Nachwunchsband heizt Japanerinnen kräftig ein

Frankfurt. Junge Japanerinnen tanzen auf coolen Feten in Tokio, Yokohama oder Osaka zur Musik einer Frankfurter Nachwuchsband - das klingt ein wenig verrückt, ist aber wahr.

Frankfurt. Junge Japanerinnen tanzen auf coolen Feten in Tokio, Yokohama oder Osaka zur Musik einer Frankfurter Nachwuchsband - das klingt ein wenig verrückt, ist aber wahr. "Wagner Love" sorgt in Japan für helle Aufregung, seit ihre erste CD "Everything about...Wagner Love" des Musikproduzenten Roland Spremberg unter dem EMI-Label auf den deutschen und den japanischen Markt gebracht wurde. Spremberg verhalf bereits BAP und Alphaville zu ihren Erfolgen.

Benannt hat sich die Frankfurter Band nach dem brasilianischen Stürmer Vágner Love, der in Moskau kickt. Seit fünf Jahren touren der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Jacob Vetter (26), der Schlagzeuger Marcel Meeth (26) und sein Bruder, der Keyboarder Ravel (29), sowie Tilmann Köllner (27) am Bass durch Clubs, vornehmlich in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet.

Den ersten Auftritt hatte Wagner Love im Offenbacher Club Voltaire, es folgten Gigs in der Batschkapp, im Mousonturm, im Nachtleben, im Walden, auch im Unity. Ohne Frankfurt und ihre vielen Auftritte in den Clubs der Stadt, da sind sich die vier Musiker einig, wären sie nie so erfolgreich geworden. Geprobt wurde bis vor kurzem in einem Keller nahe des Eisernen Stegs.

Jacob Vetter studiert Jazzgesang und Popularmusik an der Mainzer Musikhochschule, Ravel Jura, sein Bruder Marcel Politik und Geschichte, Tilmann macht gerade seinen Magister in den Fächern Medienwissenschaften und Politik. Ihr Publikum ist gemischt. Ihre Auftritte zelebriert die Band - Kleidercode inbegriffen. "Alle Spielarten um den Anzug herum sind auf der Bühne angesagt".

Tanzbaren Soulpop wollen die Vier spielen. Ein starker Bass und markante Beats zeichnen Jacob Vetters Kompositionen aus. Eigentlich stecke alles in der Musik von Wagner Love, sagt Tilmann: Ein bisschen Jamiroquai, ein wenig Michael Jackson, etwas von Stevie Wonder oder Marvin Gaye, eine gewisse Nähe zu Cody Chesnutt, Steely Dan und Lenny Kravitz, sogar ein Hauch Boney M. Die Texte erzählen im Ton einer "positiven Melancholie" von Freundschaft, Liebe, Sehnsucht. Manche wie etwa "Everybody runs" oder "Bigger than you" thematisieren die eigene Band-Existenz, erzählen von den Hoffnungen der jungen Musiker.

Jacob singt auf Englisch, und das ist für ihn das Selbstverständlichste überhaupt. Er war sechs, als die Familie nach Washington D.C. zog, um dort drei Jahre zu leben. "Damals habe ich viel amerikanische Musik gehört. Von Young MC, MC Hammer und von Janet Jackson oder Paula Abdul." Jacob empfindet die englische Sprache als "viel klarer und natürlicher".

Dass die Songs in Japan so gut ankommen, war für die Vier nicht vorauszusehen. Wie sie sich den Erfolg erklären? "Wahrscheinlich liegt es am Exotikfaktor", spekulieren die Musiker. Sogar die Musik zu einem richtigen Kinoblockbuster haben sie bereits mit dem Song "I know" geliefert. Er wurde Titelstück des Films "Love Vegas".

Annette Wollenhaupt, pia

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