Neue Ausstellung im Senckenberg-Museum

Frankfurt (dpa). Wer auf einer Wiese steht, hat unter seinen Füßen mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Bakterien, Pilze, Algen, Insekten, Schnecken, Würmer und anderes Getier - unter einen Schuh der Größe 45 passen nach Angaben von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts Senckenberg rund eine Billion Bakterien, 5000 Milben und fünf Regenwürmer.

Frankfurt (dpa). Wer auf einer Wiese steht, hat unter seinen Füßen mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Bakterien, Pilze, Algen, Insekten, Schnecken, Würmer und anderes Getier - unter einen Schuh der Größe 45 passen nach Angaben von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts Senckenberg rund eine Billion Bakterien, 5000 Milben und fünf Regenwürmer. "Sie haben eine unglaubliche Faszination, und sie sind auch schön", sagte Professor Willi Xylander im Senckenberg Naturmuseum bei der Eröffnung der Ausstellung "Unter unseren Füßen - Lebensraum Boden". Nicht alle Zuhörer sind seiner Meinung, bei einigen Bildern raunt ein leises "Iiih" durch die Menge. Die Ausstellung präsentiert Fotos und dreidimensionale Modelle von Bodenorganismen in zehn- bis tausendfacher Vergrößerung. "Der Boden ist einer der artenreichsten Lebensräume der Erde", sagt Xylander, der das Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz leitet. Dort wurde die Wanderausstellung konzipiert. Der Besucher erfährt zum Beispiel, dass Fadenwürmer für einen 20-fachen Generationenwechsel nur neun Wochen brauchen. Bis zu 380 Millionen dieser mit bloßem Auge nicht sichtbaren Tierchen leben pro Quadratmeter Boden. Wird es ihnen zu kalt, ziehen sie sich in Kapseln zurück. Zur Not können sie auch ohne Sauerstoff leben.

Friedlich geht es auch in der Erde nicht immer zu, so zum Beispiel bei einem Angriff der etwa einen Millimeter großen Raubmilben. Sie verletzen ihre Beute, reißen sie auf und saugen sie aus. Zurück lassen sie die Hülle ihrer Opfer. Die nur halb so großen Hornmilben sind dagegen harmlos. Bei einem Angriff fahren sie ihre acht Beine einfach in ihren harten Panzer ein, ziehen sich ihr Schild über den Kopf und warten ab. "Das ist dann für ihre Angreifer so, als wollten wir mit dem Mund eine Billardkugel knacken", vergleicht der Wissenschaftler.

Eine ganz andere Abwehrtaktik haben die winzig kleinen Springschwänze. Sie klappen ihre Sprunggabel aus und springen in spektakulärer Geschwindigkeit einen Salto rückwärts. Springschwänze sind manchmal als winzige hüpfende Punkte in der Blumenerde zu sehen.

7 Die Ausstellung läuft noch bis Ende Mai. Öffnungszeiten sind täglich von 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags bis 18 Uhr.

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