicht im Einkommens-Ranking. Das geht aus einer neuen Studie des WSI der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung hervor. 

Hochtaunuskreis: Mehr als 30 000 Euro Pro-Kopf-Einkommen

Über besonders hohe Pro-Kopf-Einkommen verfügen laut Studie auch die privaten Haushalte im Hochtaunuskreis – sie kommen ebenfalls auf deutlich mehr als 30 000 Euro. 

Schlusslichter im Einkommens-Ranking waren neben Gelsenkirchen die Städte Duisburg und Halle an der Saale, wo das Pro-Kopf-Einkommen bei weniger als 18 000 Euro lag. Bei ihrer Auswertung stützten sich die Forscher auf die jüngsten Daten der Statistischen Ämter der Länder und des Bundes für 401 deutsche Landkreise und kreisfreie Städte aus. 

Pro-Kopf-Einkommen von 2016 als Grundlage

Sie betreffen das Jahr 2016. Die Menschen im Hochtaunuskreis haben nach Angaben dieser Studie durchschnittlich fast 14 000 Euro mehr Einkommen im Jahr zur Verfügung als in Offenbach. Die Privathaushalte im Hochtaunuskreis verfügten 2016 im Schnitt über 31 612 Euro nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers pro Person, wie aus der Untersuchung des WSI hervorgeht. Sie liegen damit bundesweit an dritter Stelle nach Starnberg und der Stadt Heilbronn. 

Schlusslicht Offenbach mit 17 787 Euro pro Kopf

Schlusslicht in Hessen ist die Stadt Offenbach mit 17 687 Euro pro Kopf. Dort verringerte sich das verfügbare Einkommen nach Abzug der Inflation seit dem Jahr 2000 um 8,7 Prozent. Insgesamt stiegen die Einkommen der Privathaushalte in Hessen von 2000 bis 2016 durchschnittlich um 7,9 Prozent auf 22 454 Euro pro Person. Städte und Kreise mit besonders niedrigem Einkommen waren im Ruhrgebiet, Saarland und in Niedersachsen zu finden. 

Auch Ostdeutschland ist arm

Doch vor allem Ostdeutschland liege auch 30 Jahre nach der Wende weiterhin deutlich hinter dem restlichen Bundesgebiet, berichteten die Forscher. In nur sechs von 77 Ost-Kreisen und kreisfreien Städten überschritt das Einkommen pro Kopf die Marke von 20 000 Euro, während im Westen 284 von 324 Kreisen und Städten darüber lagen.

München mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen

Die reichste Großstadt war der Studie zufolge München mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 29 685 Euro. Mit deutlichem Abstand folgten Stuttgart (25 012 Euro), Düsseldorf (24 882 Euro) und Hamburg (24 421 Euro). Deutlich schlechter schnitten Berlin (19 719 Euro), vor allem aber Leipzig (17 770 Euro) und Duisburg (16 881 Euro) ab. 

Insgesamt lagen die Einkommen in den 15 größten Städten leicht über dem Bundesdurchschnitt. Das Wachstum fiel in den Jahren zwischen 2000 und 2016 dort aber deutlich schwächer aus als in der Bundesrepublik insgesamt. In Essen und Nürnberg sei das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen sogar gesunken. Insgesamt beobachteten die Forscher eine negative Einkommensentwicklung in 33 der 401 Kreise und Städte. Bei einem Städteranking schneidet die Stadt Offenbach ebenfalls nicht gut ab.* (red)

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